Nombre de Dios (Panama)

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9.5838888888889-79.466111111111Koordinaten: 9° 35′ N, 79° 28′ W

Karte: Panama
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Nombre de Dios
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Panama

Nombre de Dios (Spanisch für „Name Gottes“) ist eine Stadt an der Atlantikküste des mittelamerikanischen Staates Panama nahe der Mündung des Río Chagres.

1510 als spanische Kolonie von Diego de Nicuesa gegründet, war Nombre de Dios ein Haupthafen für die spanische Erobererflotte. 1573 plünderte Francis Drake mit einer bunt zusammengewürfelten Mannschaft den spanischen Silberzug in der Nähe der in sumpfiger Gegend gelegenen und nicht zu befestigenden Stadt. Das Metall langte mit Hilfe einer komplexen Transportkette aus kleinen Schiffen und Maultieren in der Stadt an, von wo es nach Spanien verschifft wurde.

Nombre de Dios war im mittelamerikanischen Isthmus der letzte Verschiffungshafen am Atlantik für die Silberzüge der Spanier, die vor allem den Silbererzberg Cerro Rico bei Potosi in Bolivien ausgebeutet hatten. Die Spanier hatten das Metall abgebaut und gewonnen, dann jeweils in jährlichen Zügen zu einem Pazifikhafen transportiert, entlang der Pazifikküste nordwärts gen Panama verschifft und an Land über den Isthmus Panamas transportiert, um von Nombre de Dios aus den letzten Schritt, den Atlantiktransport per Schiff nach Spanien zu machen. Militärlogistisch war Nombre de Dios eine Schwachstelle der kolonialspanischen Infrastruktur zur Silberausbeute, die sich Drake hatte zunutze machen können.

Schon im 17. Jahrhundert wurde der malade Ort zugunsten Puerto Bellos aufgegeben. Er besteht heute wieder als kleine Stadt.

Der Ort und Francis Drakes Sterben sind in dem Werk des von Peter Miller zusammengefassten Tagebuchs des Seemanns Heinrich Hasebeck, Gasparan oder die letzte Fahrt des Francis Drake, beschrieben.