Bahnstrecke Wolkramshausen–Erfurt

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Wolkramshausen–Erfurt
Kursbuchstrecke (DB): 601
Streckennummer (DB): 6302
Streckenlänge: 78,2 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Strecke – geradeaus
von Halle (Saale) Hbf
Bahnhof, Station
0,0 Wolkramshausen
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Hann. Münden
Bahnhof, Station
3,4 Kleinfurra
Haltepunkt, Haltestelle
7,1 Großfurra
Haltepunkt, Haltestelle
9,1 Glückauf
Brücke über Wasserlauf (groß)
Wipper
Bahnhof, Station
12,0 Sondershausen
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Bad Frankenhausen
Bahnhof ohne Personenverkehr
19,2 Hohenebra
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Ebeleben
Haltepunkt, Haltestelle
21,8 Hohenebra Ort
Haltepunkt, Haltestelle
25,1 Niederspier
Brücke über Wasserlauf (groß)
Helbe
Brücke über Wasserlauf (groß)
Helbe
Bahnhof, Station
30,7 Wasserthaleben
   
von Ebeleben
Brücke über Wasserlauf (groß)
Helbe
Bahnhof, Station
35,8 Greußen
Haltepunkt, Haltestelle
40,7 Gangloffsömmern
   
von Ballstädt und von Großheringen
Bahnhof, Station
44,8 Straußfurt
Brücke über Wasserlauf (groß)
Unstrut
Bahnhof, Station
52,2 Ringleben-Gebesee
Haltepunkt, Haltestelle
56,2 Walschleben
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Bad Langensalza
Bahnhof, Station
60,1 Kühnhausen
Bahnhof, Station
62,3 Erfurt-Gispersleben
   
von Nottleben
Bahnhof, Station
65,3 Erfurt Nord
   
68,2 Nordhäuser Bahnhof
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Sangerhausen
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Halle (Saale) Hbf
Bahnhof, Station
71,0 Erfurt Hbf
Strecke – geradeaus
nach Bebra

Die Bahnstrecke Wolkramshausen–Erfurt ist eine eingleisige Hauptbahn in Thüringen, die ursprünglich durch die Nordhausen-Erfurter Eisenbahn-Gesellschaft erbaut und betrieben wurde. Sie zweigt in Wolkramshausen aus der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden ab und führt über Sondershausen und Straußfurt nach Erfurt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Bau der Nordhausen-Erfurter Eisenbahn (NEE) wurde zwischen Preußen und dem Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen in einem Vertrag vom 21. Dezember 1866 geregelt. Die noch 1866 mit Hilfe von Beteiligungen und Garantien der Regierung von Schwarzburg-Sondershausen sowie der anliegenden Kreise und Städte gegründete Gesellschaft erhielt von Preußen am 24. April 1867 und von Schwarzburg-Sondershausen am 17. Juni 1867 die Baukonzessionen. Ziel des Bahnbaus war es, eine Verbindung der beiden damals preußischen Städte Nordhausen und Erfurt in der Provinz Sachsen zu schaffen und zugleich der Unterherrschaft, also dem Nordteil des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen, den ersten Eisenbahnanschluss zu bringen.

Bahnhof Nordhausen
Erfurt Hauptbahnhof im Umbau (2007)

Die Strecke wurde von einem Consortium der Unternehmen Pleßner, Schultze & Steinfeld aus Berlin erbaut und am 17. August 1869 eröffnet. Sie benutzte von Nordhausen bis Wolkramshausen auf acht Kilometer die Trasse der Halle-Kasseler Eisenbahn Richtung Eichenberg–Kassel, allerdings auf einem dafür gebauten zweiten Gleis, erreichte die Residenzstadt Sondershausen und durchquerte weiter in südlicher Richtung den Höhenzug der Hainleite und führte über Greußen und Straußfurt in die heutige Landeshauptstadt Erfurt, wo sie im Bahnhof der Thüringischen Eisenbahn endete. Auf der Strecke zweigten später noch eine Reihe Stich- und Verbindungsbahnen ab. In Sondershausen ab 1898 die 20 Kilometer lange Strecke nach Bad Frankenhausen. Ab Hohenebra (1883) und Greußen (1901) führten die Bachsteinbahnen nach Ebeleben und Keula. Von Straußfurt führte noch eine Verbindungen nach Ballstädt und von Kühnhausen nach Langensalza.

Im Zuge der Verstaatlichung der Privatbahnen in Preußen und nachdem die Ertragslage angesichts wachsender Konkurrenz anderer Bahnen nicht mehr den Erwartungen entsprach, ging die Gesellschaft auf ein Kaufangebot des Preußischen Staates ein und übertrug ihm das Eigentum an der Bahn zum 1. Januar 1887. Die Gesellschaft löste sich auf; der Bahnbetrieb wurde der Eisenbahndirektion in Frankfurt am Main unterstellt, schon bald jedoch der Direktion Erfurt.

Planungen[Bearbeiten]

Im Jahre 2009 begannen die Planungen zum Ausbau der Strecke Nordhausen–Erfurt für eine Streckenhöchstgeschwindigkeit von 120 km/h. Es wird angestrebt, die Fahrzeit auf weniger als eine Stunde zu reduzieren und Anschlüsse an die ICE-Neubaustrecke Richtung Süden herzustellen. Damit einher geht aber auch die Schließung der gering frequentierten Zugangsstellen Großfurra, Glückauf, Hohenebra Ort und Niederspier[1]. In Kühnhausen sollen die technischen Voraussetzungen für das Kuppeln von Triebwagen aus Richtung Bad Langensalza geschaffen werden.

Der Baubeginn für den ersten Streckenabschnitt Wolkramshausen–Sondershausen ist aktuell für das dritte Quartal 2014 geplant, eine Verzögerung von etwa eineinhalb Jahren. Die Gesamtbaukosten werden aktuell auf rund 70 Millionen Euro geschätzt, finanziert aus Bundesmitteln und Eigenmitteln der DB Netz AG[2].

Personenverkehr[Bearbeiten]

  • 1880: täglich zwei Zugpaare, Fahrzeit 2:18 h.
  • 1913: täglich sechs Zugpaare, davon zwei beschleunigte Zugpaare, Fahrzeit 1:27 h.
  • 1936: täglich neun Zugpaare, davon zwei beschleunigte Zugpaare, Fahrzeit 1:40 h.
  • 2006: KBS 601, stündlicher Verkehr, jeder zweite Zug ein Regionalexpress (RE), Fahrzeit 1:19 h.
  • 2009: täglich bis zu 17 Zugpaare mit zusätzlichen Zügen Nordhausen–Sondershausen, stündlicher Verkehr, jeder zweite Zug ein RE, Fahrzeit 1:15 h.

Literatur[Bearbeiten]

  • Deutsche Reichsbahn: Die Deutschen Eisenbahnen in ihrer Entwicklung 1835–1935. Berlin 1935

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.otz.de/startseite/detail/-/specific/Zu-wenige-Fahrgaeste-36-Thueringer-Bahnhalte-auf-Pruefstand-1544946944 Zu wenige Fahrgäste: 36 Thüringer Bahnhalte auf Prüfstand
  2. http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Bahnstreckenausbau-zwischen-Erfurt-und-Nordhausen-verzoegert-sich-1542502907 Bahnstreckenausbau zwischen Erfurt und Nordhausen verzögert sich