Norbert Grob

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Norbert Grob (* 1949 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Film- und Medienwissenschaftler, Autor, Essayist und Filmkritiker.

Leben[Bearbeiten]

Norbert Grob studierte ab 1971 an der Freien Universität Berlin Germanistik, Philosophie und Politologie. 1980 schloss er sein Studium mit dem Ersten Staatsexamen ab. Von 1980 bis 1982 gab er zusammen mit Jochen Brunow, Antje Goldau und Norbert Jochum die Filmzeitschrift Filme – Altes und Neues vom Kino heraus, von der insgesamt 13 Ausgaben erschienen sind. 1984 promovierte er in Berlin über Die Formen des filmischen Blicks. Erzählperspektiven in den Filmen von Wim Wenders und arbeitete anschließend sechs Jahre lang als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Theaterwissenschaft der FU Berlin. 1997 habilitierte er sich in Marburg mit einer Arbeit über Die besondere Rede des Kinos. Gleichzeitig war er Dozent an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin und der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Mitte der 1990er Jahre kuratierte er für die Stiftung Deutsche Kinemathek das filmhistorische Projekt Das Jahr 1945 und das Kino. Seit 2003 ist er Professor für Mediendramaturgie und Leiter dieses Faches an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Werk[Bearbeiten]

Ab 1976 veröffentlichte er Texte, Essays, Kritiken, Porträts für zahlreiche Zeitschriften und Zeitungen, u.a. für Die Zeit und den Kölner Stadt-Anzeiger, für epd-Film und Filmbulletin. Als Autor und Herausgeber publizierte er mehrere filmhistorische Bücher, u.a. die erste umfassende Fritz Lang-Biographie[1] in deutscher Sprache. Darüber hinaus konzipierte er über zwanzig filmische Essays für das Fernsehen des WDR in Köln, u.a. über Alfred Hitchcock, Gerd Oswald, Elem Klimow, Robert Siodmak, Rudolf Thome, André Téchiné, Hou Hsiao-Hsien, Samuel Fuller und Otto Preminger, über den Film noir und Künstliche Menschen im Film.

Als Autor[Bearbeiten]

  • 1984: Wenders: Die frühen Filme. München: Filmland-Presse (Edition Filme, 2). ISBN 9783886900619
  • 1991: Wenders. Berlin: Wissenschaftsverlag Volker Spiess (Edition Filme, 79). ISBN 9783891661307
  • 2002: Zwischen Licht und Schatten: Essays zum Kino. St. Augustin: Gardez! (Filmstudien, 20). ISBN 9783897960350
  • 2003: Im Kino gewesen: Kritiken zum Film (1976-2001). St. Augustin: Gardez! (Filmstudien, 32). ISBN 9783897960367
  • 2006: Just be natural!: 57 Notate zur Schauspielkunst. Remscheid: Gardez! (Filmstudien, 51). ISBN 9783897961760
  • 2013: Vom Gesicht der Welt: Essays zur Filmgeschichte. Baden-Baden: Nomos (Filmstudien, 66). ISBN 9783848707751
  • 2014: Fritz Lang: " Ich bin ein Augenmensch". Berlin: Propyläen. ISBN 9783549074237
  • 2015: Drei Meister in Hollywood: Erich von Stroheim – William Wyler – Otto Preminger. Berlin: Bertz + Fischer (Deep Focus, 21). ISBN 9783865053244

Als Autor und Herausgeber (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1983: Rudolf Thome. Zusammen mit Michael Esser und Karlheinz Oplustil. Berlin: Freunde der Deutschen Kinemathek (Kinemathek, Jg. 20, Heft 66).
  • 1984: Fuller. Zusammen mit Ulrich von Berg. München: Filmland-Presse (Edition Filme, 1). ISBN 9783886900602
  • 1989: Ray. Zusammen mit Manuela Reichart und Heiner Gassen. Berlin: Wissenschaftsverlag Volker Spiess (Edition Filme, 5). ISBN 9783891660720
  • 1990: Die Macht der Filmkritik: Positionen und Kontroversen. Zusammen mit Karl Prümm. München: Edition Text + Kritik (Literatur und andere Künste, 6). ISBN 9783883773537
  • 1992: Das Dunkle zwischen den Bildern: Essays, Porträts, Kritiken. Zusammen mit Helma Sanders-Brahms. Frankfurt am Main: Verlag der Autoren (Filmbibliothek). ISBN 9783886611324
  • 1994: Erich von Stroheim. Zusammen mit Wolfgang Jacobsen und Helga Belach. Berlin: Argon. ISBN 9783870242633
  • 1995: Das Jahr 1945 und das Kino. Zusammen mit Hans Helmut Prinzler und Helma Sanders-Brahms. Berlin: Berliner Festspiele in Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutsche Kinemathek.
  • 1996: William Wyler. Zusammen mit Wolfgang Jacobsen und Helga Belach. Berlin: Argon. ISBN 9783870243432
  • 1999: Otto Preminger. Zusammen mit Rolf Aurich und Wolfgang Jacobsen. Berlin: Jovis. ISBN 9783931321598
  • 2000: Ladies, Vamps, Companions: Schauspielerinnen im Kino. Zusammen mit Susanne Marschall. St. Augustin: Gardez! (Filmstudien, 66). ISBN 9783897960305
  • 2003: Filmgenres: Western. Zusammen mit Bernd Kiefer. Stuttgart: Reclam (Universal-Bibliothek, 18402). ISBN 9783150184028
  • 2003: Diesseits der "Dämonischen Leinwand": neue Perspektiven auf das späte Weimarer Kino. Zusammen mit Thomas Koebner und Bernd Kiefer. ISBN 9783883777320
  • 2006: Nouvelle Vague. Zusammen mit Bernd Kiefer, Thomas Klein und Marcus Stiglegger. Mainz: Bender (Genres & Stile, 1). ISBN 9783936497120
  • 2006: Road Movies. Zusammen mit Thomas Klein. Mainz: Bender (Genres & Stile, 2). ISBN 9783936497113
  • 2008: Filmgenres: Film noir. Stuttgart: Reclam (Universal-Bibliothek, 18552). ISBN 9783150185520
  • 2009: Kino des Minimalismus. Zusammen mit Bernd Kiefer, Roman Mauer und Josef Rauscher. Mainz: Bender (Genres & Stile, 3). ISBN 9783936497151
  • 2011: Mythos der Pate: Francis Ford Coppolas Godfather-Trilogie und der Gangsterfilm. Zusammen mit Bernd Kiefer und Ivo Ritzer. Berlin: Bertz + Fischer (Deep Focus, 10). ISBN 9783865053114
  • 2012: Stilepochen des Films: Neuer Deutscher Film. Zusammen mit Hans Helmut Prinzler und Eric Rentschler. Stuttgart: Reclam (Universal-Bibliothek, 19015). ISBN 9783150190166
  • 2013: Stilepochen des Films: Classical Hollywood. Zusammen mit Elisabeth Bronfen. Stuttgart: Reclam (Universal-Bibliothek, 19016). ISBN 9783150190159

Als Autor und Regisseur (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1984, 4.3.: Alfred Hitchcock und James Stewart. ARD (30 Min.)
  • 1984, 11.11.: Fürs Kino geboren. Robert De Niro. ARD (15 Min.)
  • 1985, 29.1.: Walter Hill und seine Filme. WDR (29 Min.)
  • 1986, 27.7.: Ein Amerikaner in Paris. ARD (30 Min.)
  • 1987, 5.4.: „Wer keine Erinnerung hat, der hat auch kein Leben.“ Die Film-Gleichnisse des Elem Klimow. ARD (29 Min.)
  • 1988, 5.6.: Engelsgesicht. Die Schwarze Serie. ARD (19 Min.)
  • 1988, 15.9.: Gerd Oswald. Hollywood-Professional der späten Stunde. WDR (58 Min.)
  • 1989, 8.10.: Kunst ist niemals die ganze Geschichte. THE MODERNS von Alan Rudolph. ARD (10 Min.)
  • 1991, 6.10.: Bis ans Ende der Welt. Die Filme des Wim Wenders. ARD (24 Min.)
  • 1992, 5.1.: Liebe auf den ersten Blick. Das Kino des Rudolf Thome. ARD (21 Min.)
  • 1992, 12.7.: Eine Stadt der Traurigkeit. Die Filme des Hou Hsiao-hsien. ARD (15 Min.)
  • 1997, 10.4.: „Jeder Charakter hat seine eigene Welt“. Das Kino des André Téchiné. WDR
  • 1998, 16.2.: Alle Tage ist kein Sonntag. Robert Siodmak und seine Filme. WDR (29 Min.)
  • 1999, 11.2.: Liebe ist stärker als Leben. Fünf Kapitel zu Otto Preminger. WDR (29 Min.)
  • 2000, 29.2.: Cyborgs, Monster, Replikanten. Künstliche Menschen im Film. WDR (20 Min.)
  • 2005, 9.11.: Gewalt und Düsternis im Film noir. Geschichten aus einem anderen Amerika. WDR
  • 2006: Evas aufreizende Töchter – von Marlene bis Scarlett. WDR (20 Min.)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Norbert Grob, einer der besten Kenner von Fritz Langs Leben und Werk, legt die erste umfassende Biographie des Filmgenies vor." Pressetext der Ullstein Buchverlage

Weblinks[Bearbeiten]