Normalhöhennull
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Normalhöhennull (NHN) ist die Bezugsfläche für Höhen über dem Meeresspiegel im Deutschen Haupthöhennetz 1992. Nullpunkt ist der Amsterdamer Pegel.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Umstellung von NN auf NHN
Seit dem 1. Januar 2000 wird in ganz Deutschland das Höhensystem auf Normalhöhen zum Nullpunkt des Amsterdamer Pegels umgestellt. Das neue Normalhöhennull ist gleichzeitig die Grundlage für das United European Levelling Net (UELN), früher bekannt unter Reseau Européen Unifié de Nivellement (REUN), in dessen Rahmen die Höhensysteme der europäischen Länder vereinheitlicht werden.
Die Höhen werden in diesem System in Meter über Normalhöhennull (m ü. NHN) angegeben. NHN wurde eingeführt, da für die Höhen über Normalnull das tatsächliche Schwerefeld der Erde nicht berücksichtigt wurde. Damit ändern sich sowohl die bisher westdeutschen normal-orthometrischen Höhen (neue Berechnungsmethode) als auch die Normalhöhen Ostdeutschlands (Bezug auf den neuen Pegel Amsterdam).
Jedoch enthalten aktuelle topografische Karten oft noch Höhen über den alten Bezugsflächen.
Die Unterschiede zwischen dem neuen NHN und dem alten NN betragen zwischen -80 und +42 mm, durchschnittlich sind es 4 mm. Sie sind in den Alpen größer als im flachen Norddeutschland. Der Unterschied zu NHN beträgt im Höhensystem von Frankreich etwa 0,5 m (Pegel Mittelmeer), von Belgien etwa 2 m (Pegel Niedrigwasser Ostende). Zu Dänemark und den Niederlande gibt es praktisch keinen Unterschied, sie beziehen sich wie Deutschland auf den Pegel Amsterdam.[1]
[Bearbeiten] Definition
NHN ist eine Bezugsfläche, von der aus die Höhen im Deutschen Haupthöhennetz 1992 gemessen werden. Die Fläche stellt ein Quasigeoid dar. Die Bezugshöhe ist an einem Höhenfestpunkt an der Kirche Wallenhorst festgemacht. Die Geopotentielle Höhe dieses Punktes beträgt ca 88 m. Sie wurde 1986 im Rahmen des europäischen Nivellementnetzes (UELN) ermittelt, ausgehend vom Amsterdamer Pegel, der den Mittleren Wasserspiegel der Nordsee beschreibt. NHN, beziehungsweise die Bezugshöhe in Wallenhorst bildet die Basis für alle Höhenmessungen in Deutschland.
[Bearbeiten] Ellipsoidische Höhe, Normalhöhe und Quasigeoidhöhe
Die gekrümmte blaue Linie entspricht dem Quasigeoid "Normalhöhennull".
[Bearbeiten] Höhennormal in der DDR
In der DDR verwendete man früher Normalhöhen unter der Bezeichnung Höhe über Höhennormal (HN). Als Datum von 1958 galt der Kronstädter Pegel. Die neuen NHN-Höhen sind durchschnittlich 12–15 cm höher. Die maximalen Abweichungen der Nivellementspunkte erster Ordnung liegen bei 7–16 cm.[2]
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Nationale Referenzpegel. Bundesamt für Kartographie und Geodäsie. Abgerufen am 2009-05-08.
- ↑ Höhenreferenzsysteme. Bundesamt für Kartographie und Geodäsie. Abgerufen am 2009-05-08.

