Noureddin Kianouri

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Noureddin Kianouri, 1980

Noureddin Kianouri (* 1915 Nour; † 5. November 1999 in der Provinz Māzandarān) war ein iranischer Politiker. Kianouri war führendes Mitglied der kommunistischen Tudeh-Partei und von 1979 bis 1984 deren Generalsekretär.

Leben[Bearbeiten]

Noureddin Kianouri wurde 1915 als Sohn eines wohlhabenden Scheichs in Nour geboren. Sein Großvater war Scheich Fazlollah Nuri, der gegen die Konstitutionelle Revolution im Iran gekämpft hatte und deswegen 1909 hingerichtet worden war. Die Familie von Kianouri war bekannt für einen gewissen Hang zum Fanatismus.[1]

Nach seinem Abitur ging Kianouri nach Deutschland und studierte an der RWTH Aachen Bauingenieurwesen. Nach seiner Rückkehr unterrichtete er an der Universität Teheran. In der Tudeh-Partei lernte Kianouri Prinzessin Maryam Firouz Farman Farmaian, die Tochter von Abdol Hossein Mirza Farmanfarma kennen, die aus einer der reichsten Großgrundbesitzerfamilien stammte. Um 1940 gingen Noureddin und Maryam nach Moskau, um dort zu heiraten. Nach dem Sturz Premierminister Mossadeghs im August 1953 und dem Verbot der Tudeh-Partei flohen Kianouri und seine Frau in die DDR und lebten dort nahezu 25 Jahre im Exil. Kioanouri wurde wegen seiner Beteiligung an den teilweise gewalttätigen Demonstrationen gegen Schah Mohammad Reza Pahlavi und dem Aufruf zur Abschaffung der Monarchie und der Einführung der Republik in Abwesenheit zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt.

Nach der Islamischen Revolution kehrte das Paar in den Iran zurück und Kianouri wurde Generalsekretär der Tudeh-Partei. 1983 wurde die Tudeh-Partei erneut verboten. Der Spiegel: [1] Als Begründung diente der Vorwurf der Spionage für die Sowjetunion.[2] Kianouri und seine Frau wurden verhaftet, und er wurde zu einem öffentlichen Geständnis im iranischen Fernsehen gezwungen.[3] Nach seiner Freilassung Mitte der 90er Jahre schrieb Kianouri einen offenen Brief, in dem er die Folterungen seiner Haftzeit und die seiner Ehefrau im Detail beschrieb.[4]

Kianouri starb am 5. November 1999 in Mazandaran. [5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Manucher Farmanfarmaian, Roxane Farmanfarmaian: Blood and Oil: a prince's memoir of Iran, from the Shah to the Ayatollah. Random House, 2005, S. 144.
  2. Cameron Hume: The United Nations, Iran, and Iraq: how peacemaking changed. Indiana University Press (May 1, 1994), S. 62.
  3. Ali Gheissari, Seyyed Vali Reza Nasr: Democracy in Iran: history and the quest for liberty. Oxford University Press, (2006), S. 96.
  4. Maziar Behrooz: Rebels with a Cause (2000), p.129
  5. http://www.cpa.org.au/z-archive/g1999/980iran.html