Notitia Arnonis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Notitia Arnonis, bisweilen auch Indiculus Arnonis oder Congestum Arnonis, ist ein Verzeichnis der Besitzungen der Erzdiözese Salzburg aus dem späten 8. Jahrhundert, das nur in einer Abschrift der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts überliefert ist.

Arno, seit 785 Bischof von Salzburg, erfasste um 788790 die weitverstreuten Stiftungen und Besitztümer, die die Kirche von den Agilolfingern erhalten hatte, in einem Dokument mit der Überschrift Anno 788 congestum (= im Jahr 788 zusammengetragen).[1][2] Früher auch als Indiculus Arnonis[3] bezeichnet, handelt es sich bei der Aufzeichnung um einen der ersten Liegenschaftskataster der Welt. Viele Ortsnamen, Siedlungen und Kirchen in Süddeutschland und Österreich werden darin zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Karl der Große bestätigte den Kirchenbesitz im Jahr 790 und veranlasste im Jahr 798 die Erhebung Arnos zum Erzbischof und zum Metropoliten der Salzburger Kirchenprovinz durch Papst Leo III. Arno ließ später noch die Breves Notitiae anfertigen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fritz Lošek: Notitia Arnonis und Breves Notitiae. In: Herwig Wolfram (Hrsg.): Quellen zur Salzburger Frühgeschichte. Wien 2006, S. 9–178.
  2.  Martin Bitschnau, Hannes Obermair, Tiroler Landesmuseen-Betriebsgesellschaft m. b. H. (Hrsg.): Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Bd. 1: Bis zum Jahr 1140. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-7030-0469-8, S. 39–40 Nr. 59.
  3. Arno von Salzburg: Indiculus Arnonis und Brevis notitiae Salzburgenses. Salzburg, ca. 790; nach bekannten und nach bisher unbenützten Handschriften neu herausgegeben und mit Erläuterungen versehen von Friedrich Keinz, München 1869 (online).

Literatur[Bearbeiten]

  • Herwig Wolfram (Hrsg.): Quellen zur Salzburger Frühgeschichte. Oldenbourg, Wien u. a. 2006, ISBN 3-486-57862-6 (Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 44 = Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde Ergänzungsband 22).