Norbert Müller-Everling

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Norbert Müller-Everling (* 27. März 1953 in Bensheim) ist ein bildender Künstler und Vertreter der Konkreten Kunst.

Leben[Bearbeiten]

Müller-Everling wuchs in Wattenscheid auf. Von 1973 bis 1979 studierte er bei Erwin Heerich an der Kunstakademie Düsseldorf, es schloss sich ein Philosophiestudium in Aachen an. Ab 1982 lebte er als freischaffender Bildhauer. Von 1987 bis 1992 hatte er ein Atelier im Kunstzentrum Wachsfabrik in Köln. Von 1986 bis 1990 arbeitete er in der Performance Lila mit Markus Stockhausen zusammen. Inzwischen lebt er in Altenkirchen (Westerwald) und arbeitet als Kunstlehrer im Westerwald Gymnasium.

Werk[Bearbeiten]

Norbert Müller-Everling, Steg durch das Kasino, Verteidigungsministerium Bonn, 1997
Norbert Müller-Everling, o.T., 2007, Paraffin und Wachspigmente
Norbert Müller-Everling, o.T., 2010, Paraffin

Zunächst arbeitete Müller-Everling an Skulpturen und Reliefs, die stark von der Formensprache der Geometrie ausgingen und die auch im öffentlichen Raum realisiert wurden.

Seit 1995 steht vor allem das Material Wachs im Mittelpunkt seines Interesses. Müller-Everlings seitdem entstandene Wandarbeiten sind monochrom durchgefärbte Paraffinplatten, die von intensiver Farbigkeit sind und konkav gekrümmt sind. Das Wachs in seiner Eigenschaft als transparentes Material lässt in den dünner werdenden Mittelzonen der plastischen Arbeiten ein verstärktes Durchscheinen des Lichtes zu. Das Licht ist das zentrale Ereignis der Wachsarbeiten. Nicht in seiner beleuchtenden Funktion, sondern als dem Bildkörper innewohnende Qualität. Spürbar anwesend in den dünnen wie auch in den massiveren Partien wird es durch deren Polarität noch gesteigert. Die gedachte Fortsetzung der Objekte über die seitlichen Ränder hinaus erzeugt einen imaginären, zylindrischen Innenraum, in den der Betrachter einbezogen ist. Mit anschaulicher Sensibilität und reduzierter Formensprache führt Müller-Everling seine Wachsarbeiten zu einer einfühlsamen Einheit von Form, Material und Licht.

Seit 2007 schließt sich in Müller-Everlings Werk eine weitere Phase der Wachsarbeiten an. Es sind nun gelbliche Streifen oder Felder in die Vorder- und Rückseiten von ungefärbten Paraffinplatten eingelassen. Es ergibt sich ein Wechselspiel von klaren und diffusen Formen im Spannungsfeld der Stille der weißen Fläche.

Arbeiten im öffentlichen Raum[Bearbeiten]

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1982 - Barockfabrik, Aachen
  • 1985 - Galerie "monochrom", Aachen
  • 1988 - Wachsfabrik, Köln
  • 1989 - Innenministerium, Bonn
  • 1991 - Aine Art Museum Tornio in Finnland
  • 1995 - Kunstverein Gummersbach
  • 1997 - Universitätsclub, Bonn
  • 2000 - Stadtmuseum Siegburg
  • 2002 - Krypta der Kreuzkirche, Bonn
  • 2008 - kunst & kommunikation, Bochum

Literatur[Bearbeiten]

  • Landpartie - Ausstellungskatalog zur Gesamtausstellung des Westdeutschen Künstlerbundes, 2010
  • Die krumme Wahrheit des Raumes - Ausstellungskatalog Kunstbüroberlin, Bremen, Hachmannedition, 2007
  • Europa Konkret Reduktiv - Ausstellungskatalog Museum Modern Art Hünfeld, 2002, Hrsg. Jürgen Blum
  • Logik + Poesie - Dokumentation zu einem Kolloquium im Forum Konkrete Kunst Erfurt, 2001
  • Im Studium bei Erwin Heerich 1961-1987 - Buchhandlung Walther König, Köln, 2000
  • Norbert Müller- Everling, Diaphainon - Ausstellungskatalog, Hrsg. Gert Fischer, darin: Pohlmann, Andreas: Diaphainon - Zu den Wandarbeiten aus Wachs von Norbert Müller-Everling - Katalog Stadtmuseum Siegburg 2000
  • Kunst und Bau NRW - Ministerium f. Bauen und Wohnen, Düsseldorf, 1998
  • Johannes Peter Hölzinger: “Synthese des Arts” - Die Verbindung von Kunst u. Architektur bei den Regierungsbauten auf der Hardthöhe in Bonn. Edition Axel Menges, Stuttgart/London, 1998, ISBN 3-932565-09-6
  • Ingeborg Flagge (Hrsg.): Eine Architektur für die Sinne: Busmann & Haberer. Verlag Ernst & Sohn, 1996, ISBN 3-433-02658-0
  • Norbert Müller- Everling: Ausstellungskatalog, Galerie am Tiergarten, Hannover, 1993

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]