Nordischer Drachenkopf

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Nordischer Drachenkopf
Dracocephalum ruyschiana Sturm29.jpg

Nordischer Drachenkopf (Dracocephalum ruyschiana)

Systematik
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Nepetoideae
Tribus: Mentheae
Untertribus: Nepetinae
Gattung: Drachenköpfe (Dracocephalum)
Art: Nordischer Drachenkopf
Wissenschaftlicher Name
Dracocephalum ruyschiana
L.
Nordischer Drachenkopf
Das Habitat

Der Nordische Drachenkopf (Dracocephalum ruyschiana) oder Berg-Drachenkopf, auch Schwedischer Drachenkopf[1] ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Drachenköpfe (Dracocephalum) in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Nordische Drachenkopf ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 10 und 30 Zentimetern erreicht.[2] Der Stängel ist aufrecht oder aufsteigend und beinahe kahl oder kurz behaart.[3] Die Blätter sind unzerteilt[3], sitzend oder fast sitzend, ganzrandig, linealisch bis lineal-lanzettlich, meist kahl und stumpf[3].[2] Der Blattrand ist umgerollt.[3] Die unteren Blätter sind kurz gestielt, die oberen sitzend.[3] Die Blütenquirle bestehen aus je 2 bis 6 Blüten.[3] Sie stehen in einer endständigen, dichten Traube übereinander.[3] Die Tragblätter sind oval-lanzettlich und ungeteilt.[3] Der Kelch ist fünfzehnnervig und zweilippig.[3] Die Blüten sind blau bis violett, seltener rosa oder weiß und bis 28 Millimeter groß.[3] Die Krone ist lippig[3], blaupurpurn und 15 bis 28 Millimeter lang.[2] Die Oberlippe ist zweilappig und helmförmig gewölbt.[3] Die Kronröhre ist am Schlund erweitert und am Grund schmal.[3] Die Staubbeutel sind behaart.[2]

Die Blütezeit reicht von Juni bis August, zum Teil bis September.[3]

Verbreitung, Gefährdung und Schutz[Bearbeiten]

Die Art kommt im warmgemäßigten bis gemäßigten Europa und Asien in subalpinen und alpinen Grasfluren sowie trocken-warmen Kiefern- und Lärchen-Wäldern vor.[2]

Die europäische Verbreitung des Nordischen Drachenkopf erstreckt sich in mehr oder weniger großen Arealen von den französischen Pyrenäen im Westen bis nach Russland im Osten und weiters vom südlichen Skandinavien über die baltischen Staaten bis zur Balkanhalbinsel im Süden. Im Einzelnen werden Vorkommen in Frankreich, der Schweiz, Deutschland[4], Österreich, Italien, Ungarn, Polen, Weißrussland, Ukraine, Russland, Moldawien, Serbien, Rumänien Litauen, Estland, Lettland und Schweden angeführt.[5] Die Bestände gelten als stark gefährdet[6] und werden durch die Aufnahme in Anhang I der Berner Konvention geschützt.[7]

Der Nordische Drachenkopf gilt in Deutschland als ausgestorben oder verschollen[8] und wird sowohl nach dem Bundesnaturschutzgesetz als auch nach der Bundesartenschutzverordnung unter besonderen und strengen Schutz[9] gestellt.

In Österreich kommt der Nordische Drachenkopf sehr selten in Kärnten, Tirol und Osttirol vor. Er gilt laut der Roten Liste Österreichs als gefährdet und ist unter vollständigen Naturschutz gestellt.[1]

Die Schweizer Vorkommen[10] des Nordischen Drachenkopfs sind laut der Roten Liste der Schweiz in einigen Regionen gefährdet, insgesamt jedoch gering gefährdet[11] und werden durch Listung in Anhang 2 der Verordnung über den Natur- und Heimatschutz[12] geschützt.

Systematik[Bearbeiten]

Dracocephalum ruyschiana wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum, Band 2, Seite 595, erstveröffentlicht[13]. Synonyme für Dracocephalum ruyschiana sind Ruyschiana ruyschiana (L.) House, nom. illeg., Dracocephalum alpinum Salisb., Dracocephalum angustifolium Gilib., nom. illeg., Dracocephalum hyssopifolium Mart. ex Steud., Dracocephalum spicatum (Mill.) Dulac, Ruyschiana fasciculata Clairv., Ruyschiana spicata Mill. und Zornia linearifolia Moench[14].

Nutzung[Bearbeiten]

Der Nordische Drachenkopf wird selten als Zierpflanze für Steingärten genutzt.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S. 793.
  2. a b c d e f  Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen, Springer, Spektrum Akademischer Verlag, Berlin/Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8, S. 506.
  3. a b c d e f g h i j k l m n  Xaver Finkenzeller, Jürke Grau: Alpenblumen. Steinbachs Naturführer. Mosaik Verlag GmbH, München 1996, ISBN 3-576-10558-1, S. 202.
  4. Verbreitung von: Dracocephalum ruyschiana L., Nordischer Drachenkopf. in Deutschland. In: FloraWeb. Bundesamt für Naturschutz ,Bonn, abgerufen am 1. Juli 2011 (deutsch).
  5.  Predrag Lazarević, Maja Lazarević, Zoran Krivošej & Vladimir Stevanović: On the distribution of Dracocephalum ruyschiana (Lamiaceae) in the Balkan Peninsula. In: Phytologia Balcanica. 15, Nr. 2, Sofia 2009, S. 175-179 ([1] PDF 5.508,46 KB, abgerufen am 1. Juli 2011).
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDracocephalum ruyschiana L., Nordischer Drachenkopf. Gefährdung und Schutz. In: FloraWeb. Bundesamt für Naturschutz, Bonn, abgerufen am 1. Juli 2011 (deutsch).
  7.  Europarat (Hrsg.): Berner Konvention-Convention on the Conservation of European Wildlife and Natural Habitats. Anhang I mit Dracocephalum ruyschiana L.. Bern 19. September 1979 (Online, abgerufen am 1. Juli 2011).
  8. Nordischer Drachenkopf. In: FloraWeb.de. letzter zugriff 1. Juli 2011
  9. Schutzstatus wild lebender Tier- und Pflanzenarten, Anlage 1 (zu § 1). Bundesartenschutzverordnung der Bundesrepublik Deutschland (BArtSchV). In: juris. Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 1. Juli 2011 (deutsch).
  10. Artverbreitung aller Arten. Drachenkopf, Nordischer. In: swiss web flora. Abgerufen am 1. Juli 2011 (deutsch, Verbreitungskarte).
  11.  D. Moser, A. Gygax, B. Bäumler, N. Wyler & R. Palese, Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL, Bern); Zentrum des Datenverbundnetzes der Schweizer Flora (ZDSF/CRSF, Chambésy); Conservatoire et Jardin botaniques de la Ville de Genève (CJBG, Chambésy) (Hrsg.): Farn- und Blütenpflanzen :. Rote Liste der gefährdeten Arten der Schweiz. Bern, Bern/Chambésy 2002, Artenliste mit Gefährdungskategorien, S. 59, OCLC 84683942 ([2] (1194 KB), abgerufen am 30. Juni 2011).
  12. Liste der geschützten Pflanzen. Anhang 2. In: Verordnung über den Natur- und Heimatschutz SR 451.1. Die Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft, abgerufen am 1. Juli 2011 (deutsch, Listung von Dracocephalum sp., Drachenkopf).
  13.  Carl von Linné: Species Plantarum. 2, Stockholm 1753, S. 595 (Erstveröffentlichung von Dracocephalum ruyschiana eingescannt bei Biodiversity Heritage Library, Online).
  14. Dracocephalum ruyschiana. Synonyms. In: World Checklist of selected Plant Families. Kew Royal Botanic Gardens, abgerufen am 29. Februar 2012 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nordischer Drachenkopf – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien