Nord-Krim-Kanal

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Schild mit Beschreibung des Kanals
Verlauf des Nord-Krim-Kanals
Der Kanal an der Landenge von Perekop

Der Nord-Krim-Kanal (ukrainisch Північно-Кримський канал; russisch Северо-Крымский канал) ist ein 402,6 km langer Kanal im Süden der Ukraine und dient zur Bewässerung der Krim. [1]

Verlauf[Bearbeiten]

Der Nord-Krim-Kanal beginnt bei Nowa Kachowka in der Oblast Cherson am zum Kachowkaer Stausee angestauten Dnepr, verläuft danach durch den Süden der Oblast Cherson und über die Landenge von Perekop, anschließend durch den Norden der Krim über Sowjetskyj bis nach Kertsch im Osten der Halbinsel.

Technische Daten[Bearbeiten]

Der Nord-Krim-Kanal ist 402,6 km lang, seine maximale Tiefe beträgt bis zu 6 Meter und seine durchschnittliche Breite liegt bei 10 bis 15 Meter.[2] Das Gesamtnetz des Kanalsystems hat eine Länge von 1500 km [3] und ist das größte und komplexeste Bewässerungssystem in Europa. Der Kanal hat eine maximale Kapazität von 380 m³/Sekunde und leitet jedes Jahr über 1,2 Mrd. m³ Wasser vom Dnepr auf die Krim.

Nutzung[Bearbeiten]

Die der Krim zugeführte Wassermenge deckt 85% des gesamten Wasserverbrauchs der dortigen Bevölkerung.[4] Durch den Bau des Kanals konnten über 270.000 Hektar der – aufgrund geringer Niederschläge – bis dahin wasserarmen Steppe bewässert werden.[3]

Im Landesinnern der Krim wird die Wasserversorgung durch den Kanal von Krasnohwardijske übernommen, der bei Dschankoj abzweigt und Wasser in den Westen der Halbinsel leitet.[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Sowjetische Briefmarke von 1951 mit dem geplanten Schema des Kanalsystems

Der Bau des Kanals begann im Jahr 1961. 1963 führte er bereits Wasser bis nach Krasnoperekopsk im Norden und 1965 bis zur Stadt Dschankoj im Zentrum der Krim. 1971 wurde die Stadt Kertsch erreicht und im Dezember 1976 wurde der Kanal offiziell in Betrieb genommen. [6][7]

Nach der Annexion der Krim durch Russland im März 2014, haben die neuen lokalen Behörden keine Vereinbarung mit der staatlichen Agentur für Wasserressourcen der Ukraine [Anmerkung 1] getroffen, Schulden bez. Wasserpumpen (etwa 1,5 Mio Hrw.) nicht zurückgezahlt und nicht autorisierte Umleitung von Wasser durchgeführt. In diesem Zusammenhang wurde die Wassermenge, die durch den Kanal geleitet wird, im April 2014 drastisch verringert[8]. Am 26. April 2014 wurde die Meldung bekannt, dass die Ukraine den Wasserdurchfluss vom Dnepr durch den Nord-Krim-Kanal auf die Halbinsel Krim blockiert, welcher die Wasseragentur in Kiew jedoch widersprach.[9][10]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nord-Krim-Kanal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1] Große Sowjetische Enzyklopädie
  2. Geschichte des Kanals auf istpravda.com.ua, abgerufen am 30. September 2014
  3. a b Geographie der Ukraine
  4. Bericht über den Kanal (ukrainisch)
  5. Krim (Halbinsel) Webseite der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
  6. Berezovsky, E. Северо-Крымский - дорога куда? (North-Crimean is road to where?). "Ekologiya i Mir" (Crimean Republican Association)
  7. Bericht in Neues Deutschland vom 1. Januar 1976 (zuletzt abgerufen am 22. September 2013)
  8. Russia fears Crimea water shortage as supply drops. 25. April 2014. Abgerufen am 26. April 2014. 
  9. Україна перекрила канал надходження води до Криму - ЗМІ / ЕП. 26. April 2014.  (ukr.)
  10. Krim-Bauern auf dem Trockenen. NZZ, 2. Juni 2014, abgerufen am 29. Oktober 2014.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Die ukrainischsprachige Wikipedia hat einen Artikel zur staatlicher Agentur für Wasserressourcen der Ukraine unter Державне агентство водних ресурсів України

46.76456111111133.394661111111Koordinaten: 46° 45′ 52″ N, 33° 23′ 41″ O