Nový Kostel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nový Kostel
Wappen von Nový Kostel
Nový Kostel (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Karlovarský kraj
Bezirk: Cheb
Fläche: 4371,0784[1] ha
Geographische Lage: 50° 13′ N, 12° 27′ O50.21560555555612.445933333333486Koordinaten: 50° 12′ 56″ N, 12° 26′ 45″ O
Höhe: 486 m n.m.
Einwohner: 502 (1. Jan. 2014) [2]
Postleitzahl: 351 36
Kfz-Kennzeichen: K (alte CH)
Verkehr
Straße: LubyKynšperk nad Ohří
Bahnanschluss: Tršnice–Luby
Nächster int. Flughafen: Flughafen Karlsbad
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 8
Verwaltung
Bürgermeister: Oto Teuber (Stand: 2008)
Adresse: Nový Kostel 27
351 34 Skalná
Gemeindenummer: 554707
Website: www.novy-kostel.cz
Lageplan
Lage von Nový Kostel im Bezirk Cheb
Karte

Nový Kostel (deutsch Neukirchen) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt sieben Kilometer östlich von Plesná (Fleißen) und gehört zum Okres Cheb.

Geographie[Bearbeiten]

Nový Kostel befindet sich im Tal des Baches Lubinka im Süden des Elstergebirges. Westlich des Ortes verläuft die Bahnstrecke Tršnice–Luby, die Bahnstation Nový Kostel liegt zwei Kilometer westlich des Ortes in Spálená. Östlich verläuft das mit der Talsperre Horka geflutete Tal des Libocký potok.

Nachbarorte sind Božetín und Oldřišská im Norden, Bernov im Nordosten, Čižebná im Osten, Květná und Kopanina im Südosten, Lesná und Hrzín im Süden sowie Spálená im Westen.

Nový Kostel ist ein Zentrum seismologischer Aktivität.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Besiedlung der Gegend erfolgte im 13. Jahrhundert durch das Kloster Waldsassen. Das Kloster verkaufte 1348 das Schönbacher Ländchen an Rüdiger von Sparneck. Nachfolgend gehörten Fassattengrün, Ullersgrün, Frauenreuth, Ehmet, Kronndorf, Wallhof, Berg, Hörsin, Zweifelsreuth, Mühlgrün, Brenndorf, Dreigrün und Haid zur Herrschaft Wallhof. Besitzer waren drei Jahrhunderte lang die Mulz von Waldau, ihnen folgten die Hartenberger.

Neukirchen selbst entstand erst im 17. Jahrhundert. Zu dieser Zeit war die Herrschaft Klinghart eine protestantische Gegend. Einer der wenigen Katholiken, der sich in Kulm nach einer Erkrankung versorgen ließ, knüpfte Kontakte zum dortigen katholischen Pfarrer Sebastian Christian. Auf dessen Anregung erfolgte 1613 gegenüber von Klinghart der Bau einer katholischen Kirche, die nach Kulm gepfarrt war. 1657 wurde die Kirche auf Ersuchen des Gutsbesitzers Mulz von Waldau zur Pfarrkirche erhoben. Die um die neue Kirche entstandene Ansiedlung erhielt den Namen Neukirchen. 1785 standen in dem Dorf 50 Häuser.

1840 führte eine lange Dürre zu einer Hungersnot. Zehn Jahre später brachte Militär, das sich im Dorf einquartierte, den Typhus mit. Neukirchen war ein Bauerndorf, dessen Bewohner sich mit der Weberei ein Zubrot verdienten. Später wurde es ein Zentrum des häuslichen Geigenbaus. Die Instrumente wurden von Faktoren in Schönbach angekauft und exportiert.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Neukirchen mit Brenndorf, Dreigrün, Zweifelsreuth, Ehmet, Krondorf und Wallhof ab 1850 eine Gemeinde im Gerichtsbezirk Wildstein bzw. im Bezirk Eger. Im Jahre 1900 nahm die Lokalbahn Tirschnitz–Wildstein–Schönbach den Betrieb auf. In Brenndorf entstand die Bahnstation Neukirchen-Brenndorf. Seit 1921 wurde auch der tschechische Name Nový Kostel verwendet. 1930 lebten in der Gemeinde 1226 überwiegend deutschsprachige Menschen. Die größte Blütezeit erlangte das Dorf vor dem Zweiten Weltkrieg. Nach dem Münchner Abkommen 1938 wurde Neukirchen dem Deutschen Reich zugeschlagen und gehörte bis 1945 zum Landkreis Eger. 1939 hatte Neukirchen 1137 Einwohner. Nach Kriegsende kam die Gemeinde zur Tschechoslowakei zurück und die Deutschen wurden vertrieben.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Nový Kostel besteht aus den Ortsteilen Božetín (Fassattengrün), Čižebná (Zweifelsreuth), Horka (Berg), Hrzín (Hörsin), Kopanina (Frauenreuth), Mlýnek (Mühlgrün), Nový Kostel (Neukirchen) und Spálená (Brenndorf).[3] Grundsiedlungseinheiten sind Bor (Haid), Božetín, Čižebná, Horka, Hrzín, Kopanina, Lesná (Wallhof), Mlýnek, Nový Kostel, Smrčí (Krondorf), Spálená und Svažec (Ehmet).[4] Zu Nový Kostel gehören außerdem die Ansiedlungen Nový Dvůr (Dreigrün) und Oldřišská (Ullersgrün).

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Bor u Kopaniny, Božetín, Čižebná, Horka u Milhostova, Hrzín u Nového Kostela, Kopanina, Lesná u Nového Kostela, Mlýnek, Nový Kostel, Smrčí u Nového Kostela und Svažec.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche der Erhebung des Hl. Kreuzes in Nový Kostel
Kirche St. Georg in Kopanina
  • Kirche der Erhebung des Hl. Kreuzes in Nový Kostel, errichtet 1613, sie wurde 1776 vergrößert. 1845 schlug der Blitz in den Kirchturm, der dabei ausbrannte; die Glocken schmolzen. Im Jahre 1884 wurde die Turmuhr angebracht.
  • Statuen der Jungfrau Maria, geschaffen 1716, und des Hl. Johannes von Nepomuk aus dem Jahre 1731, vor der Kirche.
  • Kirche St. Georg in Kopanina, Barockbau aus den Jahren 1768–1770
  • Herrenhaus in Kopanina, errichtet im 17. Jahrhundert
  • Historischer Getreidespeicher in Kopanina
  • Stausee Horka

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nový Kostel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Durchgangsstraße in Hrzin

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/554707/Novy-Kostel
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)
  3. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/554707/Obec-Novy-Kostel
  4. http://www.uir.cz/zsj-obec/554707/Obec-Novy-Kostel
  5. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/554707/Obec-Novy-Kostel