November 2005

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Aktuelle Nachrichten und Ereignisse im November 2005.

Tagesgeschehen[Bearbeiten]

Dienstag, 1. November[Bearbeiten]

Mittwoch, 2. November[Bearbeiten]

Von den Unruhen betroffene Départements (überwiegend nur einzelne Brennpunkte)
  • Paris/Frankreich. Bereits den sechsten Tag in Folge werden die Pariser Vororte von einer Welle der Gewalt heimgesucht. Auch in der Nacht auf heute lieferten Jugendliche der Polizei erneut Straßenschlachten und steckten Dutzende Fahrzeuge in Brand. Ausgelöst wurden die Krawalle, die in Frankreich die Diskussion über zugemutete Lebensbedingungen in „sozialen Problemvierteln“ neu entfacht haben, durch den Unfalltod zweier Jugendlicher am 26. Oktober.
    Siehe auch: Unruhen in Frankreich 2005
  • Deutschland. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Oktober auf 4,556 Millionen gesunken. Das wären 94.000 weniger als im September, aber 349.000 mehr als vor einem Jahr, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg. Die Arbeitslosenquote ging um 0,2 Punkte auf 11,0 Prozent zurück und ist im Jahresvergleich stärker gesunken als erwartet.
  • Soest/Deutschland. In Soest wird die 668. Allerheiligenkirmes eröffnet. Statistisch gesehen die größte Altstadtkirmes (vormals die größte Innenstadtkirmes) Europas findet jährlich in der historischen Soester Altstadt statt. Insgesamt bauen die Schausteller ihre Geschäfte auf einer Fläche von ca. 50.000 m² auf. Jährlich besuchen knapp eine Million Besucher das Volksfest im Herz Westfalens an insgesamt fünf Kirmestagen.
  • Pakistan. Bei dem schweren Erdbeben in Pakistan vor dreieinhalb Wochen sind 73.276 Menschen gestorben. Diese Zahl teilte der Leiter der Rettungsarbeiten in Islamabad mit. Zuletzt wurde von mehr als 57.000 Toten gesprochen. Im Erdbebengebiet in Nordpakistan bahnt sich indessen laut dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF eine weitere Katastrophe an. Nach neuesten Schätzungen seien im Krisengebiet über zwei Millionen Menschen auf lebensrettende Hilfe angewiesen, die Hälfte davon Kinder und Jugendliche, warnte die Organisation.

Donnerstag, 3. November[Bearbeiten]

CIA
  • EU/USA. Nach einem Bericht der „Washington Post“ unterhält der US-Geheimdienst CIA mehrere Geheimgefängnisse für hochrangige Terrorverdächtige in Osteuropa und Asien. Zu den acht Standorten des verborgenen Gefängnissystems wurden neben Thailand und Afghanistan auch „mehrere Demokratien in Osteuropa“ genannt. Die Namen der osteuropäischen Länder hielt die Zeitung nach eigenen Angaben auf Bitten von US-Vertretern zurück. Diese fürchten demnach, dass nach einem Bekanntwerden der Gefängnisstandorte es zu Anschlagsversuchen kommen könnte. Auf diese Medienberichte hin hat sich nun die EU-Kommission eingeschaltet. Man werde die Berichte prüfen, versicherte ein Sprecher von EU-Justizkommissar Franco Frattini in Brüssel. Dabei handle es sich um eine „heikle Angelegenheit“, denn die EU habe keine direkten Kompetenzen in diesem Bereich.
  • Äthiopien. Im ostafrikanischen Staat spitzt sich die Lage weiter zu. Mittlerweile kommt es den dritten Tag in Folge zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Diese Unruhen richten sich gegen einen angeblichen Wahlbetrug der Regierung von Ministerpräsident Meles Zenawi bei der Parlamentswahl im Mai. Zu den Demonstrationen hatte die oppositionelle Koalition für Demokratie und Einheit (Qinijit) aufgerufen. Dutzende Menschen starben bereits. Währenddessen eskalieren die Spannungen an der äthiopisch-eritreischen Grenze, wo beide Staaten zwei Jahre lang bis 2000 einen erbitterten Krieg geführt hatten. Nach Angaben von UNO-Beobachtern ziehen sie derzeit wieder Truppen, Panzer und andere schwere Waffen zusammen. UNO-Generalsekretär Kofi Annan rief deswegen zu großer Vorsicht auf, denn jede Handlung könne missverstanden werden. Auch das österreichische Außenministerium hat sich zu den Vorfällen geäußert und gab eine Reisewarnung aus.
  • Ramallah/Palästina. Israelische Soldaten haben mit scharfen Schüssen auf protestierende palästinensische Jugendliche einen zwölfjährigen Jungen getötet. Das Kind verstarb in der Stadt Dschenin im nördlichen Westjordanland, wie palästinensische Ärzte mitteilten. Er hatte zusammen mit anderen Jugendlichen die israelischen Soldaten mit Steinen beworfen. Die israelische Armee war mit mehr als 30 Geländewagen und unterstützt von zwei Hubschraubern in Dschenin eingerückt, um Mitglieder der radikalen Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad festzunehmen.

Freitag, 4. November[Bearbeiten]

  • Lissabon/Portugal. In der portugiesischen Hauptstadt wurden die 12. MTV Europe Music Awards verleihen. Zu den großen Abräumern gehören unter anderem: Green Day (Beste Rockband und Bestes Album – „American Idiot“), Coldplay (Beste Band aus Großbritannien und Irland und Bester Song – „Speed of Sound“) und Gorillaz (Beste Band). Die Show selbst wurde von insgesamt elf Live-Acts sowie Gastauftritten zahlreicher prominenter Präsentatoren umrahmt, der als „Ali G“ bekannte britische Komiker Sacha Baron Cohen moderierte in seiner Rolle als osteuropäischer MTV-Moderator Borat. Über die Preisvergabe stimmen die Zuschauer in Europa ab. Nach Angaben der Veranstalter kamen 10.000 Zuschauer in den Atlantischen Pavillon in Lissabon. An den Fernsehern könnte die Show bis zu eine Milliarde Zuschauer erreicht haben.
  • Fidschi. Forscher von WWF haben in einem Riff eine bisher unbekannte Fischart aus der Familie der Riffbarsche entdeckt.
  • Krakau/Polen. Rund ein halbes Jahr nach dem Tod von Papst Johannes Paul II. begann gestern in Krakau die Beweisaufnahme im Verfahren zu seiner Seligsprechung. Das Tribunal wird Beweise für Wunder sammeln. In Krakau werden polnischsprachige Zeugen vernommen werden, alle anderen in Rom.

Samstag, 5. November[Bearbeiten]

Unruhen in Frankreich
  • Frankreich. Bereits die neunte Nacht in Folge erlebt Frankreich schwere soziale Unruhen. Trotz eines massiven Polizeiaufgebots haben sich die Ausschreitungen französischer Jugendlicher in mehreren Pariser Vororten weiter verstärkt. Landesweit seien rund 900 Autos in Brand gesteckt und 253 Personen festgenommen worden, teilte die französische Polizei mit. In der Nacht hatte es erstmals auch Krawalle in anderen Landesteilen gegeben, wie in Vororten von Dijon, Rouen und Marseille. Der konservativen Regierung werfen Regionalpolitiker vor, nicht ausreichend auf die sich täglich weiter ausbreitende Gewalt zu reagieren.
    Siehe auch: Unruhen in Frankreich 2005
  • Mar del Plata/Argentinien. In Mar del Plata und Buenos Aires sowie in rund 200 anderen argentinischen Städten kommt es zu schweren antiamerikanischen Ausschreitungen und Kundgebungen. Vorwiegend wurden ausländische Banken und amerikanische Fastfood-Restaurants in Brand gesetzt. Die Polizei ging gegen die Demonstranten mit Gummigeschossen und Tränengas vor. Die linksgerichteten Proteste richten sich gegen die Anwesenheit von US-Präsident George W. Bush auf dem Gipfeltreffen von 34 nord- und südamerikanischen Staaten sowie dessen Plan zur Gründung einer Freihandelszone auf dem gesamten amerikanischen Kontinent.
  • Irak. Die US Army hat in der westirakischen Provinz al-Anbar an der Grenze zu Syrien eine neue Offensive gestartet. An dem Einsatz, der unter dem Namen „Operation Eiserner Vorhang“ läuft und seinen Schwerpunkt der Stadt Hussaibah hat, seien 2.500 amerikanische und 1.000 irakische Soldaten beteiligt, so die US-Armee in einer Erklärung. Ziel des Einsatzes sei die Wiederherstellung der Sicherheit an der irakisch-syrischen Grenze sowie das regionale Netzwerk der Extremistenorganisation Al-Qaida zu zerstören.

Sonntag, 6. November[Bearbeiten]

  • Frankreich. Entgegen den Ankündigungen der französischen Regierung, mit aller Härte gegen die jugendlichen Randalierer vorzugehen, jagt ein Höhepunkt der nächtlichen Krawalle in Paris, die immerhin schon zehn Tage andauern, den nächsten. Laut Polizeiangaben seien landesweit 1.295 Fahrzeuge in Brand gesetzt und 312 Personen festgenommen worden – so viele wie in keiner Krawallnacht zuvor. Die Unruhen haben erstmals auch das Zentrum der französischen Hauptstadt erfasst. Brandanschläge und Randalen wurden auch aus dem Rest des Landes gemeldet. Mittlerweile gab es die ersten Proteste unter der Bevölkerung gegen Gewalt.
    Siehe auch: Unruhen in Frankreich 2005

Montag, 7. November[Bearbeiten]

Mars (Hubble-Teleskop, Juni 2001)
  • Mars (Planet): Der „Rote Planet“ steht wieder in Erdnähe und ist das hellste Objekt am Sternhimmel. In der diesjährigen Opposition ist Mars von uns 0,46 AE entfernt, was nur etwa 10 % ferner ist als die „Jahrtausend-Opposition“ von 2003.
  • Paris/Frankreich. Die Unruhen in Frankreich haben ein erstes Todesopfer gefordert. Nach Angaben der Polizei verstarb ein Mann, der am Rande von Krawallen im Pariser Vorort Stains niedergeschlagen wurde, an den Folgen seiner Verletzungen. Nicht nur im Umland von Paris, sondern auch in Le Havre, Nizza, Rennes, Rouen, Straßburg und Toulouse wurden insgesamt 1400 Autos in Brand gesteckt. In fast 400 Fällen kam es zu Festnahmen. Soziologen erklären einen Teil der Unruhen durch eine misslungene Integrationspolitik.
  • Berlin: Im deutschen Bundestag gibt es weiterhin breiten Widerstand gegen die nun vierte Kandidatur von Lothar Bisky (Linkspartei.PDS) zum fünften Vizepräsidenten. Der Bundestag entscheidet, dass für diese Wahl eine einfache Mehrheit genügen soll (siehe 8. November).
  • Dortmund/Deutschland. Aus dem präsentierten dritten Band der „Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung“ (Iglu) zum Leseverständnis von Viertklässlern geht eindeutig hervor, dass Jungen bei identischer Leistung in Deutsch oder Sachkunde schlechter als Mädchen benotet werden. „Jungen werden leicht benachteiligt“, äußert der wissenschaftliche Leiter der Iglu-Studie für Deutschland, Professor Wilfried Bos. Als Ursache für bessere Noten der Mädchen sei möglicherweise deren „Wohlverhalten“ zu sehen.
  • EU, WTO/Genf. Der EU-Chefverhandler für den Dezember-Welthandelsgipfel in Hongkong, Peter Mandelson, gerät bezüglich der umstrittenen Agrarförderungen von mehreren Seiten unter Beschuss. Frankreichs Regierung sagt, seine namens der 25 EU-Staaten abgegebenes Offerte „sei falsch und gehe zu weit“. Vertreter der großen Agrarexporteure Indien und Brasilien hatten am Montag in London angedeutet, man werde die gesteckten Ziele beim WTO-Gipfeltreffen in Hongkong nicht erreichen und brauche bald ein „Hongkong II“. Nach EU-Handelskommissar Mandelson ziehe hingegen „Gleichgültigkeit auf, sobald die Erwartungen reduziert würden“. Beim Hauptstreitpunkt, den Agrarsubventionen, werfen die USA und andere Länder der EU vor, ihren Agrarmarkt zu sehr abzuschotten. Die Zugeständnisse zum Abbau von Agrar-Zöllen und -Subventionen reichen ihnen nicht weit genug.

Dienstag, 8. November[Bearbeiten]

erste A380-Landung in Finkenwerder
  • Sydney/Australien. Eingesetzte australische Sicherheitskräfte verhinderten nach fast 16-monatigen Ermittlungen mit der Verhaftung von 16 Verdächtigen in Sydney und Melbourne die Ausführung eines größeren Terroranschlags. Bei der gut koordinierten Razzia in Vorstädten mit hohem moslemischen Bevölkerungsanteil waren fast 400 Polizisten beteiligt. Unter den letztlich Festgenommenen soll sich auch der aus Algerien stammende radikal-islamische Prediger Abdul Nacer Benbrika befinden, der vor kurzem Osama bin Laden als „großen Mann“ gerühmt hatte, dessen Zielen man nacheifern sollte. Anhänger Benbrikas wurden 2004 dabei beobachtet, wie sie die Börse und den Hauptbahnhofsbereich Melbournes filmten, was Spekulationen über die Vorbereitung von Anschlägen Raum gab. In Sydney leben allein 150.000 Moslems.
  • Berlin/Deutschland. Die Linkspartei.PDS verzichtet nach der vierten Niederlage ihres Spitzenkandidaten Lothar Bisky zur Wahl des ihr zustehenden Vizepräsidentenamtes im Bundestag endgültig auf seine Kandidatur. In geheimer Wahl stimmten 249 von 595 anwesenden Abgeordneten, gegen ihn 310. Es gab 36 Enthaltungen.
  • Hamburg/Deutschland. Der Airbus A380 landet zum ersten Mal im Airbus-Werk Finkenwerder

Mittwoch, 9. November[Bearbeiten]

  • Berlin/Köln. In der Nacht zum Mittwoch stecken unbekannte Täter mehrere PKW in Köln und Berlin in Brand. Ob es Nachahmungstäter bzw. „Trittbrettfahrer“ der Unruhen in Frankreich sind, sagt die Polizei noch nicht, schließt aber einen Zusammenhang nicht aus. Die Berliner Polizei wird ihre öffentliche „Präsenz“ deutlich verstärken. In Köln brannten vier Autos aus, während in den Berliner Ortsteilen Gesundbrunnen, Pankow und Wedding sechs PKW und ein Motorroller in Brand gesteckt wurden. Bereits in der Vornacht brannten fünf Berliner Fahrzeuge.
  • London/Vereinigtes Königreich. Chinas Staatspräsident Hu Jintao begann in London seine Europareise. Begleitet wurde die Ankunft von Protesten, die ein freies Tibet forderten.
  • New York/USA. Michael Bloomberg wird mit deutlicher Mehrheit für eine zweite Amtszeit als Bürgermeister von New York City wiedergewählt. Der Milliardär und Kandidat der Republikaner schlägt seinen demokratischen Herausforderer Fernando Ferrer mit einem Vorsprung von 19 Prozentpunkten. Nach Auszählung von 98 % der Wahllokale liegt er mit 58 % zu 39 % vorn.
  • Kalifornien. Alle 4 Referenden über eine Reform-Agenda, die der amtierende „Governator“ Arnold Schwarzenegger den Bürgern vorgelegt hatte, wurden am Dienstag mehrheitlich abgelehnt, da die Gewerkschaften ihre vorgeschlagene Straffung heftig bekämpften. Die drei anderen Initiativen betrafen längere Probezeiten für Lehrer, neue Grenzen der Wahlbezirke und mehr Budgetrechte des Gouverneurs, wie er bei seiner Wahl angekündigt hatte. Schwarzeneggers anfänglich guter Ruf ist einer gewissen Enttäuschung gewichen, die seine Wiederwahl im Herbst 2006 gefährden könnte.
  • Darmstadt Erfolgreicher Start der ESA-Raumsonde "Venus-Express". Sie soll die Venus im April 2006 erreichen.

Donnerstag, 10. November[Bearbeiten]

Freitag, 11. November[Bearbeiten]

Samstag, 12. November[Bearbeiten]

Sonntag, 13. November[Bearbeiten]

  • Aserbaidschan: Eine Woche nach der von Wahlfälschungen beeinflussten Parlamentswahl fordern 20.000 Demonstranten in der Hauptstadt Baku von Präsident Əliyev die Annullierung des verkündeten Ergebnisses, nach der die Regierungspartei die absolute Mehrheit hätte. In Anlehnung an die friedliche Revolution in der Ukraine trugen die Teilnehmer der Protestbewegung orange Fahnen (FAZ 14. November 2005).
  • Eddie Guerrero stirbt im Alter von nur 38 Jahren an Herzversagen. Ein Grund dafür war u. a. der Alkohol, den Eddie Guerrero stark konsumiert hatte. Er war einer der größten Superstars der WWE. Guerrero hinterlässt eine Frau und drei Kinder.

Montag, 14. November[Bearbeiten]

Dienstag, 15. November[Bearbeiten]

Mittwoch, 16. November[Bearbeiten]

Donnerstag, 17. November[Bearbeiten]

Modell einer Ariane 5

Freitag, 18. November[Bearbeiten]

Samstag, 19. November[Bearbeiten]

Montag, 21. November[Bearbeiten]

Dienstag, 22. November[Bearbeiten]

Mittwoch, 23. November[Bearbeiten]

  • London/Washington D.C.: Ein Bericht des Daily Mirror behauptet, die USA hätten im Irakkrieg erwogen, die arabische Fernsehstation Al Jazeera zu bombardieren, und nur der Einspruch des britischen Premierministers Tony Blair hätte es verhindert. Der Pressesprecher von Präsident George W. Bush nennt solche Spekulationen jenseitig, wo sich doch besonders die USA für globale Pressefreiheit einsetzen.
  • Deutschland: Bundeskanzlerin Angela Merkel beginnt schon am Tag nach ihrer Vereidigung mit wichtigen Antrittsbesuchen: erst in Paris, anschließend in Brüssel. Frankreichs Staatschef Jacques Chirac hatte zu Merkels Vorgänger Gerhard Schröder ein sehr freundschaftliches Verhältnis, weshalb Merkel betonte, an der deutsch-französischen Kooperation werde sich nichts ändern. Vor einigen Tagen sagte sie, von der durch Schröder beförderten „Achse Paris-Berlin“ und engsten Kontakten zum russischen Präsident Wladimir Putin wenig zu halten, wenn dabei Warschau vor den Kopf gestoßen werde.
  • Wien: Abgeordnete der Opposition (Gaal et al.) fragen im Außenministerium nach dem Wahrheitsgehalt von Berichten, die CIA würde regelmäßig Überflüge von Österreich durchführen. Der genannte Fall einer Lockheed C-130 Hercules-Transportmaschine Anfang 2003 habe sich als ziviler Flug herausgestellt, nachdem Abfangjäger aufgestiegen seien. Allfälligen ungeklärten Flügen werde von der Luftraumüberwachung nachgegangen, und bisher hätten die betr.Staaten weitere Fälle unterbunden. Der Kauf neuer Abfangjäger ist in Österreich parteipolitisch umstritten.

Freitag, 25. November[Bearbeiten]

Ahaus Reste des Schneechaos 12-2005.jpg

Sonntag, 27. November[Bearbeiten]

Montag, 28. November[Bearbeiten]

1) die Erderwärmung bis 2100 um nicht mehr als 2 °C ansteigen zu lassen und daher Maßnahmen nach dem Auslaufen von „Kyoto“ im Jahr 2012 zu beraten.
2) die USA für einen Beitritt zu gewinnen, die (inzwischen gefolgt von China) der Staat mit dem größten Beitrag zur Luftverschmutzung sind.
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  • China: erneut kommt es zu einem gravierenden Grubenunglück im Nordwesten des Landes.
  • Harbin, China: die 6 Tage unterbrochene Trinkwasser-Versorgung der Millionenstadt wird wieder aufgenommen. Zuvor war es zu panikartigen Käufen von Flaschenwasser im gesamten Umland gekommen, verstärkt durch die Angst nach weiteren verheimlichten Chemieunfällen in der Industrieregion. Die Verseuchung des Songhua-Fluss durch Benzol war am 13. November bei Jilin 380 km flussaufwärts eingetreten, als es zu Explosionen in einem Werk der Petrochemie gekommen war. Russische WWF-Experten sprechen von einer ökologischen Katastrophe und einem massiven Fischsterben auch im Amur, in den der Songua mündet, und später im Ochotskischen Meer.
  • Deutschland: Erneut gibt es Stromausfälle in einigen Gemeinden des Münsterlandes, etwa 90.000 Menschen sind davon betroffen. Für Teile von Ochtrup bricht bereits die vierte Nacht ohne Strom an. Die Reparatur der vielen durch Eisregen und Sturm beschädigten Hochspannungsleitungen läuft jedoch auf Hochtouren.

Dienstag, 29. November[Bearbeiten]

  • Berlin: Anlässlich der USA-Reise von Deutschlands neuem Außenminister Steinmeier spricht Bundeskanzlerin Merkel eine Klimaverbesserung zu den USA an, aber eine im Wesentlichen kontinuierliche Außenpolitik, während die Regierung in Washington, D.C. von Deutschland deutlichere Signale erhofft.
  • Kanaren: Erstmals in der Geschichte erreicht mit „Delta“ ein Tropischer Wirbelsturm die Kanarischen Inseln. 2005 weist eine fast verdoppelte Zahl von Hurrikans auf, weshalb die übliche alphabetische Benennung nicht ausreichte und Mitte November bei Alfa fortgesetzt wurde.

Mittwoch, 30. November[Bearbeiten]

  • USA, Irak: Das Weiße Haus veröffentlicht eine Studie zur politisch-militärischen Strategie im Irak. In einer vor der Marineakademie Annapolis gehaltenen Rede fasst Präsident Bush zusammen, es werde in der jetzigen Krise keinen Rückzug aus dem Land ohne einen Sieg der Demokratie geben. Bush fordert von der Öffentlichkeit Geduld und hält einen konkreten Zeitplan der Truppenreduzierung für verfrüht. Berichte aus dem Irak bestätigten, dass der Aufbau der landesinternen Sicherheitskräfte rasch voranschreite.
Im 38-seitigen Dokument „Unsere nationale Strategie ...“ heißt es übersetzt: Mit Entschlossenheit wird der Sieg errungen werden, allerdings nicht bis zu einem bestimmten Zeitpunkt. Der Plan setzt auf drei Grundlinien – die politische Linie, die Sicherheitspolitik und die Wirtschaftshilfe. Es gelte die Terroristen zu besiegen und den Aufstand zu neutralisieren. Man müsse dem Irak helfen, seine Wirtschaft zu stärken und die internationale Hilfe für das Land erhöhen.
  • Bagdad: Die irakische Regierung hält für Anfang 2006 den Abzug von bis zu 30.000 US-Soldaten für möglich. Deren Aufgaben könnten von irakischen Sicherheitskräften übernommen werden, sagte der Nationale Sicherheitsberater der Regierung, Mowaffak al-Rubaie. Ein Abzug aller US-Soldaten sei aber nicht vor Ende 2007 denkbar.
Derzeit stehen 159.000 amerikanische Soldaten im Einsatz, 21.000 mehr als im Sommer. Bisher sind 2.110 US-Soldaten im Irak getötet worden. Das US-Verteidigungsministerium will den Truppenstand nach den Wahlen vom 15. Dezember wieder auf das Niveau des Sommers zurücknehmen.
  • USA-Militärstrategen: Im Februar 2003 hatten Andrew Terrill und Conrad Crane (Historisches Institut der Streitkräfte) vorausgesagt, sie USA würden zwar den Krieg gegen Saddam Hussein gewinnen, den Frieden dann aber verlieren. In einem neuen Bericht stellen sie nun fest, dass fast alle düsteren Prophezeiungen eingetroffen sind. Dennoch sprechen sich beide Strategen gegen die Vorlage eines Rückzug-Zeitplans aus, weil dieser für den Irak mehr Gefahren als Nutzen bedeute.
  • Israel: „Frontenwechsel“ in den Großparteien. Schimon Peres, der frühere Premierminister und Chef der Arbeiterpartei, unterstützt die von Ariel Scharon jüngst gegründete Partei Kadima („Vorwärts“). Erste Umfragen zeigen, dass Kadima inzwischen den mehrheitlich gegen Sharons Friedenspolitik eingestellten Likud-Block überflügelt hat und in der Wählergunst führt. Durch Peres' Schritt erhält sie nun weiteren Zulauf.
Wie Peres sagt, unterstütze er seinen früheren Rivalen, weil er dessen Einstellungswandel hin zu einer Verständigung mit den Palästinensern für echt und zukunftsweisend halte.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: November 2005 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien