Norman Lamont

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Norman Stewart Hughson Lamont, Baron Lamont of Lerwick (* 8. Mai 1942 in Lerwick, Shetlandinseln, Schottland) ist ein britischer Politiker der Conservative Party.

Biografie[Bearbeiten]

Lamont begann seine politische Laufbahn 1972 mit der Wahl zum Abgeordneten des House of Commons, in dem er als Mitglied der Conservative Party die Interessen des Wahlkreises London-Suburb of Kingston-upon-Thames vertrat. 1975 gehörte er zu der wenigen Abgeordneten der Konservativen, die Margaret Thatcher als Kandidatin für das Amt der Vorsitzenden der Conservative Party öffentlich unterstützten.

Als Anerkennung dafür berief sie ihn auf sogenannte „Junior Posts“, zunächst in ihrem Schattenkabinett und später dann in ihrer Regierung, nachdem sie 1979 Premierministerin wurde. 1986 wurde er zum Finanzsekretär im Schatzamt (Financial Secretary to the Treasury) und nahm damit den dritten Rang innerhalb des Schatzamtes ein. 1989 wurde er von Thatcher zum Chefsekretär (Chief Secretary) des Schatzamtes ernannt. Als solcher stand er damit nach dem Schatzkanzler nicht nur an zweiter Stelle des Ministeriums, sondern gehörte zugleich dem Kabinett an. Während des letzten Jahres von Margaret Thatchers Amtszeit war er damit auch engster Mitarbeiter von Schatzkanzler John Major.

Daher war auch nur wenige überrascht, dass Major 1990 Lamont zum Manager für seinen erfolgreichen fünftägigen Wahlkampf für das Amt des Vorsitzenden der Konservativen auswählte und ihn anschließend am 28. November 1990 mit dem wichtigsten Amt in dessen Kabinett bedachte, dem Amt des Schatzkanzlers. Bei der Einbringung seines ersten jährlichen Regierungshaushalts im März 1991 zeigte er Kühnheit mit seiner Entscheidung, die Mehrwertsteuer (Value-added Tax) von 15 auf 17,5 Prozent anzuheben, um dadurch die Grundlage für die Reduzierung der sogenannten Kopfsteuer (Poll Tax) von 140 Pfund Sterling pro Person zu schaffen. Dieser Schritt, verbunden mit der Entscheidung der Regierung die Kopfsteuer ab 1993 ganz abzuschaffen, halfen die Krise aufgrund der katastrophalsten Entscheidungen der Regierung Thatcher zu beenden. 1993 folgte ihm Kenneth Clarke als Schatzkanzler.

Während der Pfundkrise ("Black Wednesday") vom 16. September 1992, die die Briten aus dem Europäischen Wechselkursmechanismus (= European Exchange Rate Mechanism, ERM) trieb, war Lamont der Schatzkanzler und David Cameron sein Berater. Der Europäische Währungssystem bereite die gemeinsame europäische Währung (später dann Euro genannt) vor.

Bei den Unterhauswahlen 1997 verlor Lamont sein Abgeordnetenmandat nach 25 Jahren. 1998 berief ihn Königin Elisabeth II. als Baron Lamont of Lerwick in den Adelsstand (Life Peerage).

Weblinks[Bearbeiten]