Norbert Kröcher

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Norbert Kröcher, Spitzname Knofo (* 14. Juli 1950) ist ein ehemaliges Mitglied der Stadtguerillagruppe Bewegung 2. Juni. Er hatte auch Verbindungen zur zweiten Generation der RAF. Er war mit Gabriele Kröcher-Tiedemann, einer ehemaligen deutschen Terroristin, verheiratet.

Leben[Bearbeiten]

Norbert Kröcher war Mitbegründer der Bewegung 2. Juni und hat in den 1970er Jahren an einer Reihe von Banküberfällen teilgenommen. Er hatte sich in Stockholm niedergelassen und in die linksradikale Szene integriert. Als Reaktion auf die gescheiterte Geiselnahme am 24. April 1975 der RAF in der westdeutschen Botschaft in Stockholm und die schnelle Auslieferung der überlebenden Mitglieder des „Kommandos Holger Meins“ an Deutschland plante Kröcher die Freipressung von acht in Deutschland inhaftierten Terroristen. Bei der so genannten Operation Leo sollte Anna-Greta Leijon, die als Einwanderungsministerin für die schnelle Auslieferung verantwortlich war, entführt werden. Die Tat scheiterte jedoch daran, dass die Ermittlungsbehörden Kenntnisse über diesen Plan erlangten. Am 31. März 1977 wurde Kröcher in Stockholm verhaftet. Einige Tage später wurde er mit Manfred Adomeit an die Bundesrepublik Deutschland ausgeliefert und später als Terrorist verurteilt. Er kam 1985 frei.

Werke[Bearbeiten]

  • Zweihundert Gramm Staat, Schock Edition (4), EdK/Distillery, Berlin 2013, ISBN 978-3-941330-33-7
  • "… warum mir die Linke" – Knieschüsse oder: Die Kritik als Waffe. Verlag Edition AV, Lich/Hessen 2012, ISBN 978-3-86841-080-8

Literatur[Bearbeiten]

  • Dan Hansén & Jens Nordqvist: Kommando Holger Meins: dramat på västtyska ambassaden och Operation Leo. Ordfront, Stockholm 2005, ISBN 91-7037-092-3.

Film[Bearbeiten]

  • Operation Leo (1981), Schwedischer Spielfilm - 1 hr. 31 min, Regie: Hans Hederberg

Weblinks[Bearbeiten]