Noor Inayat Khan

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Noor Inayat Khan, Codename: Madeleine, 1943

Noor Inayat Khan (* 1. Januar 1914 in Moskau; † 13. September 1944 im KZ Dachau; eigentlich Noor-un-Nisa Inayat Khan) war eine britische Widerstandskämpferin während des 2. Weltkriegs und Agentin der Special Operations Executive.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Khan wurde 1914 als ältestes von vier Kindern des indischen Sufi-Muslims Hazrat Inayat Khan und seiner amerikanischen Frau Ora Meena Ray Baker Noor geboren. Khan war aufgrund ihrer Abstammung eine Sufi-Prinzessin. Einer ihrer Vorfahren war Tipu Sultan, das Oberhaupt des Königreiches Mysore. Kurz nach Khans Geburt zog die Familie am Beginn des 1. Weltkriegs nach London und kehrte erst 1920 nach Paris zurück. Khan studierte Musik bei Nadia Boulanger und veröffentlichte das Buch Twenty Jakata Tales. 1940 verließ die Familie Paris wieder und Khan wurde zusammen mit ihrem Bruder Pir vom MI6 rekrutiert. Pir arbeitete auf einem Minensuchboot, Noor wurde zur Funkerin ausgebildet. Im Juni 1943 ging sie unter dem Decknamen Madeleine (Krankenschwester) zusammen mit Diana Rowden (Paulette/Kaplan) und Cecile Lefort (Alice/Lehrerin) nach Paris. Dort nahm sie Kontakt zum Prosper Network auf, das von Francis Suttill (Codename Prosper) geleitet wurde. In den folgenden Monaten wurde mehrere Funker des Netzwerkes vom Sicherheitsdienst verhaftet. Khan beschloss trotz der großen Gefahr zu bleiben und weiterhin Nachrichten nach London zu übermitteln. Khan wurde im Oktober 1943 verhaftet, nachdem sie wahrscheinlich von den mutmaßlichen Doppelagenten Henri Dericourt und Renée Garry verraten worden war. Khan wurde in das Pariser Hauptquartier der Gestapo gebracht und dort einen Monat lang verhört. Während dieser Zeit unternahm Khan zwei Fluchtversuche. Khan schwieg beharrlich in den Verhören und gab nichts preis. Allerdings fand die Gestapo Notizbücher, die Khan entgegen den Sicherheitsrichtlinien geführt hatte und die die gesendeten und empfangenen Nachrichten enthielten. Die deutsche Gegenspionage bekam dadurch die Möglichkeit, den Austausch mit London an Khans Stelle fortzuführen durch ein sogenanntes Funkspiel. Um die auftretenden Unregelmäßigkeiten in der Kommunikation mit Krankenschwester genau zu untersuchen, sandte MI6 drei weitere Agenten, die alle von der deutschen Gegenspionage verhaftet wurden. Khan wurde nach Deutschland im Rahmen des Nacht-und-Nebel-Erlasses überführt und dort in Pforzheim in Einzelhaft untergebracht. Khan wurde weitere 10 Monate verhört, blieb aber standhaft und verriet nichts, angeblich nicht einmal ihren Namen. Dann wurde sie in das Konzentrationslager Dachau deportiert, wo sie im September 1944 beim Krematorium mit drei weiteren Agentinnen des Special Operations Executive ermordet wurde.[1]

Khan wurde 1949 posthum das Georgs-Kreuz verliehen. Außerdem erhielt sie das Croix de Guerre. Ihre Geschichte wurde bekannt durch ihre Biographie Madeleine von Jean Overton Fuller, die 1952 erschien und ein Bestseller wurde.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Eigene Veröffentlichung

  • Twenty Jātaka Tales, London: G. G. Harrap, 1939. (Stories selected from the Gâtakamâlâ by Âyre Sûra, translated from the Sanskrit, and Jātaka, translated from the Pali. Retold by Noor Inayat and pictured by H. Willebeek Le Mair. 137 pp.: 25 plates (some col.); 23 cm.)
    Reprints:

Übersetzungen:

  • Deutsch:

[Bearbeiten] Literatur über Noor Inayat Khan

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Noor Inayat Khan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Comite Internationale de Dachau; Barbara Distel, KZ Gedenkstätte Dachau (Hrsg.): Konzentrationslager Dachau 1933 bis 1945 - Text- und Bilddokumente zur Ausstellung, München 2005, S.188.
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