Notte

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Notte (Begriffsklärung) aufgeführt.

Die Notte ist ein linker Nebenfluss der Dahme in den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald im Bundesland Brandenburg (Deutschland). Sie entspringt südlich von Sperenberg und mündet bei km 8,24 in die Dahme-Wasserstraße[1], unterhalb der Schleuse Neue Mühle in Königs Wusterhausen.

Das Nottefließ war die erste längere, von Menschen schiffbar gemachte Wasserstraße der Mark Brandenburg. Sein erster Ausbau mit Schleusen wird in die Regierungszeit des Kurfürsten Joachim II. um 1568 datiert. 1856 bis 1864 ist die Wasserstraße durch einen Meliorationsverband auf 25 km Länge zwischen dem Mellensee und ihrer Mündung bei Königs Wusterhausen umfangreich verbessert worden.

Die von Anfang an mit Staustufen ausgebaute Notte wurde, wie seinerzeit üblich, als kanalisierte Notte[2] bezeichnet. Daraus ist irrigerweise ein Nottekanal geworden. Dem Begriff der Kanalisierung entspricht heute die Stauregelung. Auch das Preußische Wassergesetz[3] führt die Notte unter den natürlichen und nicht unter den künstlichen Wasserläufen auf.

Schleuse bei Mittenwalde (Ersatz von 1960)
Schleuse bei Königs Wusterhausen (Ersatz von 1983/84)

Die staugeregelte Notte (Nt) ist schiffbar und hat drei Schleusen, eine am Abfluss des Mellensees, eine kurz vor Mittenwalde und eine in Königs Wusterhausen. Da die Schleuse in Königs Wusterhausen nur 21 m lang ist, kann die Notte heute von Frachtschiffen nicht mehr befahren werden. Ein Kilometer[1] Mündungsstrecke zählen zu den sog. sonstigen Binnenwasserstraßen des Bundes[4] in der Zuständigkeit des Wasser- und Schifffahrtsamtes Berlin.

An der Schleuse Mittenwalde mündet von rechts der Galluner Kanal über eine eigene Schleuse in die Notte ein. Über diesen Kanal ist der Motzener See erreichbar. Bei Ragow, direkt vor der Bundesautobahn 13 Berliner Ring - Dresden, mündet von links der nicht schiffbare Zülowkanal vom Rangsdorfer See her ein. Zwischen dem Bahnhof Königs Wusterhausen und der Dahme ist die Notte zum Binnenhafen ausgebaut.

Die staugeregelte Notte hatte früher eine erhebliche Bedeutung für die Versorgung Berlins mit landwirtschaftlichen Produkten und Baustoffen. So erfolgte der Transport der Sperenberger Gipssteine, aber auch der Produkte zahlreicher Ziegeleien und Kiesgruben auf dem Wasserweg. Durch den Ausbau des Eisenbahnnetzes (besonders der Mittenwalder Privatbahnen KMTE und NME) verringerte sich die Bedeutung der Notte. Durch die Einflüsse des Zweiten Weltkrieges und wechselnde Probleme mit Brücken und Schleusen kam die kommerzielle Schifffahrt, mit Ausnahme des Hafens Königs Wusterhausen, vollständig zum Erliegen. Heute (Stand 2004) ist man bestrebt, wenigstens die touristische Nutzung zu verbessern.

Die ursprünglichen Zwecke der Melioration

werden heute nicht mehr verfolgt, eher vernachlässigt.

Bei längerem Starkregen kommt es zum Ansteigen des Grundwasserspiegels und damit zur Beeinträchtigung der Anwohner.

Literatur[Bearbeiten]

  • H.-J. Uhlemann, Berlin und die Märkischen Wasserstraßen, DSV-Verlag Hamburg 1994

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Längen (in km) der Hauptschifffahrtswege (Hauptstrecken und bestimmte Nebenstrecken) der Binnenwasserstraßen des Bundes, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  2. Wasserpolizeiverordnung für die märkischen Wasserstraßen vom 15. März 1915, §§ 167–170
  3. Anlage zum Preußischen Wassergesetz vom 7. April 1913 (Gesetzsammlung Nr. 14/1913)
  4. Verzeichnis F der Chronik, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes

52.18881513.410264Koordinaten: 52° 11′ 20″ N, 13° 24′ 37″ O