Norbert Kühne

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Norbert Kühne (2013)

Norbert Valentin Kühne (* 1941 in Groß Ottersleben bei Magdeburg) ist ein deutscher Schriftsteller und Publizist. Kühne schreibt Gedichte, Romane und Sach- sowie Lehrbücher und entwickelt Wortbilder. Für seine literarischen Werke nutzt Kühne meist das Pseudonym Ossip Ottersleben.

Leben[Bearbeiten]

Kühne wuchs in Radheim (heute Schaafheim) bei Darmstadt, später in Schloßborn (Taunus) auf, machte in Königstein im Taunus Abitur (Taunusgymnasium), studierte katholische Theologie, Philosophie, Psychologie und Orientalistik in Frankfurt (Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen), Mainz und Würzburg. 1969 schloss er das Studium mit dem Diplom in Psychologie ab (Würzburg). Danach arbeitete er drei Jahre in Traunreut in der Erwachsenenbildung. Von 1973 an unterrichtete er etwa 30 Jahre Psychologie und Pädagogik bzw. Erziehungswissenschaften am Hans-Böckler-Berufskolleg Marl/Haltern, wo er auch Abteilungsleiter der sozialpädagogischen Abteilung war. Er wirkte in Lehrplankommissionen des Kultusministers in Nordrhein-Westfalen in den Bereichen Pädagogik und Erziehungswissenschaften mit. In den letzten Jahren seiner Tätigkeit baute er die Beratungsstelle zur Schullaufbahnberatung des Berufskollegs Marl/Haltern auf. Zur Zeit arbeitet er als Autor und Publizist sowie in einer Initiative für evangelische Erwachsenenbildung.

Wirken als Autor[Bearbeiten]

Von Anfang seiner Publikationstätigkeit an veröffentlichte er Gedichte und Kurzprosa in vielen Zeitschriften der alternativen Szene der 1970er und 1980er Jahre wie etwa das pult (Herausgeber: Klaus Sandler), Die Horen (Morawietz), Engramme usw. aber auch für sozialwissenschaftliche Zeitschriften wie päd extra (Frankfurt), Psychologie Heute (Weinheim) usw. Für seinen Roman „Der Mord am Bürgermeister“ (Literarischer Verlag H. Braun, Leverkusen, 1977) erhielt er den Literaturpreis von St. Pölten (Österreich). In der Kinderbuch-Reihe des Rowohlt-Verlags (Rotfuchs) erschienen mehrere literarische Texte. In den 1970er und 1980er Jahren organisierte er literarische Aktionen u. a. mit Werner Streletz in der Region Recklinghausen-Münster.

In Japan publizierte er zusammen mit Professor Sho Hayashi von der Universität Fukui vier Bücher für Germanistik-Studenten und Studierende, die Deutsch als Fremdsprache gewählt hatten. Prof. Hayashi übersetzt zusammen mit Paulus Kaufmann das Hauptwerk des bekannten Völkerkundlers Tanigawa Ken’ichi ins Deutsche: Über das Jenseits – Wohin die Seele der Japaner strebt.

In den letzten Jahren publizierte Kühne vor allem Sachbücher und Lehrbücher zur Sprachpsychologie, Psychologie, Sozialpädagogik und Pädagogik. Er veröffentlichte regelmäßig in der Zeitschrift klein&groß.

Von September 1988 bis Juli 1990 war Kühne Sprecher des Bezirks Dortmund des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) und organisierte in dieser Zeit den Kulturaustausch mit dem Schriftstellerverband in Krakau (Polen).

Kühne ist Mitglied der Autorengruppe TRAM in Recklinghausen[1] sowie Gründungs- und Vorstandsmitglied des Vereins für Kultur und Lebenshilfe e. V. (Bitterfeld).

Kritik[Bearbeiten]

Der Lyriker Karl Krolow nennt Kühnes Gedichte „Glaslandschaften poetischer Romanität“ und weist damit auf die poetische Orientierung des Autors hin.

In der Laudatio der Jury der Vestischen Eule 2013 heißt es zu dem Text von Kühne (Sprache ist die Haut der Poesie): „Poesie wird oft mit Zauber verbunden. Ein poetischer Zauber liegt für die Jury auch in diesem Text.“

Preise/Auszeichnungen[Bearbeiten]

Vestische Literatur-Eule
  • 1976 Kulturpreis der Stadt St. Pölten für das Romanmanuskript: Der Mord am Bürgermeister (publiziert 1977; Literarischer Verlag Helmut Braun, Köln)
  • 1978 Stipendium des Kultusministers von Nordrhein-Westfalen
  • 1992 Bruno-Schuler-Sonderpreis für Kinderrheumatologie, zur 25. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie in Nürnberg am 1. Dezember 1992 für das Manuskript: Und komme nirgendwo an (Biografie einer behinderten jungen Frau)
  • 2013 "Vestische Literatur-Eule" - Verliehen durch die Neue Literarische Gesellschaft Recklinghausen e.V.

Bibliographie[Bearbeiten]

Belletristik (unter dem Pseudonym Ossip Ottersleben)
  • Der Mord am Bürgermeister. Heimatroman. Lit. Verlag H. Braun, Köln 1977, ISBN 3-88097-060-2
  • Reisebilder. Gedichte. Edition Roetzer Extra, Eisenstadt (Österreich), 1979
  • (Herausgeber) Das LiLa-Lesebuch. Texte marler Autoren. Datteln 1981
  • (Herausgeber) Wer früh stirbt ist länger tot. Texte zur Friedensbewegung. Das Pult 64/1982. St. Pölten (Österreich)
  • Leben in der Leberwurst – Nachrichten von Beck. Edition Maioli, Wien 1983
  • (Herausgeber) Thema Lyrik – 15 Jahre DAS PULT. Das Pult 68/1983. St. Pölten (Österreich)
  • (Herausgeber mit Peter Hoffmann) Auf dem Weg zu mir – Gesunde, Kranke, Behinderte, Außenseiter. Bitterfeld 1995
  • (Herausgeber mit Peter Hoffmann) Ich bremse auch für Wessis. Bitterfeld 1996
  • (Herausgeber mit Peter Hoffmann) Farbmischung. Zörbig 1998
  • Norbert Kühne, Irena Bohensky, Leon Dries, Susi Kusi, Ossip Ottersleben: Ein böses Knie ist besser als ein böses Maul, Schmuddelpoesie für Anfänger – mit Übungen. Bitterfeld 2000
  • ungesungene zeit – herbste mit dackel in sinsen. Leipzig 2007
  • (Herausgeber) mit Mona Jüntgen (und Autor): Total verknallt, Edition Haltern am See, Haltern 2011
Publikationen in Japan
  • Ossip Ottersleben, Sho Hayashi: Die kesse Familie Korte. Dogakusha-Verlag, Tokio 1990
  • Ossip Ottersleben, Sho Hayashi: Die häßliche Seite Deutschlands I. Dogakusha-Verlag, Tokio 1993
  • Ossip Ottersleben, Sho Hayashi: Typisch Deutsch? Ikubundo-Verlag, Tokio 1995
  • Ossip Ottersleben, Sho Hayashi, Peter Hoffmann: Neue deutsche Skandale in Karikaturen. Dogakusha-Verlag, Tokio 1996
Sachbücher (in Deutschland, Dänemark, Österreich und der Schweiz)
  • Neue Psychologie. Edition 2000, Gießen 1973
  • (Herausgeber) Wir arbeiten mit Jugendlichen. Edition 2000, Gießen 1974
  • Psychologie für Fachschulen und Fachoberschulen. Stam-Verlag, Köln 1979 (5. Auflage 1993)
  • Rollenspiele. Spielekartei. Verlag gruppenpädagogischer Literatur, Usingen 1979
  • Rollenspiele für das Schulalter. Verlag gruppenpädagogischer Literatur, Usingen 1982
  • Tyske Rollespil. Horsens (Dänemark) 1983
  • (zusammen mit H. Harder-Kühne, H. Pohl) Pädagogik für Fachschulen. Stam-Verlag, Köln 1997
  • 30 Kilo Fieber – die Poesie der Kinder. Zürich 1997
  • (Herausgeber und Autor) Praxisbuch Pädagogik. Beobachten Planen Erziehen. Stam-Verlag, Köln 2000
  • (Herausgeber und Autor) Erziehungslehre für Kinderpflegerinnen. Stam-Verlag, Köln 2000
  • (Herausgeber und Autor) Pädagogik-Unterricht an berufsbildenden Schulen, in Pädagogik Unterricht 2-3/2000
  • (Herausgeber und Autor): Materialien zu pädagogischen Handlungstheorien für den EW-Unterricht an berufsbildenden Schulen und Gymnasien. 2000
  • (Herausgeber und Autor) Pädagogische Praxis. Erziehung beschreiben und verändern. Bildungsverlag Eins, 2002
  • (Herausgeber und Autor) Pädagogische Praxis. Konflikte lösen. Bildungsverlag Eins, 2002
  • Wie Kinder Sprache lernen. Wissenschaftliche Buchgesellschaft und Primus Verlag, Darmstadt 2003
  • Pädagogische Praxis. Sprache fördern. Bildungsverlag Eins, Troisdorf 2004
  • (Herausgeber und Autor) FAQ Erziehen und Fördern. Bildungsverlag Eins, Troisdorf 2004
  • (Herausgeber und Autor) Praxisbuch Sozialpädagogik. Arbeitsmaterialien und Methodenbuch. Troisdorf 2005–2010 (8 Bände)
  • (Herausgeber und Autor) Individuelles Lernen wird an Bedeutung gewinnen. 100 Jahre Hans-Böckler-Berufskolleg. Marl 2006
  • Basiswissen Psychologie. Troisdorf 2009
  • (zusammen mit Yvonne Wagner) Basiswissen Erziehung. Troisdorf 2009
  • (Herausgeber und Autor) Praxisheft Sozialpädagogik: „Die Qualität in der Arbeit mit Kindern“, Troisdorf 2009, (ISBN 978-3-427-40505-4)
  • (Herausgeber und Autor) Praxisheft Sozialpädagogik: „Sprach- und Leseförderung“, Troisdorf 2009, (ISBN 978-3-427-40508-5)
  • (als Herausgeber) Geschichten klingen lassen, Reihe Praxisheft Sozialpädagogik, Bildungsverlag EINS, Troisdorf, 2009
  • (als Herausgeber) Kreatives Gestalten, Reihe Praxisheft Sozialpädagogik, Bildungsverlag EINS, Troisdorf, 2009
  • (als Herausgeber) Gelungene Bewältigung der ersten Berufsjahre, Reihe Praxisheft Sozialpädagogik, Bildungsverlag EINS, Troisdorf, 2009
  • (als Herausgeber) Mathematik in Tageseinrichtungen für Kinder, Reihe Praxisheft Sozialpädagogik, Bildungsverlag EINS, Troisdorf, 2009
  • Aspekte und Probleme früher Entwicklung und Erziehung; Sprachgestaltung - Sprache in Therapie und Erziehung. In: Unterrichtsmaterialien Pädagogik-Psychologie (Nr. 694), Stark Verlag, Hallbergmoos 2012
CD

Sekundärliteratur[Bearbeiten]

  • Literaturatlas NRW – ein Adressbuch der Literaturszene. Volksblatt Verlag, 1992
  • H. Kruschinski: Vom Namen emanzipieren. Norbert Kühne alias O. Ottersleben, in: Westfalenspiegel 1993, Heft 3.
  • Westfälisches Autorenlexikon 1900–1950. Ferdinand Schöningh Verlag. 2002
  • Kürschners Deutscher Literatur-Kalender
  • Kürschners Deutscher Sachbuch-Kalender

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. die tram – Recklinghausen