Norman Shumway

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Norman Edward Shumway (* 9. Februar 1923 in Kalamazoo, Michigan; † 10. Februar 2006 in Palo Alto, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Kardiologe und Chirurg. Er war ein Pionier der modernen Herztransplantation.

Shumway studierte an der University of Michigan und nach Wehrdienst im Zweiten Weltkrieg an der Baylor University (medizinische Ausbildung in der US Armee) und der Vanderbilt University, wo er 1949 seinen Abschluss (M. D.) machte. Danach erhielt er seine fachärztliche Ausbildung als Chirurg (Residency) an der University of Minnesota, wo er 1956 in Chirurgie promovierte. Ab 1958 lehrte er Chirurgie am Stanford Hospital der Stanford University in San Francisco und (nach dem Umzug der Klinik) Palo Alto. 1965 wurde er Leiter der Abteilung für Kardio- und Thoraxchirurgie der Stanford University. 1993 ging er in den Ruhestand.

Shumway war der erste Mediziner, der am 6. Januar 1968 erfolgreich in den USA ein Herz verpflanzte, rund einen Monat nach der ersten Herztransplantation von Christiaan Barnard in Südafrika. Der Patient, der vierundfünfzigjährige Stahlarbeiter Mike Kasperak, der zehn Jahre zuvor eine schwere Virus-bedingte Myokarditis hatte und mit schlechter Prognose in die Klinik eingeliefert worden war, überlebte nur 15 Tage und starb nach einer Reihe von Komplikationen[1]. Barnard, der Gast an Shumways Klinik in Stanford gewesen war, kam ihm nur wenig zuvor und verwendete dabei Techniken, die Shumway entwickelt hatte, der schon seit 1956 experimentelle Herzverpflanzungen an Hunden durchführte. In Stanford arbeitete er dabei eng mit Richard Lower zusammen. Shumway spielte auch in den USA eine führende Rolle in der Einführung von Ciclosporin und der allgemein an der Entwicklung von Immunsuppressiva bei Transplantationen. Shumway forschte auch über die chirurgische Behandlung angeborener Herzfehler, von Aneurysmen und Erkrankungen der Herzklappen.

Shumway starb an den Folgen eines Lungenkrebsleidens.

1994 erhielt er die Lister-Medaille. Er erhielten den ersten Lifetime Achievement Award der International Society for Heart and Lung Transplantation. 2001 erhielt er mit Thomas E. Starzl und Roy Calne den König-Faisal-Preis für Medizin.

Shumway hatte aus einer (geschiedenen) Ehe mit Mary Lou Stuurmans vier Kinder. Seine Tochter Sara J. Shumway wurde stellvertretende Leiterin der Herz- und Lungentransplantation an der University of Minnesota. Mit ihr gab er 1995 das Buch Thoracic transplantation (Blackwell Scientific) heraus.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Arbeitsbedingt und da er ein starker Raucher war, war die Lungenfunktion eingeschränkt. Die Leber und die Nieren waren durch Sauerstoffmangel während der Operation geschädigt worden. Time Magazine, 19. Januar 1968