Norn
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| Norn | ||
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Gesprochen in |
Orkney- und Shetland-Inseln (bis ins 18. Jahrhundert) | |
| Sprecher | ausgestorben | |
| Linguistische Klassifikation |
Indogermanische Sprache
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| Sprachcodes | ||
| ISO 639-1: |
- |
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| ISO 639-2: |
gem (sonstige Germanische Sprachen) |
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| ISO 639-3: |
nrn |
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Norn, eine heute ausgestorbene Sprache, war bis in das 18. Jahrhundert hinein die Landessprache auf den Shetlands und auf Orkney.
Diese Inselgruppen gehörten einst zu Norwegen, waren aber schon vor Ankunft der Wikinger im 9. Jahrhundert besiedelt. Norn war eine nordgermanische Sprache. Bis heute ist das Schottische Englisch und besonders die schottischen Dialekte auf den Shetlands und auf den Orkney stark vom Norn beeinflusst. Norn war, wie heute noch Isländisch und Färöisch eine westskandinavische Sprache (Inselskandinavisch). Das heutige Färöisch kommt dem Norn am nächsten.
Noch heute haben besonders auf den Shetlands viele Bewohner eine besondere Beziehung zu Skandinavien. Die kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Shetlands, Orkney, Hebriden und Färöern werden auch auf offizieller Ebene in den letzten Jahren intensiviert.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Forschungsgeschichte
Bezeichnenderweise waren alle frühen Erforscher des Norn selbst keine Muttersprachler.
Der Pfarrer James Wallace († 1688), der in Sanday und Kirkwall tätig war[1], zeichnete im 17. Jahrhundert eine orkadische Variante des Vaterunsers auf, die 1693 in Account of the Islands of Orkney in London erschien. Das Buch behandelt zunächst die Geografie der Insel, dann die Flora und Fauna[2] und geht nach Beobachtungen über die Einwohner auf die Kirchengeschichte der Insel ein.
George Low, ein Theologe auf Orkney im 18.Jahrhundert, bereiste in den 1800er Jahren Shetland und Foula (eine Insel westlich von Shetland). In seinem A Tour through the Islands of Orkney and Shetland sind einige Texte, wie das Vaterunser und die Hildina-Ballade, überliefert. Da George Low selbst Schotte war und weder Norn noch einer anderen nordgermanischen Sprache mächtig war, sind seine Transkriptionen sowohl in der Phonetik als auch in der Morphologie unzureichend. Hinzu kommt, dass sein Informant selbst weder lesen noch schreiben konnte und ihm daher bei der Frage nach einer authentischen Schreibung der Texte nicht helfen konnte.
Jakob Jakobsen, ein Färinger und somit immerhin ein Kenner nordgermanischer Sprachen, gelang es noch im 19. Jahrhundert, eine Liste mit 10.000 Wörtern des Norn zusammenzutragen (darunter auch viele Toponyme) und daraus ein etymologisches Wörterbuch zu erstellen. 1897 erschien sein Buch The dialect & place names of Shetland.
Hugh Marwick, ein schottischer Gelehrter, schrieb seine Doktorarbeit über das Norn von Orkney, die 1926 erschien. Von 1914-1929 war er Direktor der Grundschule in Kirkwall, der Hauptstadt der Orkneys. Zu dieser Zeit war allerdings die Sprache längst ausgestorben, so dass ihm als Forschungsgegenstand auch nur die Toponyme blieben. 1947 erschien daher The Place Names of Rousay, 1951 Orkney und 1952 Orkney Farm-Names.
[Bearbeiten] Das Vaterunser
| Matthäus 6:9-13, "The Lord's Prayer in Foula Norse" (nach Low 1774):[3] | Matthäus 6:9-13, "Wallace's specimen of Orkney Norn" (Wallace 1700, zitiert nach Low 1774, s. o.) |
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Fy vor or er i Chimeri. Halaght vara nam dit. |
Favor i ir i chimrie, Helleur ir i nam thite, |
Zu den vorstehenden Versionen ist anzumerken: Das Shetland-Beispiel zitierte Low als "Foula Norse" (nicht, wie gelegentlich behauptet wird, als "Shetland Norn"), da er den 1774 noch auf der entlegenen Insel Foula gesprochenen Dialekt für die ursprünglichste, noch erhaltene Form des Norse hielt. Gleichzeitig stellt er zum Norse, wie es 1774 auf Shetland insgesamt gesprochen wurde fest: "The Norse language is much worn out here, yet there are some who know a few words of it; it was the language of the last age, but will entirely lost by the next." Die Typographie seiner Aufzeichnung, die dem heutigen "Neufäröisch" wesentlich ähnlicher sein müsste, ist nicht korrekt, da Low nach eigenem Bekunden, die Worte nur nach seinem "Hörverstehen" notierte. Seine Informanten (durchweg einfache Leute = "lower class people"), beherrschten Norse auch nur als gesprochene Sprache, nicht als Schriftsprache (… who cannot be supposed to have a thorough knowledge either of one Language or the other, p. 107), konnten seine Aufzeichnungen darum auch nicht korrigieren.
Diesen Foula-Befund stellt er dann Wallace's specimen of Orkney Norn, wobei er Wallace als bekannt beim Leser voraussetzt und offen lässt, was und woraus genau er zitiert. Auch hierbei kommt es zu (geringfügigeren) typographischen Abweichungen im Vergleich zu den fraglichen Wallace-Veröffentlichungen (1694 und 1699).
| Matthäus 6:9-13, Altnordisch | Matthäus 6:9-13, Matthäus 6:9- 13 (16) (Neufäröisch nach Jacob Dahl und Kristian Osvald Viderø, 1961) |
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Faþer vár es ert í himenríki, verði nafn þitt hæilagt |
Faðir vár, tú sum ert í himlunum! Heilagt verði navn títt; Quelle: bibelselskabet.dk |
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ http://www.scan.org.uk/researchrtools/orkney_ms.htm
- ↑ http://links.jstor.org/sici?sici=0260-7085(1700%2F1701)22%3C543%3AAAOABV%3E2.0.CO%3B2-E
- ↑ George Low: A Tour through the Islands of Orkney and Schetland (1774), first published: Kirkwall 1879, pp 104 – 107
[Bearbeiten] Literatur
- Michael P. Barnes: The Norn Language of Orkney & Shetland. Shetland Times 1998. ISBN 1-898852-29-4 (72 Seiten, einzige Monographie zum Thema)
- Gillian Fellows-Jensen: Scandinavian influence on the place-names of England, in: Ureland/ Broderick (eds.): Language Contact in the British Isles. Tübingen 1991 337-354.
- Jakob Jakobsen: An Etymological Dictionary of the Norn Language in Shetland. 2 Bände. London/Copenhagen 1928-32 (Neudruck 1985).
- O. Werner: Die Erforschung des Inselnordischen, in: Zeitschrift für Mundartforschung Supplement, NS 6, 2: 459-519. (1968).

