Nord-Pas-de-Calais
| Nord-Pas-de-Calais | |
| Basisdaten | |
|---|---|
| Verwaltungssitz | Lille |
| Präsident des Regionalrats | Daniel Percheron[1] PS |
| Bevölkerung
– gesamt 1. Januar 2010 |
4.038.157 Einwohner |
| Fläche – gesamt |
12.414 km² |
| Départements | 2 |
| Arrondissements | 13 |
| Kantone | 156 |
| Gemeinden | 1.545 |
| ISO 3166-2-Code | FR-O |
Nord-Pas-de-Calais [nɔʀpɑdkaˈlɛ] ist die nördlichste Region Frankreichs. Sie liegt an der Grenze zu Belgien und besteht aus den Départements Nord und Pas-de-Calais. Die Region hat eine Fläche von 12.414 km² und 4.038.157 Einwohner (Stand 1. Januar 2010). Hauptstadt der Region ist Lille.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Neben Lille sind weitere wichtige Städte: Arras, Calais, Boulogne-sur-Mer, Dunkerque, Cambrai, Douai und Valenciennes.
Wappen [Bearbeiten]
Beschreibung: In Gold ein schwarzer rot gezungter und bewehrter Löwe.
Geschichte [Bearbeiten]
In der Region liegen die französischen Anteile von Flandern (Französisch-Flandern) und dem Hennegau sowie die Landschaft Artois. Sie gehören alle erst seit 1678 zu Frankreich. Vorher waren sie Teil der burgundischen beziehungsweise spanischen Niederlande. Zu dieser Region gehört außerdem die Landschaft Boulonnais mit den bedeutenden Hafenstädten Boulogne und Calais.
Nord-Pas-de-Calais entstand 1960 mit der Einrichtung der Regionen in Frankreich. 1972 erhielt die Region den Status eines Établissements public unter Leitung eines Regionalpräfekten. Durch die Dezentralisierungsgesetze von 1982 erhielten die Regionen den Status von Collectivités territoriales (Gebietskörperschaften), wie ihn bis dahin nur die Gemeinden und die Départements besessen hatten. 1986 wurden die Regionalräte erstmals direkt gewählt. Seitdem wurden die Befugnisse der Region gegenüber der Zentralregierung in Paris schrittweise erweitert.
Bevölkerung [Bearbeiten]
Demographie [Bearbeiten]
Die Region hat 4 Millionen Einwohner (7 % der französischen Bevölkerung). Die Bevölkerungsdichte von 325 Einwohner pro km² nimmt nach der Île-de-France den zweiten Rang in Frankreich ein. Wegen der hohen Geburtenrate ist die Bevölkerung von Nord-Pas-de-Calais die jüngste unter den Regionen in Frankreich: 36,5 % der Einwohner sind weniger als 25 Jahre alt (der Nationaldurchschnitt ist 32,4 %). Trotzdem verringert sich die Regionalpopulation wegen hoher Abwanderung.
Sprache [Bearbeiten]
In der Region gibt es drei Dialekte:
- Die Picardische Sprache, auch „Ch’ti“ oder „Patois“ genannt.
- Das Dunkerquois, eine Mischung aus Französisch und Flämisch. Es wird hauptsächlich in der Nähe von Dunkerque gesprochen.
- Das Flämisch, das in Französisch-Flandern gesprochen wird.
Städte [Bearbeiten]
Die größten Städte der Region Nord-Pas-de-Calais:
| Stadt | Einwohner (Stand) |
Département |
|---|---|---|
| Lille | 227.560 (2010) | Nord |
| Roubaix | 94.713 (2010) | Nord |
| Dunkerque | 92.005 (2010) | Nord |
| Tourcoing | 91.923 (2010) | Nord |
| Calais | 73.636 (2010) | Pas-de-Calais |
| Villeneuve-d’Ascq | 63.572 (2010) | Nord |
| Valenciennes | 43.335 (2010) | Nord |
| Boulogne-sur-Mer | 43.070 (2010) | Pas-de-Calais |
| Douai | 42.197 (2010) | Nord |
| Arras | 41.611 (2010) | Pas-de-Calais |
Politische Gliederung [Bearbeiten]
Die Region Nord-Pas-de-Calais untergliedert sich in zwei Départements:
| Département | Präfektur | ISO 3166-2 | Arrondissements | Kantone | Gemeinden | Einwohner (Jahr) | Fläche (km²) |
Dichte (Einw./km²) |
||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Nord | Lille | FR-59 | 6 | 79 | 650 |
|
5.743 | 448,7 | ||
| Pas-de-Calais | Arras | FR-62 | 7 | 77 | 895 |
|
6.671 | 219,1 |
Wirtschaft [Bearbeiten]
Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet die Region in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Kohle, Metallurgie und Textilindustrie waren seit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert neben einer ungemein ertragreichen Landwirtschaft die wichtigsten Wirtschaftszweige. Heutzutage bleiben nur einige Textilunternehmen. Obwohl TGV und Eurotunnel neue Dynamik beigetragen haben, liegt die Arbeitslosigkeit höher als der nationale Durchschnitt mit 12,6 % gegen 9,1 % (Januar 2010).[2]
Mehrere französische Unternehmen haben ihren Hauptsitz in der Region:
- Auchan (Croix)
- Decathlon (Villeneuve-d’Ascq)
- La Redoute (Roubaix)
- 3 Suisses (Croix)
- Bonduelle (Villeneuve-d’Ascq)
- Arc International (Arques)
- Roquette Frères (Lestrem)
Verkehr [Bearbeiten]
- Eurotunnel: Seit 1994 ist die Region über den Eurotunnel mit Großbritannien verbunden.
Kultur [Bearbeiten]
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Seit 1999 hat die UNESCO 17 Belfriede der Region denkmalgeschützt.
| Belfried von Armentières
Denkmalgeschützt seit 1999 |
Belfried von Bailleul
Denkmalgeschützt seit 1999 |
||
| Belfried von Bergues
Denkmalgeschützt seit 1999 |
Belfried von Cambrai
Denkmalgeschützt seit 1999 |
||
| Belfried von Comines
Denkmalgeschützt seit 1999 |
Belfried von Douai
Denkmalgeschützt seit 1999 |
||
| Belfried von Dunkerque (St. Eloi-Kirche)
Denkmalgeschützt seit 1999 |
Belfried von Dunkerque (Rathaus)
Denkmalgeschützt seit 1999 |
||
| Belfried von Gravelines
Denkmalgeschützt seit 1999 |
Belfried von Lille
Denkmalgeschützt seit 1999 |
||
| Belfried von Loos
Denkmalgeschützt seit 1999 |
Belfried von Aire-sur-la-Lys
Denkmalgeschützt seit 1999 |
||
| Belfried von Arras
Denkmalgeschützt seit 1999 |
Belfried von Béthune
Denkmalgeschützt seit 1999 |
||
| Belfried von Boulogne-sur-Mer
Denkmalgeschützt seit 1999 |
Belfried von Calais
Denkmalgeschützt seit 1999 |
||
| Belfried von Hesdin
Denkmalgeschützt seit 1999 |
Zitadelle von Arras
Befestigung von Vauban Denkmalgeschützt seit 2008 |
||
| Reuze Papa, Gigant von Cassel
Denkmalgeschützt seit 2005 |
Gayant et Marie Cagenon, Gigant von Douai
Denkmalgeschützt seit 2005 |
2012 eröffnete in Lens der Louvre-Lens mit zahlreichen Kunstwerken, die vorher im Pariser Louvre gezeigt worden waren.
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
- Karneval in Dunkerque, von Mitte Januar bis Ende März
- Enduro du Touquet, Februar
- Karneval in Bailleul, Februar-März
- Volksfeste von Gayant in Douai, Juni-Juli
- Braderie von Lille, September
Film [Bearbeiten]
Nord-Pas-de-Calais ist Schauplatz des 2008 erschienen Kinofilms Willkommen bei den Sch’tis. Für den Postbeamten Philippe Abrams (Kad Merad) bedeutet die Arbeit in Nord-Pas-de-Calais eine Strafversetzung in einen Ort, in dem es ihm aufgrund der für ihn unverständlichen Sprache des französischen Nordens schwer fällt, überhaupt etwas zu verstehen. Dem „Ch’ti“-Dialekt verdankt der Film seinen Namen.
Sport [Bearbeiten]
Fußball [Bearbeiten]
Die Region Nord-Pas-de-Calais gehört seit jeher zu den Fußballhochburgen Frankreichs.
Mit dem OSC Lille und dem FC Valenciennes spielen derzeit zwei Klubs aus Nord-Pas-de-Calais in der Ligue 1, der ersten und höchsten Spielklasse im französischen Profifußball. Der OSC Lille gewann in der Saison 2010/11 die französische Meisterschaft. Ein paar Wochen zuvor konnte auch der französische Pokal gewonnen werden. Der FC Valenciennes ist seit 2006 Mitglied der Ligue 1. Vorher pendelte der Verein zwischen Ligue 1 und der Ligue 2.
Der RC Lens gehörte viele Jahre der Ligue 1 an. 2008 stieg Lens ab, im Jahr darauf gelang der direkte Wiederaufstieg. 2011 stieg der Verein jedoch erneut ab.
Siehe auch [Bearbeiten]
- Liste der Präsidenten des Regionalrates von Nord-Pas-de-Calais seit 1986
- Université Lille Nord de France
Weblinks [Bearbeiten]
- Regionalrat von Nord-Pas de Calais Offizielle Website der Region (französisch)
- Nord-Pas-de-Calais: zwischen Widerstand von einst und Gastfreundschaft von heute Frankreichs offizielle Website (deutsch)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ http://www.nordpasdecalais.fr/jcms/c_5120/le-president abgerufen am 29. März 2013
- ↑ Insees Arbeitslosenziffer 2010 (Französisch) Insee. Abgerufen am 7. Januar 2010.
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50.3436111111112.8811111111111Koordinaten: 50° N, 3° O
