Northern Range

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Northern Range
Im Norden Trinidads: Die Northern Range.

Im Norden Trinidads: Die Northern Range.

Die Northern Range, vom Asa Wright Nature Centre aus gesehen

Die Northern Range, vom Asa Wright Nature Centre aus gesehen

Höchster Gipfel Cerro del Aripo (940 m)
Lage Trinidad, Trinidad und Tobago
Koordinaten 10° 44′ N, 61° 15′ W10.733333333333-61.25940Koordinaten: 10° 44′ N, 61° 15′ W

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Die Northern Range ist ein Mittelgebirge im Norden der Insel Trinidad in Trinidad und Tobago.

Geographie[Bearbeiten]

Die Northern Range ist eine Verlängerung des venezolanischen Teils der Anden.[1] Das Gebirge ist in West-Ost-Ausdehnung etwa 100 Kilometer lang und reicht von der Chaguaramas-Halbinsel im Golf von Paria im Westen bis Taco am Atlantischen Ozean im Osten. In Nord-Süd-Ausdehnung ist es 20 Kilometer lang und reicht vom Karibischen Meer bis zur Eastern Main Road.[2] Damit nimmt die Northern Range etwa 25 % der Landmasse Trinidads ein. In Nord-Süd-Querschnitt betrachtet ist das Gebirge deutlich asymmetrisch; vom Kamm aus fällt es generell eher sanft nach Süden hin ab, nach Norden hingegen steil ins Meer. Die politischen Regionen Trinidads, durch die sich die Northern Range zieht, sind von Westen nach Osten Diego Martin, Port of Spain, San Juan-Laventille, Tunapuna-Piarco, Arima und Sangre Grande.[3] Die beiden höchsten Gipfel sind der Cerro del Aripo, nordöstlich von Arima gelegen, mit 940 Metern und der Tucuche nördlich von Port of Spain mit 936 Metern.

Geologie und Klima[Bearbeiten]

Die Northern Range besteht größtenteils aus Sedimentgestein (Schiefer und Kalkstein). Die östlichen Ausläufer sind zum Teil vulkanischen Ursprungs. Mit 3810 Millimetern pro Jahr ist die Niederschlagsmenge die höchste auf Trinidad.[1]

Gewässer[Bearbeiten]

Das Wassereinzugsgebiet Northern Range ist das wichtigste Element der Trinkwasserversorgung Trinidads.[2] Das Hollis Reservoir (10°42′N 61°11′W), das älteste Wasserreservoir Trinidads, befindet sich nordöstlich von Arima und kann bei maximaler Füllung pro Tag 37 Millionen Liter Wasser bereitstellen. Es wird aus dem Quare River sowie durch Regenwasser aus den umliegenden Bergen gespeist. Der zweitlängste Fluss Trinidads, der Caroni River, entspringt der Northern Range, fließt dann den East-West Corridor entlang nach Westen und mündet schließlich in den Golf von Paria. Weitere in der Northern Range entspringende Flüsse sind Caura River und Oropuche River (entwässern nach Süden) sowie Marianne River, Shark River und Yarra River (entwässern nach Norden ins Karibische Meer).

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Blüte von Trompetenbäumen (Tabebuia aurea)

Im Westen der Northern Range ziehen sich die Vororte von Port of Spain die Hänge hoch. Dort ist die Hügelkette größtenteils besiedelt und entwaldet. Nach Osten hin nimmt die Bewaldung zu, allerdings ist die Northern Range durch unreglementierten Bergbau, Steinbrüche, Landwirtschaft und Urbanisierung Erosion und Degradation ausgesetzt.[2][4] Im Tal von Arima ist hingegen wegen des dort liegenden Asa Wright Nature Centre noch ursprünglicher tropischer Bergregenwald vorhanden. Weitere Naturschutzgebiete in der Northern Range sind das Trinity Hills Wildlife Sanctuary sowie das Valencia Wildlife Sanctuary. Die Northern Range verfügt über eine hohe Biodiversität, da sich hier die Fauna Südamerikas und die der nördlich gelegenen karibischen Inseln mischen.[2]

In der Dunston-Höhle im Tal von Arima sowie in der Aripo-Höhle am Cerro del Aripo existieren Populationen des seltenen Fettschwalms. Eine auf Trinidad endemische und mittlerweile nur noch in der Northern Range vorkommende Vogelart ist der vom Aussterben bedrohte Trinidadguan.
In Höhen zwischen 800 und 940 m rund um die beiden Gipfel Cerro del Aripo und El Tucuche lebt der auf Trinidad endemische Phyllodytes auratus (Golden Tree Frog). Gemäß der IUCN wird er als "vom Aussterben bedroht" (critically endangered) gelistet.

In der Williams Bay gibt es größere Seegras-Vorkommen. In der Northern Range endemische Pflanzen sind u. a. Dicliptera aripoensis und Justicia flaviflora.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Der Westen der Northern Range ist dichtbesiedelt durch die wild wuchernden Vororte von Port of Spain, entsprechend profitiert das Areal von Port of Spains Status als Finanzzentrum der Karibik und eines der wichtigsten Handelszentren der Karibik. Gleiches gilt für die Städte des im Süden der Northern Range gelegenen Städte des East-West Corridors. Die vorherrschenden Wirtschaftszweige im eigentlichen Kerngebiet der Northern Range hingegen sind Land- und Forstwirtschaft sowie Ökotourismus.

Der dichtbesiedelte Nordwesten der Northern Range ist von zahlreichen Straßen durchzogen, nordöstlich von Champ Fleur hört die Erschließung aber abrupt auf, und Straßen führen lediglich um große Teile der Northern Range herum.
Die Eastern Main Road verläuft südlich des Gebirges von Port of Spain durch den dichtbesiedelten East-West Corridor bis Arima und darüber hinaus bis Valencia, woe sie nach Süden Richtung Sangre Grande abknickt. Parallel zur Eastern Main Road verläuft der Churchill-Roosevelt Highway von Port of Spain bis Arima. Von Valencia aus führt die Toco Main Road weiter entlang der Northern Range bis an die Ostküste und von dort um das Gebirge herum nach Norden bis nach Toco.
Nördlich von Port of Spain windet sich die North Coast Road über die Northern Range bis zur Nordküste und verläuft entlang dieser nach Osten bis nach Blanchisseuse. Dort endet die Straße; das ca. 30 km lange[5] Teilstück zwischen Blanchisseuse und Matelot ist nicht erschlossen. Von Matelot aus führt die Paria Main Road entlang der Küste nach Toco.
Von Blanchisseuse aus windet sich die Arima Road in südlicher Richtung über die Northern Range und passiert auf dem Weg nach Arima das Asa Wright Nature Centre, sowie das Dörfchen Brasso Seco Paria. Von Champ Fleurs aus führt eine weitere Straße nach Norden in die Northern Range hinein, durch Trinidads ehemalige Hauptstadt St. Joseph und das Maracas Valley hindurch bis nach Loago.

Tourismus[Bearbeiten]

Im Tal von Arima befindet sich das Asa Wright Nature Centre, eine Kombination aus Resort und ornithologischer Forschungsstation. Nordöstlich von Arima befindet sich der Cleaver Woods Recreation Park, der die Lebensweise der Ureinwohner von Trinidad, der Kariben und Arawak, darstellt.

Städte und Orte in der Northern Range[Bearbeiten]

Städte über 10.000 Einwohner[Bearbeiten]

Nr. Stadt Einwohner Census Lage
1 Diego Martin 86.800 2000 Diego Martin
2 San Juan 54.900 2004 East-West Corridor
3 Port of Spain 51.000 2004 Golf von Paria
4 Arima 34.000 2006 East-West Corridor
5 D’Abadie 26.000 2011 East-West Corridoe
6 Tunapuna 17.650 2012 East-West Corridor

Kleinere Orte[Bearbeiten]

Cantaro, Curepe, La Pastora, La Seiva, Las Cuevas, Matelot, St. Augustine, St. Joseph, Salybia, Toco.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Geografische Einordnung der Northern Range
  2. a b c d Millennium Ecosystem Assessment
  3. Politische Gliederung Trinidads
  4. Newsday-Artikel vom 17. Oktober 2007, online abrufbar
  5. Matelot To Blanchisseuse Hikeathon 2011