North Warning System

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North Warning System Emblem

Das North Warning System ist ein gemeinschaftlich betriebenes Netzwerk von Radaranlagen zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada. Das North Warning System ist eine Nachfolgesystem vom Distant Early Warning Line System zur Luftraumüberwachung und nahm Ende 1980 den Betrieb auf. Diese Anlagen sollen den Luftraum von Kanada als auch den Vereinigten Staaten überwachen und vor drohende Gefahren und Luftraumverletzungen anzeigen, damit Gegenmaßnahmen getroffen werden können. Die meisten Radaranlagen befinden sich in Kanada, die sich vorwiegend an den Küsten und in den nördlichen Territorien befinden. Diese Anlagen werden vom amerikanischen als auch von kanadischen Militärbediensteten bedient. Wichtige Informationen werden umgehend an die Hauptquartiere des NORAD in Kanada sowie in den Vereinigten Staaten gesandt, in welchen dann gemeinsam über entsprechende Gegenmaßnahmen entschieden wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Distant Early Warning Line, welches Ende 1950 eingerichtet war, hatte die Aufgabe den Luftraum von den USA und Kanada vor feindlichen Angriffen vorwiegend vor der ehemaligen Sowjetunion zu schützen. Dieses System wurde bis Mitte 1980 betrieben. Mit der Vereinbarung des North American Air Defence Modernization agreement wurde die Zusammenarbeit zwischen den Ländern Kanada und USA intensiviert sowie die Systeme modernisiert. Diese Vereinbarung wurde auf dem "Shamrock Summit" zwischen dem kanadischen Premierminister Mulroney und dem Präsidenten Reagan in Quebec, Kanada am 18. März 1985 vereinbart. Aus dieser Vereinbarung entstand das heute noch bestehende North Warning System.

Betrieb[Bearbeiten]

Das North Warning System betreibt Radarstationen unter anderem des Typs FPS 117 (Remote Radar Post) und AN/FPS-124. Diese Anlagen werden vom NORAD (North American Aerospace Defense Command) betrieben. Die Stationen in Alaska werden vom regionalen Kontrollzentrum bedient. Die kanadischen Radarstationen werden von einem kanadischen Militärstützpunkt bedient. Die Informationen werden aufgezeichnet, aufgearbeitet und dann an die NORAD Hauptquartiere in Kanada und den Vereinigten Staaten weitergeleitet. Diese Entscheiden dann über das weitere Vorgehen.

Stationen[Bearbeiten]

DEW Line Station in Point Lay, Alaska

Das North Warning System betreibt 15 Radarsysteme mit langer Reichweite, 11 befinden sich in Kanada und 4 in den Vereinigten Staaten. Des Weiteren 39 Nahbereichsradarsysteme von denen sich 36 in Kanada befinden und 4 in den Vereinigten Staaten. Insgesamt wird eine Fläche von 4.800 km von diesen Radarsystemen an den Küsten von Alaska, Kanada bis zum südlichen Neufundland und Labrador abgedeckt (kleine Auswahl).:

Site-ID Standort Radartyp Aktiviert Jahr Aktueller Status Bemerkungen
POW-M Point Barrow, Alaska, Vereinigte Staaten FPS-117 1957 in Betrieb Technische und Infrastrukturelle Einrichtungen modernisiert.
BAR-M Barter Island, Alaska, Vereinigte Staaten FPS-117 1957 in Betrieb
POW-1 Point Lonely, Alaska, Vereinigte Staaten FPS-124 1957 2007 Anlage Aufgrund notwendiger Instandhaltung sowie Budgeteinsparungen außer Betrieb
BAR-1 Komakuk Beach, Inuvik YT, Kanada FPS-124 1957 in Betrieb Die Anlage diente als erstes dem Distant Early Warning Line im Jahre 1957 und diente dem System bis 1989. Seit diesem Zeitpunkt wird die Anlage im North Warning System weiterbetrieben. 2005 erfolgte eine grundlegende Sanierung der Anlage.
BAR-BA3 Storm Hills, NT, Kanada FPS-124 1990 in Betrieb Die Anlage beinhaltet eine Radaranlage, Kommunikationsgebäude sowie ein kleines Lagergebäude. Die Anlage ist nur per Helikopter erreichbar und verfügt über ein Helipad.
PIN-M Cape Parry, North Territories, Kanada FPS-117 1957 in Betrieb
LAB-2 Saglek, Neufundland und Labrador, Kanada FPS-117 1957 in Betrieb Seit 1989 in Nutzung durch das North Warning System. Anlage verfügt über mehrere Gebäude die Unterirdisch verbunden sind. Die Anlage wurde im Jahr 2005 Kernsaniert.
CAM-FA Lailor River, Kanada FPS-124 1992 in Betrieb Die Anlage beinhaltet eine Radaranlage, Kommunikationsgebäude sowie ein kleines Lagergebäude. Die Anlage ist nur per Helikopter erreichbar und verfügt über ein Helipad.

Weblinks[Bearbeiten]