Nový Jičín

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Nový Jičín
Wappen von Nový Jičín
Nový Jičín (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Moravskoslezský kraj
Bezirk: Nový Jičín
Fläche: 4475 ha
Geographische Lage: 49° 36′ N, 18° 1′ O49.59518.012777777778285Koordinaten: 49° 35′ 42″ N, 18° 0′ 46″ O
Höhe: 285 m n.m.
Einwohner: 23.676 (1. Jan. 2014) [1]
Postleitzahl: 741 01
Kfz-Kennzeichen: T
Verkehr
Bahnanschluss: Bahnstrecke Suchdol nad Odrou–Nový Jičín město
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 7
Verwaltung
Bürgermeister: Břetislav Gelnar (Stand: 2011)
Adresse: Masarykovo náměstí 1
741 01 Nový Jičín
Gemeindenummer: 599191
Website: www.novy-jicin.cz
Masarykovo náměsti mit Blick gegen Osten.

Nový Jičín (deutsch Neu Titschein, früher Neutitschein) ist eine Stadt im Moravskoslezský kraj in Tschechien. Nový Jičín liegt 32 km südwestlich von Ostrava und hat etwa 24.000 Einwohner. Das historische Stadtzentrum wurde 1967 zum städtischen Denkmalreservat erklärt.

Geschichte[Bearbeiten]

Hutfabrik J. Hückel’s Söhne (1898)

Die Gründung der Stadt fällt wahrscheinlich in das 13. Jahrhundert. Bereits 1313 erhielt Neutitschein das Stadtrecht, das auch mit dem Recht zur Erhebung von Zöllen verbunden war. Inmitten des Kuhländchens gelegen, war die Stadt berühmt wegen ihrer Viehmärkte, der Tucherzeugung (Firma Preisenhammer, gegründet 1786) und der Herstellung von Hüten (Firma Hückel, gegründet 1799; Firma August Peschel, gegründet 1869 und Firma Böhm). Neutitschein war der Geburtsort der Maler Hugo Baar, Julius Berger, Anton Kolig und Eduard Veith. Am Stadtplatz 29 verstarb am 14. Juli 1790 der österreichische Feldherr Ernst Gideon von Laudon.

1930 wurden 13.997 Einwohner gezählt, davon waren 4.236 Tschechen. Am 17. Mai 1939 hatte die 1938 aufgrund des Münchner Abkommens in das Deutsche Reich eingegliederte Stadt Neu Titschein 13.486 Einwohner und am 17. Mai 1947 waren es 11.406 Bewohner. Bis 1945 bildeten Sudetendeutsche, früher Deutschmährer genannt, die stärkste Bevölkerungsgruppe, gleichzeitig war das Gebiet um Neutitschein aber wegen der gemischten Bevölkerung auch eines der Zentren des Widerstands gegen die Nationalsozialisten.

Von 1938 bis 1945 war die Stadt Sitz des Landkreis Neu Titschein.

Aufgrund der Beneš-Dekrete wurde die deutsche Bevölkerung 1945 enteignet und vertrieben.

Seit 1967 steht das Zentrum der Bezirksstadt des Okres Nový Jičín mit ihren zahlreichen Architekturdenkmälern unter Denkmalschutz.

Ortsteile[Bearbeiten]

Zur Stadt Nový Jičín gehören die Ortsteile Bludovice (Blauendorf), Kojetín (Kojetein), Libhošť (Liebisch), Loučka (Ehrenberg), Straník (Stranik) und Žilina (Söhle bzw Sehlen).

In einem Referendum am 11. April 2010 haben die Einwohner des Ortsteils Libhošť beschlossen, dass dieser Ortsteil wieder selbständig wird. Libhošť wurde deswegen nach fast vierzigjähriger Unterbrechung am 1. Januar 2011 wieder eine eigenständige Gemeinde.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Heute sind die größten Arbeitgeber Nový Jičins die von Johann Hückel gegründete Hutfabrik J. Hückel’s Söhne, heute unter den Namen Tonak, und der Autozulieferer Autopal, wo Scheinwerfer und Teile für Klimaanlagen gefertigt werden; allerdings befindet sich der Großteil des Produktionsgeländes dieses Autozulieferers im benachbarten Šenov u Nového Jičina.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1981 ist Nový Jičín die Partnerstadt von Görlitz. 2003 wurde die Partnerschaft Görlitz/Nový Jičín durch das deutsch-tschechische Informationszentrum IDOR mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet. Görlitz ist allerdings nicht die einzige Partnerstadt Nový Jičins:

Sport[Bearbeiten]

Die wichtigste Sportart in der Stadt ist Basketball. Mlékárna Miltra Nový Jičín wurde in der Saison 1998/1999 tschechischer Meister, damals noch unter dem Namen Mlékárna Kunín. In den Playoffs konnte der Verein mehrfach den zweiten und dritten Platz belegen, fünfmal wurde man Sieger im Pokalwettbewerb.[3]

Bei den Bewohnern der Stadt relativ beliebt ist auch das Eishockey der Herren. Die TJ Nový Jičín nimmt regelmäßig an der Play-off-Runde der zweiten Liga teil.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt (chronologisch)[Bearbeiten]

Im Ort wirkten und lebten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)
  2. ČTK: Libhošť bude samostatnou obcí, rozhodli lidé v referendu (Tsachechisch), České noviny. 12. April 2010. Abgerufen am 20. Mai 2010. 
  3. Historie klubu (Tschechisch) Abgerufen am 12. Dezember 2009.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nový Jičín – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien