Nortorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit der holsteinischen Stadt Nortorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Die gleichnamige Gemeinde im Nachbarkreis Steinburg siehe unter Nortorf (Wilstermarsch).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Nortorf
Nortorf
Deutschlandkarte, Position der Stadt Nortorf hervorgehoben
54.16879.854832Koordinaten: 54° 10′ N, 9° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Rendsburg-Eckernförde
Amt: Nortorfer Land
Höhe: 32 m ü. NN
Fläche: 12,77 km²
Einwohner:

6186 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 484 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24589
Vorwahl: 04392
Kfz-Kennzeichen: RD, ECKVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Leerzeichen
Gemeindeschlüssel: 01 0 58 117
Adresse der Amtsverwaltung: Niedernstraße 6
24589 Nortorf
Webpräsenz: www.nortorf.de
Bürgermeister: Horst Krebs (CDU)
Lage der Stadt Nortorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde
Karte
Die Kirche St. Martin

Nortorf (plattdeutsch: Noorddörp) ist eine Stadt nördlich von Neumünster in Schleswig-Holstein.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografische Lage

Die Stadt liegt auf der holsteinischen Geest zwischen den Naturparks Westensee und Aukrug zentral in der Region Mittelholstein, im Städtedreieck von Neumünster, Rendsburg und Kiel, an der Bahnstrecke Neumünster–Flensburg unweit der Bundesautobahn 7 (Hamburg–Flensburg). Der Geografische Mittelpunkt Schleswig-Holsteins liegt auf Nortorfer Stadtgebiet (Ortsteil Thienbüttel) auf einer Höhe von 20,12. m. NN. Die Landesstraße 121 verbindet Nortorf mit der Ortschaft Hohenlockstedt.

[Bearbeiten] Geschichte

Nortorf wurde bereits im 10. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Eine erste Kapelle soll bereits unter Bischof Ansgar gegründet worden sein, vermutlich jedoch erst unter Heinrich dem Löwen. Angeblich besaß die Kirche Reliquien des namensgebenden Heiligen Martin von Tours, deren Diebstahl und Wiederauffindung in der Visio Godeschalci geschildert wird. Das Kirchengebäude wurde mehrmals durch Kriegseinwirkungen und Brände zerstört. Die heutige Kirche stammt von 1872.[2]

Am 19. Juli 1909 wurde Nortorf durch ein neues Ortsstatut zur Stadt. Schon vor dem Ersten Weltkrieg gab es zwei Lederfabriken, ein Sägewerk, eine Bierbrauerei (Holsatia Brauerei AG) und eine Fleischwarenfabrik. Durch Bahnanschluss, Dampfkraft und expandierendes Gewerbe wurde Nortorf zu einem Industriestandort. Nach dem Zweiten Weltkrieg bekam Nortorf mit einer großen Schallplattenfabrik Teldec (Telefunken-Decca Schallplatten GmbH), die mehrere 100 Arbeitnehmer beschäftigte, seinen wichtigsten Gewerbebetrieb. Heute hat das Unterzentrum Nortorf besonders als Verwaltungs-, Schul-, Einkaufs- und Dienstleistungszentrum auch eine Bedeutung für 20 Gemeinden der näheren Umgebung.[3]

Am 1. Januar 2007 trat die bis dahin amtsfreie Stadt dem Amt Nortorf-Land bei, dessen Name daraufhin in Amt Nortorfer Land geändert wurde. Letzter hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Nortorf war Hans-Helmut Köppe.

[Bearbeiten] Religionen

In Nortorf gibt es zwei Kirchen: die evangelische St. Martin-Kirche, deren neugotischer Bau das Stadtzentrum optisch dominiert, und die katholische St. Konrad-Kirche, die am Stadtpark liegt. Auch die neuapostolische Kirche besitzt in Nortorf ein Gotteshaus, das mittlerweile allerdings nicht mehr genutzt wird und zum Verkauf steht.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Bürgermeister

  • 1945–1948: Wilhelm Techam (SPD)
  • 1964–1970: Helmut Greve (parteilos)
  • 1970–1974: Herbert Schütt (SPD)
  • 1974–1989: Karl-Arthur Jäger-Volk (CDU)
  • 1989–1992: Jürgen Kanehl (SPD)
  • 1992–2006: Hans-Helmut Köppe (parteilos)
  • 2007–2008: Uwe Bestehorn (CDU)
  • 2008–2009: Dirk Kühl (CDU)
  • seit 2009: Horst Krebs (CDU)

[Bearbeiten] Stadtverordnetenversammlung

Seit der Kommunalwahl 2008 hat die CDU neun Sitze, die SPD sechs Sitze und die FDP und die Grünen haben je zwei Sitze in der 19-köpfigen Stadtverordnetenversammlung.

[Bearbeiten] Wappen

Blasonierung: „Geteilt und oben gespalten. Vorn in Silber ein blaues Zahnrad, hinten in Blau auf goldener Scholle ein Bündel von fünf goldenen Ähren und goldenen Blättern; unten in Rot auf golden gezäumtem silbernen Ross der silbern gekleidete heilige Martin mit Mitra und Schwert, darunter auf silbernem Boden sitzend ein silberner Bettler mit goldener Krücke.“[4]

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

  • Seit 1955 Patenschaft zur Wollin, einer Stadt in Hinterpommern, die im Zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde.
  • Seit 1989 besteht eine Partnerschaft mit der Stadt Perstorp in Schweden.
  • Seit 1988 besteht eine Schulpatenschaft zwischen der Städtischen Realschule und dem Gymnasium der polnischen Stadt Brzesko.
  • Seit 1988 besteht eine Schulpatenschaft zwischen der Städtischen Realschule und dem St. Mary’s College in Hull/GB.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

In der Liste der Kulturdenkmale in Nortorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

[Bearbeiten] St. Martin-Kirche

Im Stadtzentrum befindet sich die 1872 gebaute neugotische St. Martin-Kirche.

„Die Mitte Schleswig-Holsteins“

[Bearbeiten] Geografischer Mittelpunkt Schleswig-Holsteins

Am westlichen Stadtrand von Nortorf, in Thienbüttel, befindet sich der geografische Mittelpunkt Schleswig-Holsteins.

[Bearbeiten] Stadtpark

Nortorf besitzt seit 1954 in seinem östlichen Ortsteil einen Stadtpark, in dem sich seit 1987 ein Skulpturenpark mit bisher 23 Arbeiten schleswig-holsteinischer Bildhauer befindet.[5]

[Bearbeiten] Nortorfer Museum

Das Nortorfer Museum besitzt eine Sammlung zur Geschichte der Schallplattenherstellung. Zu sehen sind dort Teile von Schallplattenpressen, Filme zur Schallplatten- und Musikkassettenherstellung sowie einige tausend Tonträger von der Schellackplatte bis zur CD. Weiterhin gibt es im Museum eine alte Apotheke von etwa 1910 sowie zahlreiche andere Exponate zur Stadtgeschichte.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Nortorf als Unterzentrum versorgt im Wesentlichen den Bereich des Amtes mit ca. 12.000 Einwohnern mit den Gütern des täglichen und tlw. mittelfristigen Bedarfes. Um diese Funktion zu sichern wurden seit 1996 umfangreiche Stadterneuerungsmaßnahmen zur Verbesserung des Ortsbildes durchgeführt.

[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen

Die Stadt ist Verwaltungssitz des Amtes Nortorfer Land.

[Bearbeiten] Bildung

In der Stadt gibt es eine Grund-, eine Gemeinschaftsschule sowie eine Förderschule für geistig behinderte Jugendliche (Schule an den Eichen), eine Förderschule für lernschwache Kinder (Hugo-Syring-Schule) und eine Volkshochschule. Im Rathaus befindet sich die Stadtbücherei.

Mit Beginn des Schuljahres 2008/2009 wurden die Real- und Hauptschule zu einer Gemeinschaftsschule zusammengeschlossen. Die bisherigen Schulformen der Real- und Hauptschule laufen über die nächsten Jahre hinweg aus.

[Bearbeiten] Unternehmen

Die Discounter-Kette Aldi-Nord ist mit einer ihrer Regionalniederlassungen ansässig, zuzüglich eines großflächigen Zentrallagers. Ferner ist Nortorf Sitz der Markus-Stiftung der Gebrüder Albrecht.

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

  • Martin Ehlers (1732–1800), Reformpädagoge und Professor für Philosophie an der Universität in Kiel
  • Harboe Kardel (1893–1982), Dr. phil., deutscher Autor
  • Hans Sommer(* 1914), Leiter der Bezirksvertretung Hamburg der Organisation Gehlen
  • Kurt Hamer (1926–1991), gestorben in Nortorf, Politiker (SPD) und erster Vizepräsident des Landtages von Schleswig-Holstein
  • Oliver Stern (* 1953), deutscher Schlager-Countryinterpret, Komponist, Texter, Musikproduzent und Buchautor
  • Sabine Kaack (* 1959), deutsche Schauspielerin

[Bearbeiten] Ehrenbürger

  • Rudolf Beyer, erster Bürgermeister der Stadt (1908–1931)

[Bearbeiten] Ehemalige Ehrenbürger

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Nortorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Statistikamt Nord: Bevölkerung in Schleswig-Holstein am 31. Dezember 2011 nach Kreisen, Ämtern, amtsfreien Gemeinden und Städten (PDF-Datei; 205 kB) (Hilfe dazu)
  2. Kirchengemeinde Nortorf siehe dort St. Martins Kirche - Geschichte
  3. Nortorf Stadtgeschichte
  4. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  5. Skulpturenpark Stadt Nortorf
  6. Hitler soll nicht länger Ehrenbürger sein, Kieler Nachrichten, 28. Februar 2013
  7. Nortorf und der Ehrenbürger Adolf Hitler, Schleswig-Holsteinische Landeszeitung, 2. März 2013
  8. Nortorf entzieht Adolf Hitler die Ehrenbürgerschaft, Hamburger Abendblatt, 24. April 2013
  9. Hitler und Lohse bald keine Ehrenbürger mehr?, Schleswig-Holsteinische Landeszeitung, 30. März 2013