Norio Nagayama

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Norio Nagayama (jap. 永山 則夫, Nagayama Norio; * 27. Juni 1949 in Abashiri, Hokkaidō; † 1. August 1997 in Tokyo durch Hinrichtung) war ein japanischer Mörder und Schriftsteller.

Biografie[Bearbeiten]

Nagayama wurde 1949 in Abashiri, einem Küstenort der Insel Hokkaidō, geboren und zog im März 1965 nach Tōkyō. Im Alter von 19 Jahren überfiel er im Zeitraum vom 11. Oktober 1968 bis zum 5. November 1968 vier Menschen – zwei Taxifahrer und zwei Sicherheitsbeamte – und erschoss sie mit einer gestohlenen Militärpistole. Nach einem misslungenen Überfall wurde er am 7. April 1969 verhaftet.

Nach einem langwierigen Prozess wurde er 1979 zum Tode verurteilt, obwohl er zum Zeitpunkt seiner Taten nach japanischem Recht noch minderjährig gewesen war. 1981 wurde das ursprüngliche Urteil vom Obergericht in eine lebenslange Freiheitsstrafe umgewandelt, bei einem Revisionsverfahren zwei Jahre später wurde jedoch vom Obersten Gerichtshof das Urteil aus erster Instanz einstimmig bestätigt. 1987 bestätigte auch das Obergericht das von ihm eigentlich aufgehobene Todesurteil. Eine letzte Berufung durch Nagayamas Anwälte wurde 1990 durch den Obersten Gerichtshof abgewiesen.

Im Gefängnis lernte Nagayama lesen und schreiben. Er schrieb mehrere Gedichte und Bücher, darunter die zwei Bestseller Muchi no Namida und Kibashi. Die Einnahmen seines ersten Buches gab er an die Familien seiner Opfer weiter.[1]

Am 1. August 1997 wurden Nagayama und drei weitere zum Tode Verurteilte ohne Vorwarnung hingerichtet. Er starb im Alter von 48 Jahren nach 28 Jahren im Gefängnis durch den Strang.[2] Sein Leichnam wurde anschließend im Auftrag der Gefängnisverwaltung eingeäschert. Sein Anwalt vermutete, dass damit Spuren des Todeskampfes vor den Angehörigen verheimlicht werden sollten.[3]

Werke[Bearbeiten]

  • 1971: Muchi no Namida (無知の涙)
  • 1984: Kibashi (木橋)
  • 1986: Sooren no Tabigeinin
  • 1987: Sutego Gokko
  • 1988: Shikei no Namida
  • 1989: Nazeka Umi
  • 1990: Isui
  • 1997: Hana

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. amnesty.org: DEATH PENALTY NEWS, September 1997 (Zugriff am 4. Dezember 2007)
  2. amnesty.de: Jahresbericht 1998 - Japan (Zugriff am 4. Dezember 2007)
  3. Hidden Death Penalty in Japan