Nossen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Nossen
Nossen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Nossen hervorgehoben
51.0513.3259Koordinaten: 51° 3′ N, 13° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Meißen
Höhe: 259 m ü. NN
Fläche: 50,52 km²
Einwohner:

7117 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 141 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01683
Vorwahl: 035242
Kfz-Kennzeichen: MEI, GRH, RG, RIEVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Leerzeichen
Gemeindeschlüssel: 14 6 27 180
Stadtgliederung: 15 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 31
01683 Nossen
Webpräsenz: www.nossen.de
Bürgermeister: Uwe Anke (parteilos)
Lage der Stadt Nossen im Landkreis Meißen
Coswig (Sachsen) Diera-Zehren Ebersbach (bei Großenhain) Glaubitz Gröditz Großenhain Hirschstein Käbschütztal Ketzerbachtal Klipphausen Lampertswalde Leuben-Schleinitz Lommatzsch Meißen Moritzburg Gröditz Niederau Nossen Nünchritz Priestewitz Radebeul Radeburg Riesa Röderaue Schönfeld Stauchitz Strehla Tauscha Thiendorf Klipphausen Weinböhla Lampertswalde Wülknitz Zeithain Sachsen Dresden Landkreis Bautzen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Landkreis Mittelsachsen Landkreis Nordsachsen BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Nossen ist eine Kleinstadt im sächsischen Landkreis Meißen. Sie ist vor allem durch das Autobahndreieck Nossen bekannt, das die A 14 an die A 4 anbindet.

Inhaltsverzeichnis

Geographie [Bearbeiten]

Geografische Lage [Bearbeiten]

Blick von der Pöppelmann-Brücke über die Freiberger Mulde auf das Schloss Nossen

Nossen liegt am Südrand des Mittelsächsischen Hügellands, im Erzgebirgsvorland, im Tal und an den Hängen der Freiberger Mulde. Das Rathaus der Stadt liegt 259 m ü. NN hoch. Dresden liegt 31 km östlich, Chemnitz 36 km südwestlich und Leipzig 73 km nordwestlich. Südwestlich liegt der Zellwald, eines der größten sächsischen Waldgebiete als Rest des ehemals das gesamte Erzgebirgsvorland und Erzgebirge bedeckenden Urwaldes.

Ausdehnung des Stadtgebiets [Bearbeiten]

Die Kernstadt liegt im Tal, begrenzt durch die Vollformen (von Süden im Uhrzeigersinn) Steinbusch, Pfarrberg, Dechantsberg, Kirschberg, Kronberg, Rodigt.

Nachbargemeinden [Bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind Roßwein, Großschirma, Reinsberg und Striegistal im Landkreis Mittelsachsen sowie Käbschütztal, Ketzerbachtal und Klipphausen im Landkreis Meißen.

Stadtgliederung [Bearbeiten]

Nossen gliedert sich in die Ortsteile:

Zur Stadt gehört auch das Gut Lindigt.

Geschichte [Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte der Stadt Nossen

Das Gebiet um Nossen fand erstmals 1162 im Zusammenhang mit dem Kloster Altzella Erwähnung. Für 1185 ist ein Herrensitz der Ritter vom Nuzzin nachzuweisen (Rechtsstreit zwischen den Rittern und dem Kloster wird urkundlich erwähnt). Die Ritter bewohnten eine in Resten erhaltene Wallburg auf dem Rodigt, einer Anhöhe in Nossen. 1254 entstand ein Dorf, das 1376 oppidum genannt wurde. Im Jahre 1264 ist eine Kirche in Nossen erwähnt. 1315 gingen Burg und Ort in den Besitz der Bischöfe von Meißen über, 1436 in den Besitz des Klosters Altzella[2]. Der Reichtum des Klosters stammte auch aus dem Silberbergbau. Nach den Funden in Freiberg wurde auch um Nossen Bergbau betrieben (im Tal der Freiberger Mulde, nahe dem Kloster sowie im Zellwald). 1899 wurde der Bergbau eingestellt.[3]. Nachdem 1540 der Klosterbesitz säkularisiert wurde, wurde die Verwaltung des umfangreichen Amtes Nossen auf das hochgelegene Schloss verlegt. 1565 wurde die heutige Kirche nach einem Großbrand mit den Steinen des Klosters gebaut. Im Jahr 1664 erhielt Nossen das Stadtrecht.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Nossen regional bedeutsamer Eisenbahnknoten.

Ab 1871 entstanden Leder- und Waagenfabriken und 1896 die Zelluloidpuppenfabrik Buschow & Beck[4]. Unter dem Bürgermeister Dr. Eberle (Amtszeit 1898 – 1919) erfolgte ein wirtschaftlicher Aufschwung. Besondere Verdienste erwarb er sich bei der Durchsetzung der Girokassen - er war 1. Vorsitzender des Sparkassen-Verbandes. In seine Amtszeit fiel auch der Neubau des Rathauses 1914/15.

Nossener Markt um 1965

In den Jahren 1944 und 1945 befand sich in Nossen vor dem Klosterpark Altzella das Außenlager Nossen/Roßwein des KZ Flossenbürg, von dem aus 600 KZ-Häftlinge in den Metallbetrieben Fa. E.Warsitz, Nossen (Nowa-Gesellschaft) und in den Press- und Schmeidewerken E.Broier (Ebro-Werke), Roßwein, Zwangsarbeit in der Rüstungsproduktion verrichten mussten. Auf dem Todesmarsch Richtung Theresienstadt im April 1945 starben mindestens 67 dieser Häftlinge. Am 6. Mai 1945 gegen 16:00 Uhr wurde die Stadt von der aus Richtung Lommatzsch anrückenden Roten Armee besetzt. Kurz vor ihrem Einmarsch sprengte die Wehrmacht die Eisenbahnbrücke und die Straßenbrücke unterhalb des Schlosses (Pöppelmannbrücke). Die Sprengung der südöstlich gelegenen Autobahnbrücke Siebenlehn konnte hingegen durch Reinhold Ehrlich, den damaligen Wirt des Huthauses (einer Ausflugsgaststätte im Tal unter der Brücke) am 5. Mai 1945 verhindert werden.

Gedenkstätten [Bearbeiten]

  • Grabstätte am Weg zur Schäferei des Ortsteiles Heynitz für einen sowjetischen Kriegsgefangenen, der im April 1945 ermordet wurde
  • Gedenkstein im Nordwestteil des Nossener Friedhofs an der Freiberger Straße für 87 Opfer des KZ-Außenlagers

Eingemeindungen [Bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Augustusberg (früher Keseberg)[5] 1. November 1935
Deutschenbora[6] 1. Januar 1996
Elgersdorf[5] 1. November 1935 Eingemeindung nach Deutschenbora
Eula[7] 1. Oktober 1973
Gohla[5] 1. November 1935 Eingemeindung nach Ilkendorf
Göltzscha[5] 1. November 1935 Eingemeindung nach Ilkendorf
Heynitz[6] 1. Januar 2003
Ilkendorf[7] 1. Januar 1973 Eingemeindung nach Heynitz
Katzenberg[5] 1. November 1935 Eingemeindung nach Ilkendorf
Kottewitz[5] 1. November 1935 Eingemeindung nach Heynitz
Lindigtvorwerk[5] 1. November 1935 Umgliederung von Gruna nach Ilkendorf
Mahlitzsch[5] 1. November 1935 Eingemeindung nach Wendischbora
Mergenthal[5] 1. November 1935 Eingemeindung nach Deutschenbora
Neugohla[5] 1. Februar 1936 Umgliederung des Ortsteils von Ilkendorf nach Wendischbora
Niedereula[5] 1. November 1935 Zusammenschluss mit Obereula zu Eula
Obereula[5] 1. November 1935 Zusammenschluss mit Niedereula zu Eula
Radewitz[5] 1. November 1935 Eingemeindung nach Ilkendorf
Wendischbora (*)[7] 1. Januar 1973 Eingemeindung nach Heynitz
Wuhsen[5] 1. November 1935 Eingemeindung nach Heynitz
Wunschwitz[5] 1. November 1935 Eingemeindung nach Heynitz
Zella[5] 1. November 1935
Zella (Kammergut) mit Kummersheim[8] 11. Dezember 1948 Umgliederung des Ortsteils Kummersheim am 1. Juli 1950 nach Marbach (heute OT von Striegistal)[8]

(*) Wendischbora hieß vom 1. November 1937[5] bis 1949 Altenbora.

Im Mai 2012 wurden Überlegungen bekannt gegeben, die Nachbargemeinde Reinsberg mit Nossen zusammenzuschließen. Hierfür wäre allerdings ein Kreiswechsel notwendig, der der Zustimmung des sächsischen Innenministeriums bedarf.[9]

Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1998 jeweils Stand 31. Dezember)[10]:

  • 1834: 1778
  • 1885: 3945
  • 1960: 7881[11]
  • 1990: 6999[12]
  • 1998: 6552
  • 2000: 6487
  • 2002: 7781[13]
  • 2004: 7626
  • 2006: 7363
  • 2009: 7142

Politik [Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[14]
Wahlbeteiligung: 45,0 % (2004: 46,5 %)
 %
50
40
30
20
10
0
48,3 %
20,9 %
12,6 %
6,5 %
6,0 %
5,7 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-2,5 %p
-1,5 %p
+1,5 %p
-2,5 %p
+3,6 %p
+5,7 %p
-4,4 %p

Stadtrat [Bearbeiten]

In der Wahlperiode 2009–2014 hat der Stadtrat 18 Sitze. Die Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 führte zu folgender Sitzverteilung:

Partei / Liste Sitze
CDU 9
Freie Wähler 4
LINKE 2
SPD 1
FDP 1
GRÜNE 1

Bürgermeister [Bearbeiten]

Blick auf das Rathaus (erbaut 1914-17)

Aus Krankheitsgründen beantragte der seit Juni 1990 amtierende Bürgermeister Hans Haubner Anfang 2006 den vorzeitigen Ruhestand. Zum Amtsverweser wurde im Februar 2006 Uwe Anke bestellt, der mit Wahl am 11. Juni 2006 mit 95,5 % aller abgegebenen gültigen Stimmen bei 57 % Wahlbeteiligung zum neuen Bürgermeister gewählt wurde.[15]

Wappen [Bearbeiten]

Wappenbeschreibung: „In Silber drei bewurzelte rote Nussbäume.“ Sowohl Siegel als auch Wappen zeigen dieses Motiv seit 1680. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren dies allerdings noch drei echte Baumabbildungen.[16]

Städtepartnerschaften [Bearbeiten]

Nossen unterhält eine Partnerschaft mit der Gemeinde Alsheim in Rheinland-Pfalz.

Öffentliche Finanzen [Bearbeiten]

Durch die Eingliederung der Gemeinde Heynitz im Januar 2003 stieg der Nossener Schuldenstand von 5,735 Mio € Anfang 2002 auf 8,693 Mio € Anfang 2003. Seitdem ist die Stadtverwaltung bemüht, den Schuldenberg abzubauen. Am 31. Dezember 2008 lag die Verschuldung bei 4,642 Mio €, Ende 2011 nur noch bei 3,069 Mio. € (bei konstant gebliebener Gewerbebesteuerung).[17][18]

Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Museen [Bearbeiten]

Im Schloss Nossen[19] befindet sich das Museum mit einer Dauerausstellung u. a. zur Geschichte des Amtes Nossen. Weiterhin gestaltet der Museumsverein gelegentliche Ausstellungen z. B. zur Geschichte der Stadt oder die Spielzeugausstellung.

Der Klosterpark Altzella kann im Sommerhalbjahr besichtigt werden. Hier gibt es eine Ausstellung zur Geschichte des Zisterzienserklosters, welches von 1162 bis 1540 existierte und das bedeutendste in Sachsen war. Die Gebäude des Klosters sind (bis auf das Konversenhaus und das romanische Klostertor) nur als Ruinen erhalten. Im 18. Jahrhundert wurde das Kloster in einen Englischen Landschaftsgarten integriert. In diesem Zusammenhang wurde u. a. an der Stelle der ehemaligen Klosterkirche das Mausoleum für die hier bestatteten Wettiner angelegt. Das Konversenhaus ist in den letzten Jahren mit großem finanziellem Aufwand restauriert worden und wird heute als Ausstellungs- und Veranstaltungsraum genutzt.

Die Interessengemeinschaft Dampflok Nossen unterhält zahlreiche historische Schienenfahrzeuge, darunter Exemplare der Baureihen 35, 50, 52 und V 100 sowie die mintgrün lackierte Diesellokomotive 234 304.

Schloss Nossen

Musik [Bearbeiten]

Aus Nossen stammt die 1993 gegründete Death-Metal-Band Purgatory.

Bauwerke [Bearbeiten]

Kursächsische Halbmeilensäule von 1722
Kirche Nossen

Über der Stadt erhebt sich das Nossener Schloss, eine unregelmäßige Anlage mit einem überwiegend ovalen Hof. Das Schloss beherbergt auch das Heimatmuseum. Ein Turm des Schlosses, in dem sich ein altes Verlies befindet, wird Lips-Tullian-Turm genannt.[20]

Zum Marktplatz hin liegt die Nossener Pfarrkirche, ursprünglich ein Renaissancebau von 1565. Nach diversen Bränden in den Jahren 1577, 1618 und 1719 wurde sie beim Wiederaufbau stark verändert. Die Kirche wurde unter Nutzung von Teilen des Klosters Altzella wieder aufgebaut.

Auf dem Untermarkt steht die Nachbildung der kursächsischen Postdistanzsäule, eine rekonstruierte kursächsische Halbmeilensäule Nr. 14 von 1722 vom Postkurs Dresden – Nossen – Waldheim – Leipzig aus dem Ortsteil Eula an der Waldheimer Straße und restaurierte kursächsische Ganzmeilensäule Nr. 16 von 1726 aus Marbach-Dreierhäuser am ehem. Gasthof im Ortsteil Altzella von der Poststraße Dresden – Nossen – Chemnitz. Beide Postverbindungen führten über die Muldenbrücke von Matthäus Daniel Pöppelmann in Nossen.

Im Sachsenhof Nossen[21] befindet sich der größte erhaltene Saal in Jugendstildekoration des Kreises Meißen. Er wurde 1899 erbaut, brannte 1910 ab und wurde danach mit einem Festsaal wieder aufgebaut. Er beherbergte in seinen bisher besten Zeiten ein Hotel, ein Restaurant, die Jäger- und die Bauernstube (als Versammlungsräume) sowie ein Kino. Infolge von Erbstreitigkeiten wurde das Gebäude 1997 geschlossen. Im Ergebnis einer Bürgerbefragung vom 8. Juni 2008 hat die Stadt Nossen 2009 den Sachsenhof als Vereins- und Bürgerhaus sowie als Veranstaltungsstätte übernommen. Nach Bauarbeiten ab 2010 wurde das Haus 2912 neu eröffnet[22].

Der Rodigt-Turm, ein Aussichtsturm aus Stahl (erbaut von Herman Fritsche), wurde als nicht mehr begehbares Baudenkmal viele Jahre belassen und inzwischen abgerissen. In Zukunft soll an gleicher Stelle ein neuer Turm entstehen.

Im Ortsteil Deutschenbora wurde 2010 am Hirschfelder Weg der 2009 vom Staatsbetrieb Geobasisinformation ermittelte physikalische Schwerpunkt des Freistaates Sachsen markiert.

Grünflächen und Naherholung [Bearbeiten]

Der ehemalige Alte Friedhof wurde seit den 1970er Jahren als Stadtpark gestaltet. Ursprünglich sollte dieses Prestigeobjekt zum 30. Jahrestag der DDR 1979 eingeweiht werden. Dieses Ziel wurde aber nicht erreicht und die Gestaltung zog sich bis in die Nachwendezeit hinein. Im Stadtgebiet von Nossen gibt es weiterhin den Clara-Zetkin-Park und die „Hacke“ unterhalb des Schlosses.

Zu erwähnen ist ferner das Muldental, welches innerhalb des Landkreises Meißen auf einer Fläche von 991 Hektar als Landschaftsschutzgebiet (d 82) ausgewiesen ist.

Sport [Bearbeiten]

Der SV Lokomotive Nossen ist der städtische Sportverein. Träger war früher das Bahnbetriebswerk Nossen, seinerzeit durch den Eisenbahnknoten Nossen ein wichtiges Unternehmen in Nossen. Weiterhin ist die Abteilung Fußball noch heute aktiv, insbesondere im Kinder- und Jugendbereich.

Nossen hat seit 1907 ein Volksbad, die Schwimmer und Wasserballer aus Nossen waren auch bei Wettkämpfen erfolgreich. In den 1990er Jahren wurde das Freibad modernisiert und die Becken neu gebaut, aber das Schwimmbecken verkleinert. Beim Hochwasser der Freiberger Mulde im August 2002 wurde das Bad überschwemmt und schwer beschädigt, danach aber wieder hergerichtet. Der Muldentalsportplatz wurde, ebenfalls nach den Beschädigungen durch das 2002er Hochwasser, grundlegend modernisiert wieder hergerichtet, u. a. mit Flutlichtanlage. Die Gaststätte am Bad betreibt eine Bowling- und Kegelanlage.

Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]

Der Gewerbeverein Nossen gestaltet jährlich am dritten Adventswochenende einen Weihnachtsmarkt.

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Verkehr [Bearbeiten]

Nossen liegt verkehrsgünstig zwischen der Bundesautobahn 4 und der A 14 sowie an der Bundesstraße 101. Die Stadt ist Anfangs- und Endpunkt der Bundesstraße 175. Autobahnanschlussstellen gibt es bei Siebenlehn an die A 4 sowie bei Deutschenbora (Nossen-Ost) und Rhäsa (Nossen-Nord) an die A 14. Der nächstgelegene Flughafen ist der Flughafen Dresden.

Von dem einst umfangreichen Eisenbahnnetz ist heute nicht mehr viel übrig geblieben. Lediglich auf der Bahnstrecke Borsdorf–Coswig verkehren noch Reisezüge. Am 21. August 2004 konnte der seit dem Hochwasser vom August 2002 unterbrochene Streckenabschnitt von Nossen nach Großbothen wieder dem Verkehr übergeben werden. Auf der Strecke Riesa–Nossen fahren werktäglich Güterzüge nur noch von Nossen nach Rhäsa Werkbf. Die Zellwaldbahn von Nossen nach Freiberg durch den Zellwald ist durch eine Infrastrukturfirma übernommen worden und wird als Touristik-Bahnstrecke mit Gelegenheitseisenbahnverkehr dienen. Bereits 1972 wurde die Schmalspurbahn Freital-Potschappel–Nossen stillgelegt.

Ansässige Unternehmen [Bearbeiten]

1962 stellte man die Produktion der Waagenfabrik (NOWA, ein Zweigbetrieb der Oschatzer Waagenfabrik OWA) auf Einschubeinheiten der Elektrotechnik und Metallbälge („VEB Noremat Nossen“, Werk für Bauelemente der Regelungstechnik und Automatisierung) und 1970 der Puppenfabrik (Buschow & Beck, Markenzeichen Minerva) auf die Herstellung bestückter Leiterplatten und elektronischer Messgeräte (Clamann & Grahnert, später VEB Präcitronic) um. Diese Industriebetriebe wurden nach der Wiedervereinigung geschlossen. In Nossen befanden sich auch die „Haar- und Wollgarnspinnerei Nossen“ (Volksmund „Deckenfabrik“) und eine Eisengießerei.

In Alt-Zella war die Zentralstelle für Sortenwesen des Ministerium für Landwirtschaft der DDR („Sortenamt“) angesiedelt. Dort wurde die Zulassung von Pflanzensorten für die DDR koordiniert. Nach der Wende wurde das Sortenamt in jeweils eine Zweigstelle des Bundessortenamtes (Prüfstelle Nossen)[23] und in eine Zweigstelle des „Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie" - Abteilung 7, Pflanzliche Erzeugung mit Versuchsstation (Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft Nossen)[24] aufgeteilt. 2012 wurde ein neuer Gebäudekomplex mit 6 Häusern (Baukosten 6.5 Millionen €) eingeweiht[25].

Mauersberger & Fritsche (Mafrino) als Maschinenfabrik[26] und der Mühlenbau Gebr. Jehmlich[27] haben sich nach der Wende erhalten, wenn auch kleiner als in der DDR. Die nach der Jahrhundertflut stark in Mitleidenschaft gezogene Nossener Sämischleder H. A. Müller GmbH [28] produziert mittlerweile wieder Sämischleder für Kleidung, Handschuhe, Orthopädie, Musikinstrumentenbau und technische Zwecke.

In der Papierfabrik Nossen wurde Spezialpapier hergestellt (CeDo-Papierprodukte). Früher gab es dort zwei Stränge, einer für Schreibpapier und einer für Verpackung bis zum Toilettenpapier. Im Jahr 2007 wurde die letzte Papiermaschine stillgelegt. Jetzt wird dort nur noch Papier verarbeitet (Kaffeefilterproduktion)[29]. Nossen hatte früher eine eigene Brauerei in Augustusberg[30].

Das Bahnbetriebswerk Nossen war seinerzeit vor allem für die Unterhaltung von Dampflokomotiven bedeutsam, weil Nossen ein Eisenbahnknoten war. Heute werden dort mehrere Lokomotiven und Eisenbahnwagen noch aufbewahrt und unterhalten. Im BW Nossen wurde von 2004 bis 2012 die momentan schnellste betriebsbereite Dampflok der Welt unterhalten, die DR 18.201 des privaten Betreibers Dampf plus.[31]

Heute hat Nossen im Süden fast direkt an der Bundesautobahn 4 („Augustusberg“) und im Norden an der A 14 („Heynitz Lehden“) recht gut florierende Gewerbegebiete.

Öffentliche Einrichtungen [Bearbeiten]

Nossen hatte seinerzeit 2 Kinos (Sachsenhof und Astoria), die lange geschlossen sind. Ausflugsrestaurants in der näheren Umgebung der Stadt waren das Zollhaus Bieberstein (geschlossen), das Huthaus (abgebrannt) und das Dreierhaus in Marbach (geschlossen).

Bildung [Bearbeiten]

Bis 1992 gab es in Nossen ein Institut für Lehrerbildung „Geschwister Scholl“ (IfL), welches 1955 gegründet wurde[32] und die Tradition des 1856 gegründeten „Königlichen Lehrerseminars Nossen“ fortsetzte. Letzteres wurde von Freiberg nach Nossen verlegt und 1922 geschlossen, in der Zwischenzeit bis 1955 als Oberschule mit Abitur weitergeführt.

In Nossen gibt es eine Grundschule (eröffnet 1892, seit 1946 „Pestalozzi-Schule“, war während der DDR-Zeit Grundschule, Oberschule und Polytechnische Oberschule, seit 1992 nur noch Grundschule)[33], eine Mittelschule (eingeweiht 1979 als 2. Polytechnische Oberschule, ab 1984 Alfred-Haude-Oberschule, ab 1990 wieder 2. Oberschule Nossen, seit 1992 als Mittelschule Nossens, ab 1993 Dr.-Eberle-Schule)[34], sowie ein Gymnasium (2006 wurde 150-jähriges Jubiläum der Einrichtung als Schule gefeiert, zunächst dem „Königlichen Lehrerseminar“ und dann während der Zeit der DDR dem IfL als Übungsschule zugehörig, erst nach der Wende 1992 neu als „Geschwister-Scholl-Gymnasium“ auf den Abschluss des Abiturs ausgerichtet)[35].

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Ehrenbürger [Bearbeiten]

  • Johann Christian Eberle (1869–1937), ehemaliger Bürgermeister von Nossen und Begründer des Sparkassengiroverkehrs

Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben/wirken oder weilten [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

  • Cornelius Gurlitt: Nossen. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 41. Heft: Amtshauptmannschaft Meißen-Land. C. C. Meinhold, Dresden 1923, S. 360.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Nossen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Nossen – Reiseführer

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
  2. vgl. auch abweichend dazu in Johannes Hoffmann von Schweidnitz
  3. Bergbau Nossen
  4. Nossener Rundschau März 2012, S. 29 (PDF; 8,2 MB)
  5. a b c d e f g h i j k l m n o p q Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
  6. a b Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  7. a b c Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  8. a b Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber: Ministerium des Innern des Landes Sachsen
  9. Reinsberg: Gemeinde lässt Zusammenschluss mit Nossen prüfen. Freie Presse, 23. Mai 2012, abgerufen am 1. Juni 2012.
  10. Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt Sachsen
  11. 31. Dezember
  12. 3. Oktober
  13. Gebietsstand 1. Januar 2003 (mit Heynitz)
  14. http://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_w04_ver.prc_ver?p_bz_bzid=GR09&p_ebene=GE&p_ort=14627180
  15. Die Bürgermeister der Stadt Nossen von 1834 bis 2010
  16. (Hupp, O: Kaffee Hag albums, 1920s; Bensing et al, 1984) altes Wappen
  17. Statistisches Landesamt Sachsen, Gemeindestatistik Sachsen online
  18. http://www.nossen.de/downloads/doc_download/149-amtsblatt-2013-01-januar.html&sa=U&ei=NalNUfXfEo66hAfbgIH4DQ&ved=0CAoQFjAB&client=internal-uds-cse&usg=AFQjCNFbqXmE1EjmspNvokVnvziM5UKn_g Amtsblatt 2013]
  19. Schloss Nossen
  20. schloss-nossen.de
  21. Sachsenhof Nossen
  22. Räume im neuen Sachsenhof Nossen
  23. Bundessortenamt, Prüfstelle Nossen
  24. Abteilung 7 Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
  25. Neubau Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft Nossen
  26. Mauersberger & Fritsche (Mafrino)
  27. Gebr. Jehmlich GmbH
  28. Nossener Sämischleder H. A. Müller GmbH
  29. Konos GmbH Papierfabrik
  30. Nossener Brauerei
  31. 18 201 ist weg aus Nossen. Mitteldeutsches Bahnforum, 30. April 2012, abgerufen am 1. Juni 2012.
  32. 10 Jahre IfL Nossen 1955-1965
  33. Grundschule Nossen
  34. Geschichte der Dr.-Eberle-Schule Nossen
  35. Gymnasium Nossen
  36. Erich Römer in "bildindex der Kunst und Architektur
  37. Peter Spacek im Nossner Anzeiger, S. 24 (PDF; 2,5 MB)
  38. Biofrafie Hans Hütten
  39. Gräfin Cosel in Nossen
  40. Napoleon in Nossen
  41. Information über Maja Nagelova