North-South Expressway

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
North-South Expressway
Brückenrestaurant bei Ayer Keroh

Der North-South Expressway (Abk.: NSE), malaiisch Lebuhraya Utara-Selatan, ist eine malaysische autobahnähnliche Schnellstraße, welche von der thailändische-malaysischen Grenze in Perlis, an der Westküste entlang bis nach Johor Bahru am südlichen Ende der Malaiischen Halbinsel verläuft. Der NSE ist auch unter dem Namen Plus Expressway bekannt.

Der NSE wurde am 8. September 1994 eröffnet und ist mit 966 km Länge bis heute die längste Schnellstraße in Malaysia.

Geschichte[Bearbeiten]

In den 1970er Jahren begann man mit den Planungen einer ersten Schnellstraße für die Westküste Malaysias. 1977 erhielt das Infrastrukturministerium den Auftrag zur Planung dieser Schnellstraße, welche alle wichtigen Zentren an der Westküste der Malaiischen Halbinsel verbinden sollte.

1981 begannen die Bauarbeiten, welche bis zur Gründung der heutigen Betreibergesellschaft Plus Expressways Berhad 1988 von der Malaysian Highway Authority beaufsichtigt wurden. Um Geld für laufende Bauinvestitionen zu erhalten, wurden bereits fertiggestellte Teilabschnitte inklusive Mautstellen in Betrieb genommen.

Der North-South Expressway wurde 15 Monate früher als geplant fertiggestellt und konnte deswegen schon am 8. September 1994 von Mahathir bin Mohamad, dem malaysischen Premierminister, eingeweiht werden.

Trassenführung[Bearbeiten]

Der NSE verbindet viele große Städte an der Westküste. Der NSE verläuft von der thailändisch-malaysischen Grenze im Norden bei Bukit Kayu Hitam im Bundesstaat Perlis über die Städte Alor Setar, Sungai Petani, Butterworth, Taiping, Ipoh, Rawang, Kuala Lumpur, Seremban, Melaka (Malakka) bis nach Johor Bahru und den dortigen Anschlussstraßen nach Singapur.

Der NSE ist in Kuala Lumpur nicht durchgängig. Dort besteht eine Lücke von etwa 100 km. Trotzdem ist eine Fahrt von Norden nach Süden ausschließlich auf Expressways möglich. Dazu umfährt man den Großraum Kuala Lumpur und das Bundesterritorium Putrajaya westlich über den New Klang Valley Expressway und den North-South Expressway Central Link.

Technische Auslegung[Bearbeiten]

Der NSE ist einer deutschen Bundesautobahn sehr ähnlich. Fast die gesamte Strecke ist vierspurig (zwei Spuren je Richtung) und mit zwei Standstreifen ausgelegt. Teilabschnitte sind sechsspurig ausgelegt. Die Autobahnauf- und Abfahrten werden weitläufig eingefädelt. Notfalltelefone gibt es alle zwei Kilometer.

Der Teil südlich von Kuala Lumpur ist mit einem sehr breiten Mittelstreifen ausgestattet worden. In weiten Abschnitten baut man zurzeit auf diesem in beiden Richtungen eine dritte Fahrbahn, indem man sie zur Mitte hin anfügt. Vorteil dieses breiten Mittelstreifens ist, dass kostenaufwendige Hügeleinschnitte und Dämme nicht verbreitert werden müssen.

Der Unterbau wurde nach westlichen Standards errichtet, der Fahrbahnbelag ebenfalls. Die Trasse ist für Hochgeschwindigkeitsfahrt ausgelegt. Die Kurven haben einen großen Radius und der Neigungswinkel ist klein.

Der bergige Abschnitt zwischen Gopeng und Tapah ist mit 200 Mio. Ringgit pro Kilometer, im Vergleich zum Durchschnitt mit 20 Mio. RM/km, der teuerste.

Der 800 m lange Menora Tunnel bei Jelapeng ist der einzige Tunnel auf dem NSE und war zum Zeitpunkt der Fertigstellung der längste auf der malaiischen Halbinsel.

Aktuelle Erweiterungen[Bearbeiten]

Zurzeit wird an mehreren Streckenabschnitten eine dritte Spur an die bestehenden zwei Fahrbahnen angefügt. U. a. wird der gesamte Trassenabschnitt zwischen Kuala Lumpur und der Ausfahrt Slim River in beiden Richtungen um eine Spur ergänzt, wozu die Bergeinschnitte und Dammbauten auf diesem hügeligen Abschnitt verbreitert werden müssen.

Mautstelle in Kuala Lumpur

Mautsystem[Bearbeiten]

Die Betreibergesellschaft Plus Expressways Berhad benutzt auf dem größten Teil des NSE ein geschlossenes Mautsystem: Alle Fahrzeuge erhalten an den Auffahrten Tickets und bezahlen den gefahrenen Abschnitt an der Autobahnabfahrt an einem so genannten Toll Plaza.

Pendler können verschiedene Karten kaufen, die man bei langsamer Fahrt durch das Toll Plaza an die Windschutzscheibe hält. Ein Computer bucht einen günstigeren Tarif ab.

Autobahnwechsel (Expressway Interchange)[Bearbeiten]

Es gibt Autobahnkreuze bzw. Autobahndreiecke mit Anschluss zu den Autobahnen: E 1 Expressway Penang Bridge, E 1 New Klang Valley Expressway, E 6 North-South Expressway Central Link, E 29 Seremban-Port Dickson Highway, E 3 Second Link Expressway.

Technische Daten[Bearbeiten]

North-South Expressway (NSE)
Nummerierung E1 (nördlich von Kuala Lumpur), E2 (südlich von Kuala Lumpur)
Betreibergesellschaft Plus Expressways Berhad
Gesamtlänge 15.648.029 (+11,6 %)
Fahrbahnspuren 4 (Abschnittsweise auch 6)
Auf-/ Abfahrten 75
Mautstellen 65
Tunnel 1

Weblinks[Bearbeiten]