Nordkoreanische Fußballnationalmannschaft

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Dieser Artikel befasst sich mit der nordkoreanischen Fußballnationalmannschaft der Herren. Für das Team der Frauen, siehe Nordkoreanische Fußballnationalmannschaft der Frauen.
Nordkorea
조선민주주의인민공화국 축구협회
Fed coree nord.svg
Spitzname(n) Ch'ŏllima
(ein unzähmbares Pferd in
der koreanischen Mythologie)
Verband Chosŏn Minjujuŭi Inmin
Konghwaguk Ch'ukku Hyŏphwi
Konföderation AFC
Technischer Sponsor Legea
Trainer Korea NordNordkorea Jo Tong-sop
Heimstadion Kim-Il-sung-Stadion
FIFA-Code PRK
FIFA-Rang 147. (163 Punkte)
(Stand: 17. Juli 2014)[1]
Erstes Trikot
Zweites Trikot
Statistik
Erstes Länderspiel
Birma 1948Birma Birma 0:0 Nordkorea Korea NordNordkorea
(Rangun, Myanmar; 22. März 1964)
Höchster Sieg
Korea NordNordkorea Nordkorea 21:0 Guam GuamGuam
(Taipeh, Taiwan; 11. März 2005)
Höchste Niederlage
PortugalPortugal Portugal 7:0 Nordkorea Korea NordNordkorea
(Kapstadt, Südafrika; 21. Juni 2010)
Erfolge bei Turnieren
Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 2 (Erste: 1966)
Beste Ergebnisse Viertelfinale 1966
Asienmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 3 (Erste: 1980)
Beste Ergebnisse Vierter Platz 1980
(Stand: 25.06.2010)

Die nordkoreanische Fußballnationalmannschaft ist die Auswahl-Mannschaft des ostasiatischen Staates Nordkorea. Sie wird vom Nordkoreaner Yon Jong-su betreut. Zuständig ist der Fußballverband der Demokratischen Volksrepublik Korea (koreanisch: 조선민주주의인민공화국 축구협회/Chosŏn Minjujuŭi Inmin Konghwaguk Ch'ukku Hyŏphwi). Er wurde 1945 gegründet und trat 1958 der FIFA bei. Bereits 1954 war der Verband eines der Gründungsmitglieder des asiatischen Fußballverbandes AFC.

Ihre Heimspiele bestreitet die Mannschaft im Pjöngjanger Kim-Il-sung-Stadion, welches eine Kapazität von 70.000 Zuschauern besitzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Aufgrund der politischen Spannungen und des Korea-Krieges war Fußball in Nordkorea zunächst kaum populär, erst durch die Hilfe der Sowjetunion in den 1960er Jahren konnte sich diese Sportart entwickeln. Am 22. März 1964 bestritt die nordkoreanische Auswahl im Rahmen der Qualifikation zu den Olympischen Spielen erstmals ein offizielles Länderspiel. Das Spiel gegen die Auswahl Burmas endete mit einem 0:0-Unentschieden. Das Rückspiel in Pjöngjang gewannen die Nordkoreaner im April desselben Jahres mit 1:0, durch zwei Siege gegen Thailand (5:0 und 2:0) war Nordkorea für die Olympischen Spiele qualifiziert, die Mannschaft zog ihre Teilnahme aber zurück.

Fußball-Weltmeisterschaft 1966[Bearbeiten]

Nur ein Jahr nach dem internationalen Debüt bestritt die Mannschaft die Qualifikationsspiele zur WM-Endrunde 1966 in England. Gegen Australien konnte Nordkorea mit 6:1 und 3:1 gewinnen und sich die Teilnahme an der Endrunde sichern.

Die WM selbst wurde der größte Erfolg der Nordkoreaner, als die Mannschaft unter Trainer Myung Rye-hyun durch einen 1:0-Sieg über das hochfavorisierte Italien bis ins Viertelfinale vorstoßen konnte. Torschütze des Siegestreffers war Pak Doo-ik. Im Viertelfinale verlor man trotz zwischenzeitlicher 3:0-Führung mit 3:5 gegen Portugal. Die Viertelfinal-Teilnahme blieb aber bis 2002 der größte Erfolg einer asiatischen Mannschaft bei einer WM-Endrunde.

Entwicklung zwischen 1966 und 2009[Bearbeiten]

Nach der WM 1966 bestritt Nordkorea lange Zeit kein Länderspiel mehr, das Olympia-Qualifikationsspiel gegen Syrien im Oktober 1971 war der erste Auftritt der Nordkoreaner nach fünf Jahren. In der Qualifikation konnte man zunächst die Syrer und den Irak ausschalten, gegen den Iran konnte man sich aber nicht durchsetzen. 1973 spielte Nordkorea wieder in der WM-Qualifikation, kam aber nicht über die Gruppenphase der Qualifikation hinaus. Bei den Sommerspielen 1976 war Nordkorea vertreten und konnte das Viertelfinale erreichen. 1978 gewann Nordkorea die Goldmedaille bei den Asienspielen 1978 in Thailand, als man sich nach einem 0:0 gemeinsam den Titel mit Südkorea teilte. Das Aufeinandertreffen am 22. Dezember 1978 war zugleich das erste Länderspiel zwischen den beiden Koreanischen Fußballmannschaften.

Ein weiterer Erfolg war der vierte Platz bei der Fußball-Asienmeisterschaft 1980 in Kuwait. 1992 war Nordkorea zum zweiten und bisher letzten Mal vertreten, dort kam die Mannschaft aber nicht über die Vorrunde hinaus. Nachdem die Mannschaft im Rahmen der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1994 gegen die politischen Erzfeinde Japan und Südkorea mit jeweils 0:3 verloren hatte, untersagte die politische Führung des Landes der Nationalmannschaft jegliche Reisen ins Ausland. Die Mannschaft bestritt deshalb zwischen 1993 und 1998 keine Länderspiele.[2]

In den letzten Jahren konnten vor allem die Nachwuchsmannschaften Nordkoreas Erfolge erzielen, so wurde die U-17-Auswahl des Landes 2004 und 2006 Asienmeister und konnte sich bei den Weltmeisterschaften 2005 und 2007 jeweils für das Viertelfinale qualifizieren. Die U-19-Auswahl wurde 2006 Asienmeister.

Am 14. Mai 2009 besuchte die nordkoreanische Nationalmannschaft, erstmals seit der WM 1966, West-Europa. Sie wurden vom Schweizer Club FC Concordia Basel zum Freundschaftsspiel eingeladen. Concordias Präsident, Stephan Glaser, hatte sich die Transferrechte der nordkoreanischen Nationalspieler für Europa gesichert.[3]

Fußball-Weltmeisterschaft 2010[Bearbeiten]

Die Qualifikation zur WM 2010 schloss die Mannschaft überraschend erfolgreich ab. In der Gruppe mit Südkorea, Iran, Saudi-Arabien und den VAE gelang es den Nordkoreanern den zweiten Platz hinter Südkorea und die damit verbundene direkte Qualifikation zur Weltmeisterschaft zu erreichen. Die Qualifikation, Nordkoreas erste seit 1966, wurde beim 0:0 gegen Saudi-Arabien in Riad perfekt gemacht. Bei der Endrunde in Südafrika gingen allerdings alle drei Vorrundenspiele verloren: Nach einem respektablen 1:2 gegen Brasilien verlor man gegen Portugal gleich mit 0:7. Auch gegen die Elfenbeinküste unterlag man (0:3), womit die Mannschaft mit der schlechtesten Tordifferenz aller Gruppenletzten nach der Vorrunde ausschied.

Nach der nur knappen Niederlage gegen Brasilien wurde das Spiel gegen Portugal in Nordkorea live übertragen, was dort sonst in aller Regel nicht der Fall ist. Nordkoreanische Spiele werden für gewöhnlich zeitversetzt übertragen; im Falle eines Sieges von Mannschaften aus als feindlich angesehenen Ländern werden sie nicht gesendet. Nachdem sich die deutliche Niederlage abzuzeichnen begann, verzichtete der nordkoreanische Kommentator für den Rest der Partie auf Bemerkungen. Nach dem Abpfiff wurde die Übertragung kommentarlos beendet.[4] Die 0:7-Niederlage gegen Portugal war die bislang höchste Niederlage Nordkoreas.

Im August 2010 wurde in westlichen Medien die Vermutung laut, dass die nordkoreanische Fußballnationalmannschaft nach dem schlechten Abschneiden bei der WM in Südafrika anschließend zuhause bestraft wurde (u.a. stundenlange Kritiksitzungen, angeblicher Ausschluss des Nationaltrainers aus der Partei). Die FIFA untersuchte diese Anschuldigungen [5], stellte diese aber kurz danach wieder ein. Der nordkoreanische Verband hatte zugesichert, dass alle Spieler und Trainer Kim Jong-hun „wie gewöhnlich trainieren und in Kürze an den Asien-Spielen teilnehmen werden“.[6]

Trainer Kim Jong-hun wurde allerdings im November 2010 durch Jo Tong-sop abgelöst.[7]

Fußball-Asienmeisterschaft 2011[Bearbeiten]

Durch den Gewinn des AFC Challenge Cups qualifizierte sich Nordkorea ebenfalls für die Fußball-Asienmeisterschaft 2011 in Katar, für das Land war es die erste Teilnahme seit 19 Jahren.

Bei der Endrunde konnte die Mannschaft nicht überzeugen, einem 0:0 gegen die Vereinigten Arabischen Emirate folgten zwei 0:1-Niederlagen gegen Iran und Irak. Somit schied Nordkorea torlos in der Vorrunde aus.

Teilnahmen an Turnieren[Bearbeiten]

Olympische Spiele[Bearbeiten]

Eine Nordkoreanische Mannschaft nahm erstmals an der Qualifikation zu den Spielen 1964 teil.

1964 in Tokio qualifiziert, aber nicht teilgenommen
1968 in Mexiko Stadt vor der Qualifikation zurückgezogen
1972 in München nicht qualifiziert
1976 in Montreal Viertelfinale
1980 in Moskau nicht qualifiziert

Nach 1980 nahm die A-Nationalmannschaft nicht mehr an den Olympischen Spielen und den Qualifikationsspielen dazu teil. Eine nordkoreanische Olympiamannschaft konnte sich auch noch nicht qualifizieren.

Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

Nordkorea nahm erstmals an der Qualifikation zur WM 1966 teil und konnte sich auf Anhieb qualifizieren, profitierte dabei aber vom Rückzug der afrikanischen Mannschaften und Südkoreas. In England konnte Nordkorea als erste asiatische Mannschaft das Viertelfinale erreichen. Bis 2010 blieb dies die einzige Endrundenteilnahme, da Nordkorea danach entweder in der Qualifikation scheiterte, nicht teilnahm oder seine Mannschaft zurückzog.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis[8] Trainer Bemerkungen und Besonderheiten
1930 Uruguay noch nicht existent
1934 Italien noch nicht existent
1938 Frankreich noch nicht existent
1950 Brasilien nicht teilgenommen
1954 Schweiz nicht teilgenommen
1958 Schweden nicht teilgenommen
1962 Chile nicht teilgenommen
1966 England Viertelfinale Portugal 8. Myung Rye-hyun 1:0 gegen Italien in der Vorrunde
1970 Mexiko zurückgezogen
1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation am Iran gescheitert, der sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte.
1978 Argentinien zurückgezogen Nordkorea sollte in der Qualifikation in der 1. Runde gegen Israel, Japan und Südkorea antreten, verzichtete aber auf die Teilnahme. Alle drei konnten sich aber auch nicht qualifizieren.
1982 Spanien nicht qualifiziert In der Qualifikation an China gescheitert, das sich ebenfalls nicht qualifizieren konnte.
1986 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an Japan gescheitert, das sich aber auch nicht qualifizieren konnte.
1990 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der Endrunde an Südkorea und den Vereinigten Arabischen Emiraten gescheitert.
1994 USA nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 3. Runde an Saudiarabien und Südkorea gescheitert.
1998 Frankreich nicht teilgenommen
2002 Südkorea/Japan nicht teilgenommen
2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Japan und dem Iran gescheitert.
2010 Südafrika Vorrunde Brasilien, Portugal, Elfenbeinküste 32. Kim Jong-hun Nach 3 Niederlagen, davon mit 0:7 die höchste Niederlage Nordkoreas, mit dem schlechtesten Torverhältnis aller Mannschaften ausgeschieden.
2014 Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 3. Runde an Japan und Usbekistan gescheitert.
2018 Russland
2022 Katar

Asienmeisterschaften[Bearbeiten]

  • 1976Zurückgezogen nach der Qualifikation
  • 1980 – Vierter Platz
  • 1984keine Teilnahme
  • 1988nicht qualifiziert
  • 1992 – Vorrunde
  • 1996keine Teilnahme
  • 2000nicht qualifiziert
  • 2004suspendiert vom AFC
  • 2007keine Teilnahme
  • 2011 – Vorrunde
  • 2015 – qualifiziert

Ostasienmeisterschaften[Bearbeiten]

  • 2003zurückgezogen
  • 2005 – Dritter
  • 2008 – Vierter
  • 2010nicht qualifiziert
  • 2013nicht qualifiziert

Als inoffizielles Vorläuferturnier gilt der Dynasty Cup:

  • 1990 – Dritter
  • 1992 – Dritter
  • 1995 – nicht teilgenommen
  • 1998 – nicht teilgenommen

AFC Challenge Cup[Bearbeiten]

Aktueller Kader[Bearbeiten]

Der angegebene Kader umfasst die Nationalspieler, die im Aufgebot für die Fußball-Asienmeisterschaft 2011 in Katar standen.

Nr. Name Verein vor Turnierbeginn Geburtstag
Torhüter
18 Kim Myong-gil Korea NordNordkorea Sportgruppe Amrokgang 16. Oktober 1982
22 Ri Kwang-il Korea NordNordkorea Sportgruppe Sobaeksu 13. April 1988
1 Ri Myong-guk Korea NordNordkorea Sportgruppe Pjöngjang 9. September 1986
Abwehr
2 Cha Jong-hyok SchweizSchweiz FC Wil 25. September 1985
8 Ji Yun-nam Korea NordNordkorea Sportgruppe 25. April 20. November 1976
13 Pak Chol-jin Korea NordNordkorea Sportgruppe Amrokgang 5. September 1985
4 Pak Nam-chol Korea NordNordkorea Sportgruppe 25. April 2. Juli 1985
14 Pak Nam-chol Korea NordNordkorea Sportgruppe Amrokgang 3. Oktober 1988
3 Ri Jun-il Korea NordNordkorea Sportgruppe Sobaeksu 24. August 1987
5 Ri Kwang-chon Korea NordNordkorea Sportgruppe 25. April 4. September 1985
20 Ri Kwang-hyok Korea NordNordkorea Sportgruppe Kyonggongop 17. August 1987
Mittelfeld
17 Ahn Young-hak JapanJapan Kashiwa Reysol 25. Oktober 1978
6 Choe Myong-ho Korea NordNordkorea Sportgruppe Pjöngjang 3. Juli 1988
23 Kim Kuk-jin SchweizSchweiz FC Wil 5. Januar 1989
15 Kim Yong-jun Korea NordNordkorea Sportgruppe Pjöngjang 19. Juli 1983
11 Mun In-guk Korea NordNordkorea Sportgruppe 25. April 29. September 1978
7 Ryang Yong-gi JapanJapan Vegalta Sendai 7. Januar 1982
Angriff
19 An Chol-hyok Korea NordNordkorea Sportgruppe Rimyongsu 27. Juni 1985
16 Choe Kum-chol Korea NordNordkorea Sportgruppe 25. April 9. Februar 1987
10 Hong Yong-jo RusslandRussland FK Rostow 22. Mai 1982
12 Jon Kwang-ik Korea NordNordkorea Sportgruppe Amrokgang 5. April 1988
9 Jong Tae-se Korea SudSüdkorea Suwon Samsung Bluewings 2. März 1984
21 Pak Chol-min Korea NordNordkorea Sportgruppe Rimyongsu 10. Dezember 1988

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. In: fifa.com, Juli 2014. Abgerufen am 17. Juli 2014
  2. the-afc.com: DPR Korea players get heroes’ welcome
  3. bazonline.ch: Concordias fragwürdige Geschäfte mit nordkoreanischen Fussballern (19. Mai 2009)
  4. http://www.spox.com/de/sport/fussball/wm/wm2010/wm-endrunde/wm-gruppe-g/1006/News/nordkorea-portugal-debakel-tore-live-bilder-uebertragung-diktator-kim-jong-il.html
  5. Die Presse, online am 12. August 2010
  6. Spox.com: FIFA stellt Ermittlungen gegen Nordkorea ein, 25. August 2010.
  7. Footballkorean.com: Jo Tong-sop to become North Korea national team manager (Version vom 14. Januar 2011 im Internet Archive), vom 6. November 2010 (englisch).
  8. Die Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: All-time FIFA World Cup Ranking 1930-2010 (PDF; 200 kB)