Nona Gaprindaschwili
Nona Gaprindaschwili (georgisch ნონა გაფრინდაშვილი, russisch Но́на Тере́нтьевна Гаприндашви́ли, transkribiert Nona Terentjewna Gaprindaschwili; * 3. Mai 1941 in Sugdidi, Mingrelien, damals Georgische SSR der Sowjetunion) ist eine georgische Schachspielerin. Bis zur Unabhängigkeit Georgiens 1991 startete sie für die UdSSR.
Inhaltsverzeichnis |
Lebenslauf[Bearbeiten]
Als sie fünf Jahre alt war, lernte sie von ihren älteren Brüdern das Schachspiel. Mit 15 wurde sie Champion von Tiflis und Georgien. 19-jährig gewann sie 1961 das Turnier in Vrnjacka Bane; im selben Jahr erlangte sie den Titel eines weiblichen Internationalen Meisters (WIM).
Sie war von 1962 bis 1978 Schachweltmeisterin. Den ersten Titel gewann sie mit einem Wettkampfsieg (+7, -0, =4) gegen Jelisaweta Iwanowna Bykowa. Aufgrund dieses Erfolges erhielt sie 1962 von der FIDE den Titel Internationaler Meister.[1] Sie verteidigte ihren Titel bei der in mehrjährigen Zyklen ausgetragenen Weltmeisterschaft der Frauen in vier Wettkämpfen, dreimal gegen Alla Kuschnir (1965 mit +7, -3, =3, im Jahr 1969 mit +6 -2 =5 und 1972 mit +5 -4 =7), und schließlich 1975 gegen Nana Alexandria mit +8 -3 =1. Erst 1978 verlor sie den Titel mit +2 -4 =9 schließlich gegen Maia Tschiburdanidse.
Als erste Frau errang sie 1978 den Großmeistertitel der Männer, nachdem ihr 1976 die FIDE den Titel Großmeister der Frauen verliehen hatte.[2]
Die höchste ELO-Zahl erreichte sie 1990 mit 2460.
Gaprindaschwili studierte Englisch an der Staatlichen Universität Tiflis. 1975 war sie Abgeordnete im Obersten Sowjet der Georgischen SSR. Sie und Alexandria waren in Georgien so populär, dass nach ihnen sogar Parfümsorten mit „Nana“ und „Nona“ benannt wurden, die in Flacons von der Form von Schachfiguren vertrieben wurden. Nach den Vornamenskürzeln der beiden Spielerinnen und von Weltmeister Tigran Petrosjan heißt auch der Tifliser Schachverein NTN Tbilisi.
Für ihre schachlichen Leistungen erhielt sie 1966 den Lenin-Orden. Von 1989 bis 1996 war Nona Gaprindaschwili Präsidentin des Nationalen Olympischen Komitees von Georgien, wurde 1996 Ehrenpräsidentin des NOKG und 2002 Mitglied im Stadtrat von Tiflis.
Schachturniere[Bearbeiten]
- Nona Gaprindaschwili gewann Turniere in Hastings (1963, 1964) und die Offene Meisterschaft der USA (1977), sowie Turniere in Reggio nell’Emilia (1983) und Wijk aan Zee (1987).
- 1974 errang sie den dritten Platz bei den Dortmunder Schachtagen[3]
- Sie gewann 5 mal die Frauenmeisterschaft der Sowjetunion (1964, 1973, 1981, 1983 und 1985).
- Sie gewann 4 mal die Frauenmeisterschaft Georgiens: 1956, 1959, 1960 und 1961.[4]
- Von 1963 bis 1992 spielte sie 12 mal bei den Schacholympiaden, 11 mal für die Mannschaft der Sowjetunion und zuletzt für Georgien. Sie gewann 11 mal mit ihren Mannschaften die Goldmedaille (zum Beispiel in Valletta 1980, Luzern 1982, Thessaloniki 1984, Dubai 1986 und Manila 1992). Neunmal errang sie Gold in der Einzelwertung.[5]
- Von 1979 bis 1988 nahm sie erfolgreich an den Qualifikationsturnieren zur Weltmeisterschaft teil.
- 1982 gewann sie das Interzonenturnier in Bad Kissingen.[6]
- 1995 wurde sie Seniorenweltmeister der Frauen in Bad Liebenzell.
- 2005 gewann sie ein Meisterturnier in Haarlem.
- 2009 wurde sie in Condino (Italien) zum zweiten Mal Seniorenweltmeisterin.[7]
- 2011 gewann sie die Senioreneuropameisterschaft der Frauen.
Ihre Elo-Zahl beträgt 2312 (Stand: Mai 2013).
Partiebeispiel[Bearbeiten]
Eine ihrer bekanntesten Partien spielte Gaprindaschwili 1974 bei den Dortmunder Schachtagen gegen Rudolf Servaty. Darin kommt das bereits aus der Unsterblichen Partie bekannte Motiv eines doppelten Turmopfers zur Anwendung.
- Gaprindaschwili - Servaty
- 1. e4 c5 2. Sf3 Sc6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 g6 5. c4 Lg7 6. Le3 Sf6 7. Sc3 Sg4 8. Dxg4 Sxd4 9. Dd1 e5 10. Sb5 O-O 11. Le2 Dh4 12. Sxd4 exd4 13. Lxd4 Dxe4 14. Lxg7 Dxg2 15. Dd4 Dxh1+ 16. Kd2 Dxa1 17. Df6 1-0 Schwarz gab auf, weil er gegen die Drohung Lh6 nebst Dg7 matt keine ausreichende Verteidigung hat.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Willy Iclicki: FIDE Golden book 1924-2002. Euroadria, Slovenia, 2002, S. 90
- ↑ Willy Iclicki: FIDE Golden book 1924-2002, Euroadria, Slovenia, 2002, S. 76 und 77 (gesamte Historie der FIDE bis einschließlich 2001, anläßlich der Schacholympiade 2002, mit Unterstützung des FIDE-Präsidenten Kirsan Iljumschinow herausgegeben)
- ↑ Dortmunder Schachtage 1974 vom 3. bis 14. Mai im Dortmunder Westfalenpark
- ↑ Georgian Ch. Women's Winner, Georgian Chess Federation
- ↑ Nona Gaprindashvili auf olimpbase (englisch)
- ↑ Barbara Hund: Mein Weg zum Erfolg. Walter Rau Verlag, 1983, S. 143, ISBN 3-7919-0216-4
- ↑ 19. Senioren Schachweltmeisterschaft 2009 in Condino / Italien
Weblinks[Bearbeiten]
- Nona Gaprindaschwili beim Weltschachbund FIDE (englisch)
- Schachpartien Nona Gaprindaschwilis auf 365Chess.com (englisch)
- Adolvio Capece: Interview with Nona Gaprindashvili, Schachclub Rijeka, 22. November 2011 (englisch)
Vera Menchik | Ljudmila Rudenko | Jelisaweta Bykowa | Olga Rubzowa | Nona Gaprindaschwili | Maia Tschiburdanidse | Xie Jun | Zsuzsa Polgár | Zhu Chen | Antoaneta Stefanowa | Xu Yuhua | Alexandra Kostenjuk | Hou Yifan | Anna Uschenina
Arachamia-Grant | Aroschidse | Arutinian | Asmaiparaschwili | Bagaturow | Dgebuadze | Dsagnidse | Dschandschgawa | Dschobawa | Dschodschua | Efimov | Gagunaschwili | N. Gaprindaschwili | W. Gaprindaschwili | Gelaschwili | G. Giorgadse | T. Giorgadse | Isoria | Katscheischwili | Kekelidse | Margwelaschwili | Mtschedlischwili | Paichadse | Panzulaia | Sanikidse | Schanawa | Schengelia | Sturua | Tschiburdanidse | Ubilava | Zaichik
Verstorbene Großmeister
Gurgenidse
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gaprindaschwili, Nona |
| ALTERNATIVNAMEN | Gaprindashvili, Nona (FIDE); გაფრინდაშვილი, ნონა (georgisch); Гаприндашвили, Нона Терентьевна (russisch); Gaprindaschwili, Nona Terentjewna (vollständiger Name); Gapʻrindašvili, Nona |
| KURZBESCHREIBUNG | georgische Schachspielerin |
| GEBURTSDATUM | 3. Mai 1941 |
| GEBURTSORT | Sugdidi, Georgische Sozialistische Sowjetrepublik, Sowjetunion |