Norridgewock (Maine)

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Norridgewock
Norridgewock (Maine)
Norridgewock
Norridgewock
Lage in Maine
Basisdaten
Gründung: 1788
Staat: Vereinigte Staaten
Bundesstaat: Maine
County:

Somerset County

Koordinaten: 44° 43′ N, 69° 47′ W44.715833333333-69.79111111111161Koordinaten: 44° 43′ N, 69° 47′ W
Zeitzone: Eastern (UTC−5/−4)
Einwohner: 3367 (Stand: 2010)
Bevölkerungsdichte: 26,1 Einwohner je km²
Fläche: 132 km² (ca. 51 mi²)
davon 129 km² (ca. 50 mi²) Land
Höhe: 61 m
Postleitzahl: 04957
Vorwahl: +1 207[1]
FIPS:

23-49800

GNIS-ID: 0572232
Webpräsenz: www.townofnorridgewock.com

Norridgewock ist eine Stadt im Somerset County im Bundesstaat Maine in den Vereinigten Staaten.

Beim Zensus aus dem Jahr 2010 hatte Norridgewock 3.367 Einwohner. Die Stadt ist aufgrund ihrer Geschichte, ihrer Architektur und ihrer landschaftlichen Schönheit bekannt. Norridgewock liegt an einer Biegung des Kennebec Rivers im Somerset County in der Südhälfte Maines. Die Stadt war einst der Sitz des Sagamore der Östlichen Abenaki; der Name stammt aus der Abenakisprache und bedeutet ruhiges Gewässer.

Geografie[Bearbeiten]

Dem United States Census Bureau zufolge hat die Stadt eine Grundfläche von 132,4 km², davon sind 129,1 km² Land und 3,3 km² Wasser. Im Stadtgebiet von Norridgewock gibt es drei Flüsse: Kennebec River, Sandy River und Mill Stream. Norridgewock kann über die U.S. Highways 2 und 201A, sowie über die Maine State Routes 8 und 139 erreicht werden. Nachbarorte von Norridgewock sind im Norden Madison, im Osten Skowhegan, im Süden Fairfield und Smithfield und im Westen Mercer und Starks.[2]

Demografie[Bearbeiten]

Der Zensus aus dem Jahr 2000 ermittelte 3.294 Einwohner, 1.285 Haushalte und 953 Familien in Norridgewock. In der Stadt lebten 98,36 % Weiße, 0,30 % Schwarze, 0,46 % Indianer, 0,12 % Asiaten, 0,36 % Latinos und 0,76 % andere. Die Altersverteilung belief sich auf 26,3 % unter 18 Jahre, 6,3 % von 18-24 Jahre, 30,1 % von 25–44 Jahre, 25,7 % 45–64 Jahre und 11,5 % auf 65 Jahre oder älter. Das mittlere Einkommen pro Familie belief sich auf 41.536 Dollar und 15,1 % der Familien lebten unterhalb der Armutsgrenze.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Um 1610 errichteten französische Jesuiten eine Missionsstation in dem Abenakidorf Norridgewock. Hier residierten die Sagamore der Kennebec oder Norridgewock, einem Stamm der Östlichen Abenaki. Unter der Führung ihres Ober-Sagamore Bashabes bildeten die Kennebec zu Beginn des 17. Jahrhunderts eine machtvolle Allianz mit den Penobscot und anderen Östlichen Abenaki und bedrohten ihre Feinde, die Micmac auf der anderen Seite der Bucht. Die Feindschaft bestand schon seit langer Zeit, wurde aber durch die Konkurrenz beim Pelzhandel mit den Franzosen verschärft.

Der bekannteste der französischen Missionare war Pater Sébastien Rasles, der 1687 nach Norridgewock versetzt wurde. Er errichtete eine kleine, schmucke Kapelle und lebte in einer Hütte mitten unter den gefürchteten Abenaki. Er übte großen Einfluss auf die Indianer aus, die ihn als mildtätigen Menschen und großartigen Prediger schätzten. Männer wie Sébastien Rasles wurden zentrale Figuren in der Abenaki-Geschichte. Schon bald bekamen die Abenaki bei den Briten den Ruf, die frömmsten Katholiken zu sein und zu den treuesten indianischen Freunden Neufrankreichs zu gehören.

Nach dem ersten Indianerkrieg, dem King Philip’s War, führten die britischen Kolonisten alle Überfälle dieses Stammes auf ihre Siedlungen auf den Einfluss Pater Rasles zurück. Er fungierte als Berater der Indianer bei Verhandlungen mit den Briten, die sich sogar manchmal übervorteilt fühlten. Die Kolonisten versuchten wiederholt erfolglos, Rasles in Norridgewock gefangen zu nehmen. Im Jahr 1723 erbeuteten sie bei einem erneuten Versuch eine Kassette, in der sich Rasles Manuskript des Abenaki-Französischen Wörterbuchs befand. Das Wörterbuch und andere Dokumente aus dieser Zeit werden heute in der Bibliothek der Harvard University aufbewahrt.[3]

Das Dorf der Abenaki befand sich rund 5 km oberhalb der heutigen Norridgewock-Brücke an der Einmündung des Sandy Rivers in den Kennebec River. Die Rindenhütten der Indianer standen in zwei parallelen Reihen in Nord-Süd-Richtung. Zwischen den Hütten verlief eine etwa 60 m breite Straße. Am nördlichen Ende stand die Kirche, während sich am entgegengesetzten Ende die Kapelle der Jungfrau Maria befand, die an Werktagen genutzt wurde.

208 Soldaten in 17 Walbooten fuhren im August 1724 den Kennebec River hinauf und landeten an der Einmündung des Sebasticook Rivers. Von hier aus marschierten sie unbeobachtet nach Norridgewock, das sie am 24. August erreichten. Das folgende Gefecht war kurz und blutig. 30 Krieger wurden getötet und 14 verwundet, die übrigen ergriffen mit ihren Familien die Flucht. Auch Pater Rasles fand den Tod und sein Leichnam wurde skalpiert und verstümmelt. Schließlich wurden die Kirche und die Hütten in Brand gesetzt. Die Abenaki zogen nach Wôlinak in Kanada und kehrten nicht mehr zurück.

Norridgewock war weit entfernt von anderen Orten in Neuengland und die Region wurde innerhalb der nächsten 50 Jahre nicht nennenswert besiedelt. Im Oktober 1775 durchquerte General Benedict Arnold mit seiner Armee das Gebiet im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg auf seinem Weg nach Québec. Erst im Juni 1788 gab es genügend Bewohner, um eine Stadt zu gründen. Nach der Bildung des Somerset Countys im Jahr 1809 wurde Norridgewock County Seat und verlor diesen Status erst 1871 an Skowhegan. 1849 entstand die hölzerne, überdachte Brücke über den Kennebec River. Sie ist rund 200 Meter lang und kostete damals 11.000 Dollar. Im Jahr 1929 wurde sie erneuert.[3] Von 1894 bis 1903 verkehrte die Straßenbahn Skowhegan–Norridgewock, die den Ort mit der Kreisstadt verband.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fakten und Daten
  2. a b Norridgewock (town), Maine in der englischsprachigen Wikipedia
  3. a b Geschichte von Norridgewock