Nod

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Nod ist ein in der Genesis (Gen 4,16 EU) erwähntes Land „östlich von Eden“:

“וַיֵּ֥צֵא קַ֖יִן מִלִּפְנֵ֣י יְהוָ֑ה וַיֵּ֥שֶׁב בְּאֶֽרֶץ־נ֖וֹד קִדְמַת־עֵֽדֶן׃”

“wayyēṣê qayin millip̄ney YHWH wayyēšeḇ bə’ereṣ-nôḏ qiḏmaṯ-‘ēḏen”

Nachdem Kain seinen Bruder Abel aus Neid erschlagen hatte, wurde er von Gott verstoßen, jedoch als Schutz vor Blutrache mit dem Kainsmal versehen. Er ging in das Land Nod, wo er mit seiner Ehefrau eine Familie gründete, die zahlreiche Nachkommen hervorbrachte.

Das Wort Nod leitet sich vermutlich vom hebräischen Wort nad ab, das „ruhelos“ bzw. „umherwandern“ bedeutet. Dessen Partizip wird in Gen 4,14 EU verwendet, wo sich Kain beklagt, dass er nun „vagabundierend“ herumziehen müsse:

“הֵן֩ גֵּרַ֨שְׁתָּ אֹתִ֜י הַיּ֗וֹם מֵעַל֙ פְּנֵ֣י הָֽאֲדָמָ֔ה וּמִפָּנֶ֖יךָ אֶסָּתֵ֑ר וְהָיִ֜יתִי נָ֤ע וָנָד֙ בָּאָ֔רֶץ וְהָיָ֥ה כָל־מֹֽצְאִ֖י יַֽהַרְגֵֽנִי׃”

“hēn gēraštā ’ōṯî hayyôm mē’al pənēy hā’ăḏāmāh umipāneyḵā ’essāṯēr wəhāyîṯî nā‘ wānāḏ bā’āreṣ wəhāyāh ḵol-mōṣ’î yaharḡēnî”

Die Form ist auch in Ps 56,9 EU belegt:

נֹדִי֮ סָפַ֪רְתָּ֫ה אָ֥תָּה    שִׂ֣ימָה דִמְעָתִ֣י בְנֹאדֶ֑ךָ הֲ֝לֹ֗א בְּסִפְרָתֶֽךָ׃”

nōḏî sāp̄artāh ’ātāh    śîmāh ḏim‘āṯî ḇənō’ḏeḵā hălō‘ bəsip̄rāṯeḵā”

In der jüdischen Tradition wird ’ereṣ-nôḏ daher als das „Land des Wanderns“ verstanden;[1] ähnlich auch die Interpretation von Gen 4,16 EU in der Vulgata:

“egressusque Cain a facie Domini habitavit in terra profugus ad orientalem plagam Eden.”

Rezeption[Bearbeiten]

Der amerikanische Autor John Steinbeck wählte die Geschichte von Kain und Abel als Leitmotiv seines Romans Jenseits von Eden (Original: East of Eden), wobei er allerdings jeweils den mit Kain identifizierten Charakter (im ersten Teil Charles, im dritten Teil Caleb) am Ort des Verrats zurücklässt und den Abel-Charakter (Adam und Aron) in die Diaspora schickt. Auch in der gleichnamigen Verfilmung erwähnt Burl Ives in einem Bibelzitat den Ort Nod.

Im Buch Bad Monkeys von Matt Ruff wird das „Nod-Problem“ geschildert: Wenn Adam und Eva die ersten Menschen waren, Kain und Abel ihre Söhne, wo kommen dann die anderen Menschen her, auf die Kain nach dem Brudermord trifft? Ein „Nod-Problem“ ist die Diskussion einer Ungereimtheit mit anderen Menschen mit einer vorgefassten Meinung, die unumstößlich ist. Das bedeutet, dass diese Diskussion aufgrund der verlorenen Objektivität sinnlos wird.

In die in ihrer ersten Ausgabe 1995 veröffentlichte Computerspielreihe Command & Conquer hat der Begriff durch die antagonistische Fraktion der Bruderschaft von Nod Eingang gefunden. Der Name ihres Anführers, Kane, ist ebenfalls an die biblische Geschichte angelehnt.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. vgl. Raschi zu Gen. 4:16.