Nofrusobek

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Namen von Nofrusobek
Horusname
G5
N5
Z1
U7
X1
Srxtail2.svg
Merit-Re
Mrjt-Rˁ
Geliebte des Re
Nebtiname
G16
G39
t
S42 nb t
N16
N16
Sat-sechem-nebet-taui
S3.t-sḫm-nb.t-t3wj
Tochter des Mächtigen, Herrin der beiden Länder
Goldname
G8
Dd t xa
Z2
Djedet-chau
Ḏdt-ḫ3w
Mit beständigen Erscheinungen
Thronname
M23
X1
L2
X1
Hiero Ca1.svg
N5 I4 D28
Hiero Ca2.svg
Sobek-ka-Re
Sbk-k3-Rˁ
Ka des Sobek, ein Re
Eigenname
Hiero Ca1.svg
I5 F35 F35 F35
Hiero Ca2.svg
Nofrusobek / Neferusobek
(Neferu Sobek)
Nfr.w Sbk
Die Schönheit des Sobek
Königspapyrus Turin (Nr.IV./21.)
V10A N5 F35 F35 F35 I5A G7 V11A G7
[1]
Neferu-Sobek
Nfr.w Sbk
Die Schönheit des Sobek
Griechisch Manetho-Varianten: [2]
Africanus: Skemiophris
Eusebius: keine Nennung
Eusebius, AV: keine Nennung

Nofrusobek bzw. Sobekneferu, auch Nefrusobek, war eine altägyptische Königin (Pharaonin) am Ausgang der 12. Dynastie (Mittleres Reich). Ihre Regierungszeit betrug knapp vier Jahre (etwa um 1810/1793 bis 1806/1789 v. Chr.). Sie war die erste Königin mit Königstitulatur, leugnete ihr Geschlecht nicht und war Vorbild für Hatschepsut und Tausret.

Herkunft[Bearbeiten]

Nach dem Tod von Amenemhet IV. gab es anscheinend keinen männlichen Thronfolger, so dass ein weibliches Mitglied der Königsfamilie den Thron bestieg. Nofrusobek hatte keinen männlichen Nachfolger.

Herrschaft[Bearbeiten]

Manetho (Africanus) zufolge regierte Nofrusobek als Schwester von Amenemhet IV. vier Jahre.[2] Nach dem Turiner Königspapyrus dauerte ihre Regentschaft drei Jahre, 10 Monate und 24 Tage. Außerdem ist sie in den Königslisten von Karnak und Sakkara genannt. Ihr Andenken wurde also in späterer Zeit nicht verfolgt. Mit ihrer Namenswahl begann sie eine längere Reihe Könige, die den Namensbestandteil Sobek trugen.

Innen- und Außenpolitik[Bearbeiten]

Die innen- und außenpolitischen Verhältnisse waren stabil, das Fayyum wurde zunehmend religiöses, möglicherweise auch wirtschaftliches Zentrum. Nubien war fest in ägyptischer Hand, wie eine Nilstandsmarke aus der Region Semna belegt, die in ihr drittes Regierungsjahr datiert.[3]

Die Zeit nach ihrem Tod[Bearbeiten]

Nach ihrem Tod wurden ihre Kartuschen, Reliefs und Statuen mit ihrem Namen und ihrer Gestalt nicht wie bei Hatschepsut zerstört. Es gibt eine Stele aus der 13. Dynastie, auf der eine Verwaltungseinheit mit ihrem Namen genannt wird und auf einem Papyrusfragment aus Harageh wird vermutlich ihre Pyramide oder eine Statue mit der Bezeichnung Sechem-Nofrusobek erwähnt.[4]

Mit ihr endete die 12. Dynastie in Ägypten.

Denkmäler[Bearbeiten]

Torso einer Nofrusobek-Statue (Louvre, Paris)

Aus ihrer kurzen Regentschaftszeit gibt es nur wenige Bauwerke. So vollendete sie den Totentempel ihres (vermutlichen) Vaters in Hawara. Im Labyrinth dieses Tempels wird sie mehrmals zusammen mit Amenemhet III. genannt,[5] sie scheint ihre Herrschaft durch die Verbindung mit diesem Herrscher legitimiert zu haben. In Kom el-'Aqarib (südlich von Herakleopolis) wurden verschiedene Architrave eines Tempels gefunden, von denen einer ihren Namen trägt.[6]

Die nördliche der beiden Pyramiden von Masghuna wird ihr oftmals als Grabpyramide zugeschrieben, jedoch ohne zwingenden Grund.

Von Nofrusobek sind auch mehrere Statuenfunde bezeugt. Drei fast lebensgroße Basaltstatuen aus Tell el-Dab‘a im Nildelta zeigen sie in Frauengewändern.[7] Im Pariser Louvre ist der Torso einer Standstatue der Königin aus Quarzit (E 27135) ausgestellt, deren Herkunft jedoch unbekannt ist. Die Höhe des Fragments beträgt 48 cm, die Gesamtgröße wäre etwa 1,6 m.[8] Es sind Ansätze für ein Nemes-Kopftuch erkennbar und der Torso trägt sowohl männliche wie weibliche Kleidung[9]. Ein weiteres Statuenfragment einer Büste der Nefrusobek im Jubiläumsmantel (Hebsed-Gewand) aus dunkelgrüner Grauwacke befindet sich im New Yorker Metropolitan Museum of Art (MMA 65.59.1).[10] In Tell Gezer (Kanaan) wurde ebenfalls die Statue einer Prinzessin namens Nofrusobek gefunden. Allerdings muss es sich hierbei nicht unbedingt um diese Königin handeln, da auch eine Tochter Sesostris I. diesen Namen trägt.[11]

Edouard Naville fand eine zerstörte Sphinx dieser Königin in Tell el-Dab‘a.[12]

Zu den Kleinfunden, die ihr zugeschrieben werden, gehören Siegelzylinder im Museum Kairo (JE 72663) und im British Museum (BM 16581), beide stammen aus dem Fayyum.[13]

Eine Nilstandsmarke aus dem 3. Regierungsjahr in Semna war lange das letzte Dokument aus ihrer Regierungszeit.[3] Eine neu gefundene Inschrift in der Ostwüste, nennt das vierte Jahr.[14]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Allgemeines
Zum Namen
  • Jürgen von Beckerath: Handbuch der ägyptischen Königsnamen. von Zabern, Mainz 1999, S. 86 f.
  • Michel Valloggia: Remarques sur les noms de la reine Sébek-Ka-Rê Néferou Sébek (= Revue d'Égyptologie. Band 16, 1964). S. 45–53.
Detailfragen
  • Vivienne Gae Callender: Materials from the Reign of Sobeknofru. In: Christopher J. Eyre: Proceedings of the Seventh International Congress of Egyptologists, Cambridge, 3–9 September 1995. Peeters, Leuven 1998, S. 227–236.
  • Vivienne Gae Callender: What Sex Was King Sobekneferu? And What Is Known About Her Reign? In: A Modern Journal of Ancient Egypt. (KMT) Band 9, 1, 1998, S. 45–56.
  • Louise Gestermann: Kontinuität und Wandel in Politik und Verwaltung des frühen Mittleren Reiches in Ägypten. Harrassowitz, Wiesbaden 1987, S. 124, 132 (Bautätigkeit).
  • Ingo Matzker: Die letzten Könige der 12. Dynastie. Lang, Frankfurt a.M./ Bern/ New York 1986, S. 18–20, 40, 50 f., 90, 174 f.
  • Percy E. Newberry: Co-regencies of Ammenemes III, IV and Sebknofru. In: Journal of Egyptian Archaeology. Band 29, 1943, S. 74 f.
  • Thomas Schneider: The Relative Chronology of the Middle Kingdom and the Hyksos Period (Dyns. 12–17). In: Erik Hornung, Rolf Krauss, David A. Warburton (Hrsg.): Ancient Egyptian Chronology (= Handbook of Oriental studies. Section One. The Near and Middle East. Band 83). Brill, Leiden/ Boston 2006, ISBN 978-90-04-11385-5, S. 168–196.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nofrusobek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alan H. Gardiner: The Royal Canon of Turin. Griffith Institute, Oxford 1997, ISBN 0-900416-48-3, Bildtafel 3.
  2. a b Gerald P. Verbrugghe, John M. Wickersham: Berossos and Manetho, introduced and translated. Native traditions in ancient Mesopotamia and Egypt. University of Michigan Press, Ann Arbor (Michigan) 2000, ISBN 0-472-08687-1, S. 138; William Gillian Waddell: Manetho (= The Loeb classical Library. Bd. 350). Reprint 1940. Harvard University Press, Cambridge (Mass.) 2004, ISBN 0-674-99385-3, S. 69.
  3. a b Thierry de Putter: Les inscriptions de Semna et Kumma (Nubie): Niveaux de crues exceptionelles ou d’un lac de retenue artificiel du Moyen Empire? In: Studien zur Altägyptischen Kultur. Band 20, 1993, S. 255–288.
  4. Papyrus UCL 32778
  5. W. M. Flinders Petrie: Hawara, Biahmu, and Arsinoe. Field & Tuer [u.a.], London 1889, Tafel XXVII [12]
  6. George Daressy: Deux grandes statues de Ramsès II d’Héracléopolis. In: Annales du service des antiquités de l’Égypte. Nr. 17, 1917, S. 34.
  7. L. Habachi: Khata'na-Qantir: Importance. In Annales du service des antiquités de l’Égypte Nr. 52, 1952, S. 458-470.
  8. Elisabeth Delange: Catalogue des statues égyptiennes du Moyen Empire 2060–1560 av. J.-C. Édition de la Réunion des Musées Nationaux, Paris 1987, S. 30f.
  9. Joyce Tyldesley: Die Königinnen des Alten Ägypten. Von den frühen Dynastien bis zum Tod Kleopatras. Koehler & Amelang, Leipzig 2008, ISBN 978-3-7338-0358-2, S. 75.
  10. Vivienne Gae Callender: What Sex was King Sobekneferu? And what is known about her Reign? . In: KMT. A Modern Journal of Ancient Egypt. Nr. 9,1, San Francisco 1998, S. 45, 52, 54.
  11. James M. Weinstein: A Statuette of the Princess Sobeknefru at Tell Gezer. In: The Bulletin of the American Schools of Oriental Research. Band 213, 1974, S. 49–57.
  12. Edouard Naville: The shrine of Saft el Henneh and the land of Goshen (1885). Trübner, London 1888, Tafel 9.c.
  13. W. M. Flinders Petrie: Scarabs and Cylinders with Names. School of Archaeology in Egypt, Univ. College, London 1917, Tafel XIV.
  14. A. Almásy: Catalogue of Inscriptions. In: Ulrich Luf: Bi'r Minayh, Report on the Survey 1998-2004. Archaeolingua, Budapest 2011, ISBN 978-963-9911-11-6, S. 174-175


Vorgänger Amt Nachfolger
Amenemhet IV. Königin von Ägypten
12. Dynastie (Ende)
Wegaf oder Sobekhotep II.