North Leigh (römische Villa)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ruinen der Villa von North Leigh
Mosaik in der Villa von North Leigh

Bei North Leigh in England (Oxfordshire) konnten die Reste einer bedeutenden römischen Villa ausgegraben werden. Vor allem im vierten Jahrhundert n. Chr. hatte der Bau fast palastartige Ausmaße und gehörte zu den größten Villen im römischen Britannien.

Die Villa befand sich etwa ein Kilometer südlich der „Akeman Street“, einer wichtige römischen Straße, die Verulamium (St Albans) mit Corinium Dobunnorum (Cirencester) verband. An dem Ort der Villa gab es schon in keltischer Zeit ein Bauernhaus, dessen bescheidenen Reste beobachtet werden konnten. Um 100 n. Chr. bestand die römische Villa aus zwei Bauten, vielleicht die eigentliche Villa und einen eher wirtschaftlich benutzten Bau.

Im vierten Jahrhundert wurde der Bau stark erweitert und reich dekoriert. Die Villa bestand nun aus drei langen Gebäudeteilen, die sich um einen offenen Hof gruppierten. Zur Frontseite hin gab es einen langen, wohl überdachten Gang mit einem Tor. Die Villa hatte damals über 60 Räume, wozu ein Bad, ein Küchentrakt und eine Empfangshalle gehörten. Diese Empfangshalle war mit einem großen Mosaik dekoriert, das heute noch vor Ort zu sehen ist. Andere Mosaiken wurden entfernt. Insgesamt wurden im 19. Jahrhundert 16 Mosaike entdeckt. Einige Räume hatten Hypokausten.

Die Reste wurden schon 1783 beschrieben. Erste Ausgrabungen fanden schon 1813 bis 1816 statt. Weitere Ausgrabungen gab es kurz vor dem Ersten Weltkrieg und dann in den 1970er Jahren. Anhand von Luftphotographien konnten weitere Bauten vor allem im Süden beobachtet werden. Die Villa kann heutzutage besichtigt werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Stephen R. Cosh, David S. Neal: Roman Mosaics of Britain, Volume IV, Western Britain, The Society of Antiquaries of London, London 2010, ISBN 978-0-85431-294-8, S. 244-257.

51.837452777778-1.4309444444444Koordinaten: 51° 50′ 15″ N, 1° 25′ 51″ W