Novalung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
Novalung GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 2003
Sitz Heilbronn, Deutschland
Leitung Georg Matheis,
Josef Bogenschütz
Mitarbeiter 55 (2009)
Branche Medizintechnik
Website www.novalung.com

Die Novalung GmbH ist ein deutsches Medizintechnikunternehmen mit Sitz in Heilbronn und weltweit das erste Unternehmen, das einen pumpenlos betriebenen Gasaustauscher zur extrapulmonalen Kohlendioxid-Entfernung einsetzt.[1]

Lungenleiden sind in Europa und den USA die dritthäufigste Todesursache. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben jährlich neun Millionen Menschen an Lungenerkrankungen.[2] „Die Novalung GmbH ist weltweit der erste und einzige Anbieter von künstlichen Lungen wie ILA (Interventional Lung Assist), die ein Entlasten der erkrankten Lunge ermöglichen.“[3]

Novalung wurde 2003 in Hechingen gegründet. Im Jahr 2004 wurde die Tochtergesellschaft Novalung Inc. in Ann Arbor in den USA gegründet. Dort besteht eine Kooperation mit einer Forschergruppe der Firma MC3. Im Jahr 2008 wurde der Firmensitz nach Talheim, 2010 nach Heilbronn verlegt. Die seit Ende 2009 in Oberstenfeld ansässige Produktion wurde 2013 ebenfalls in Heilbronn angesiedelt.

Die Produkte von Novalung, z. B. der iLA-Membranventilator und NovaPort-Kanülen, stellen eine Alternative zur Behandlung des Lungenversagens dar. Eine künstliche Lunge, die an den Blutkreislauf des Patienten angeschlossen wird, bewerkstelligt den Gasaustausch, den die geschädigte Lunge nicht mehr zu leisten vermag. Die Konzentrationen der Blutgase werden in einen physiologischen Bereich zurückgeführt. Hierbei werden gemeinsam mit führenden internationalen Ärzten neue Therapien zum Ersatz der invasiven Beatmung entwickelt. Klinische Studien und Fallstudien einzelner Patienten zeigen bei über 4000 durchgeführten klinischen Einsätzen, dass einer großen Bandbreite von Patienten mit Lungenversagen mit dem iLA-Membranventilator geholfen werden kann.[4][5]

Durch die Verwendung eines iLA-Membranventilators kann der Einsatz der mechanischen Beatmung vermieden werden. Bei ersten Patienten wurde der iLA-Membranventilator als Überbrückung der Wartezeit bis zur Lungentransplantation eingesetzt.[6][7]

Im Compendium of Evidence des iLA-Membranventilators sind die klinischen Publikationen zusammengestellt und kommentiert.[8]

Geschichte[Bearbeiten]

  • 2003: Die Novalung GmbH nimmt ihre Geschäftstätigkeit am Standort Hechingen auf
  • 2003: Der iLA Membranventilator erlangt die CE-Kennzeichnung
  • 2003: Forschungskooperation HIMOX: Forschungsprojekt zu einer perkutan einführbaren Lunge, die widerstandsneutral in der Hohlvene liegt
  • 2003: Kooperation mit MC3: Start einer Entwicklungs- und Technologiekooperation mit einer führenden Forschergruppe zu künstlichen Lungen in den USA
  • 2004: Novalung gründet die Novalung Inc. in Ann Arbor, USA, zur Zusammenarbeit im nordamerikanischen Markt
  • 2005: Novalung bezieht eine Reinraumfertigung der Klasse 100.000 mit einer Fläche von 300 m²
  • 2007: Markteinführung des Vision-α-Hochfrequenzbeatmungsgeräts
  • 2008: Verlegung des Hauptsitzes der Novalung GmbH von Hechingen nach Talheim, Landkreis Heilbronn
  • 2009: Einführung von VentProtect, einer Filterheizung zum Einsatz mit dem Hochfrequenzbeatmungsgerät Vision α
  • 2009: Verlegung der Produktion nach Oberstenfeld
  • 2010: Verlegung des Hauptsitzes von Talheim nach Heilbronn
  • 2013: Verlegung der Produktion nach Heilbronn

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Innovations in technology--Novalung iLA: challenges for the field of critical care nursing“
  2. „WHO Chronic Respiratory Diseases“
  3. „Worlds first artificial lung“.
  4. „Artificial Lung Researchers Encouraged by Initial Data“.
  5. Chris Löwer: Die künstliche Lunge hat sich in der Praxis bewährt. In: Handelsblatt vom 5. September 2006
  6. „Artificial lung kept teen alive until transplant“.
  7. „Tiny artificial lung breathes life into Ontario mother“
  8. „Compendium of Evidence“ (pdf)

Weblinks[Bearbeiten]