Norisbank

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  Norisbank GmbH
Neues Logo Norisbank
Staat Deutschland
Sitz Berlin
Rechtsform GmbH
Bankleitzahl 100 777 77[1]
BIC NORS DE51 XXX[1]
Gründung 1965 (Ursprungsinstitut)
2006 (heutige GmbH)
Website www.norisbank.de
Geschäftsdaten 2013[2]
Bilanzsumme 3.374,2 Mio. Euro
Einlagen 2.596,8 Mio. Euro
Kundenkredite 477,1 Mio. Euro
Mitarbeiter 45
Geschäftsstellen 90 (bis 27. Juli 2012)
Leitung
Aufsichtsrat Frank Strauß (Vors.)

Unternehmensleitung

  • Philip Laucks (Vors.)
  • Thomas große Darrelmann
  • Frank Appel
Ehemalige Norisbank-Filiale in Mainz mit dem bis 2006 verwendeten blauen Schriftzug
Norisbank-Filiale in Bremen 2012 vor der Schließung, ehemalige Filiale der Verbraucherbank seit 1980

Die Norisbank GmbH (Eigenschreibweise norisbank) ist ein deutsches Kreditinstitut mit Hauptsitz in Berlin. Seit dem 2. November 2006 ist es ein Tochterunternehmen der Deutschen Bank und seit dem 27. Juli 2012 eine reine Direktbank.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Wurzeln der Norisbank reichen in das Jahr 1954 zurück. Ab diesem Jahr bot das Versandhaus Quelle die Finanzierung seiner Produkte über die Noris Kaufhilfe an.

Am 4. Juni 1965 wurde die Noris Kreditbank GmbH mit Sitz in Nürnberg gegründet. Das Geschäftsziel war die Erweiterung der Finanzierung des gesamten Warenangebotes von Quelle und der Tochterfirmen im Versand und im stationären Bereich. Im Jahre 1969 firmierte die Noris Kaufhilfe zur Noris Bank GmbH um. Mit der Umfirmierung ging eine Erweiterung der Produktpalette auf Bankdienstleistungen, wie Giro- und Sparkonten, einher.

1984 fusionierte die Norisbank GmbH mit der aus Hamburg stammenden Verbraucherbank GmbH. Beweggrund der Übernahme der bis dahin selbstständigen Verbraucherbank GmbH war der Zukauf des ersten deutschen Kundenselbstbedienung-Systems. Die Verbraucherbank hatte 1975 als erstes Geldinstitut in Deutschland die Kundenselbstbedienung eingeführt, 1977 folgte einer der ersten Geldautomaten weltweit und 1980 das erste Online-Banking-Angebot in Deutschland.[3] Die Noris Verbraucherbank GmbH war bis Ende 1997 Teil des Quelle-Konzerns und wurde zum 19. Juni 1997 an die Bayerische Vereinsbank verkauft. Diese fusionierte die Noris Verbraucherbank GmbH mit der Franken WKV Bank GmbH (gegründet 1950).

Im Januar 1999 kam es zur Integration der Hypo Service-Bank (HSB), gegründet 1991, in die norisbank AG. Im Jahre 2000 bot die Norisbank AG als erste Bank im Internet Kredite mit einer Online-Sofortzusage an.

Nach Unsicherheiten im Jahre 2002, als die Hypovereinsbank über eine Integration der Norisbank in das eigene Filialnetz nachdachte, wurde im Dezember 2002 beschlossen, die Norisbank zu verkaufen. Am 1. Oktober 2003 wurde die DZ Bank für einen Kaufpreis von 180 Millionen Euro neuer Eigentümer der Norisbank AG.

Die DZ Bank verkaufte am 3. August 2006 die 98 Filialen und den Namen Norisbank für 420 Millionen Euro an die Deutsche Bank. Die Norisbank AG mit Sitz in Nürnberg firmierte daraufhin in Teambank AG Nürnberg um, während die verkauften Filialen von der neugegründeten Norisbank GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main fortgeführt wurden. Am 1. Oktober 2008 wurde der Sitz schließlich nach Berlin verlegt.

Unternehmensentwicklung[Bearbeiten]

Im Juli 2005 betrat die Norisbank AG ein neues Geschäftsfeld: Den vollständig von anderen Bankdienstleistungen losgelösten Vertrieb des hauseigenen Konsumentenkredites „easy credit“ über Ratenkredit-Fachgeschäfte in Innenstädten, Einkaufszentren und Ausfallstraßen im Stadtgebiet. Mit dieser Marktstrategie wurden im Laufe der Jahre 500.000 neue Kunden gewonnen.[4] Allerdings konnten nicht alle Kreditkunden als Stammkunden gewonnen werden. Im August 2006 hatte die Bank rund 650.000 Kunden.

Im Zuge des Verkaufs an die Deutsche Bank wurden einige Leistungen eingeschränkt: So wurde die Anzahl der Terminals in den Filialen reduziert, es waren keine Auslands-Überweisungen online möglich und die Kassen nahmen kein Hartgeld mehr entgegen. Zum 1. Januar 2008 wurde der klassische Schalterverkehr komplett eingestellt. Die Filialen waren seitdem nur noch Beratungsbüros mit angehängter SB-Geräte-Zone.

Durch den Verkauf der Norisbank an die Deutsche-Bank-Gruppe schied die Norisbank zum 31. Oktober 2006 aus dem Geldautomaten-Verbund CashPool aus und kehrte wieder in den wesentlich größeren Geldautomaten-Verbund Cash Group zurück. Aufgrund der damaligen Zugehörigkeit zur Hypovereinsbank war die Norisbank bereits bis 2003 Mitglied in der Cash Group.

Das neue Geschäftsmodell verstand sich als Direktbank mit Filialen. In den zuletzt 90 Filialen konnten Kunden u.a. Beratung zu den Themen Geldanlage und Altersvorsorge erhalten. Trotz der Beratung in der Filiale erhielten Filialkunden die gleichen Konditionen wie über den Direktvertrieb.

Im Rahmen einer Umstrukturierung wurden zum 27. Juli 2012 alle Filialen geschlossen und die Norisbank in eine reine Direktbank umgewandelt. Bankgeschäfte sind seitdem über das Internet, per Telefonbanking sowie über die SB-Terminals in den Filialen der Deutschen Bank möglich. Die 400 ehemaligen Filial-Mitarbeiter wurden ohne Kündigungen in die Deutsche Postbank überführt.[5][6]

Einlagen bei der Norisbank sind mit einem Betrag von über 75 Mio. EUR je Einzelkunde abgesichert.[7]

Bankleitzahl und BIC[Bearbeiten]

Die Norisbank nutzt derzeit zwei verschiedene Bankleitzahlen (BLZ). Mit der Übernahme der Norisbank durch die Deutsche Bank im Jahr 2006 wurde eine neue Bankleitzahl eingeführt, welche seitdem für sämtliche Neukunden verwendet wird. Bestandskunden behielten die alte Bankleitzahl. Daher lässt sich nicht ohne Weiteres bestimmen, welche Bankleitzahl bzw. welcher BIC für ein Norisbank-Konto gültig ist. Dies geht nur aus den Kontounterlagen des Kunden hervor. Die Bankleitzahlen sowie die dazugehörigen BIC der Norisbank lauten:

BLZ BIC
760 260 00 NORSDE71XXX Altkunden bis 2006
100 777 77 NORSDE51XXX Neukunden ab 2006

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. Jahresabschluss 2013 der Norisbank GmbH im Bundesanzeiger
  3. Vor 30 Jahren: Online-Banking startet in Deutschland auf heise.de
  4. Norisbank auf der-banken-check.de
  5. Konzernumbau – Deutsche Bank macht Norisbank-Filialen dicht auf spiegel.de
  6. norisbank nutzt SB-Terminals der Deutschen Bank auf banklupe.de
  7. Wie sind meine Einlagen gesichert? auf norisbank.de

52.5089913.32994Koordinaten: 52° 30′ 32″ N, 13° 19′ 48″ O