Nowa Wieś Kłodzka

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Nowa Wieś Kłodzka
Wappen fehlt
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Nowa Wieś Kłodzka (Polen)
Nowa Wieś Kłodzka
Nowa Wieś Kłodzka
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Landkreis: Kłodzko
Gmina: Nowa Ruda
Geographische Lage: 50° 34′ N, 16° 37′ O50.56166666666716.61Koordinaten: 50° 33′ 42″ N, 16° 36′ 36″ O
Höhe: 560 m n.p.m
Einwohner: 250
Telefonvorwahl: (+48) 74
Kfz-Kennzeichen: DKL
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Breslau

Nowa Wieś Kłodzka (deutsch: Neudorf) ist ein Dorf im Powiat Kłodzki in der Wojewodschaft Niederschlesien in Polen. Es liegt acht Kilometer östlich von Nowa Ruda, zu dessen Landgemeinde es gehört.

Geographie[Bearbeiten]

Nowa Wieś Kłodzka liegt am Westhang des Warthagebirges (Góry Bardzkie), unterhalb des 684 m hohen Passes von Silberberg (Przelącz Srebrna), auf dem Friedrich II. der Große 1765–1777 die Festung Silberberg errichten ließ. Südlich liegen der 476 m hohe Berg Kortunal (Völken Plan) und der 667 m hohe Słup (Hupprich). Nachbarorte sind Nowa Ruda und Woliborz im Nordwesten, Srebrna Góra im Nordosten, Wilcza im Südosten, Czerwienczyce im Süden, Słupiec im Südwesten sowie Dzikowiec im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Neudorf wurde erstmals 1336 erwähnt und trug zunächst die Bezeichnung Oberwaltersdorf, bzw. das neue Waltersdorf unter dem Silberberg, woraus sich durch Verballhornung mit der Zeit die Bezeichnung Neudorf entwickelte. Es gehörte zum Neuroder Distrikt im Glatzer Land, mit dem es die Geschichte seiner politischen und kirchlichen Zugehörigkeit von Anfang an teilte. Eingepfarrt war es stets zu dem benachbarten Rothwaltersdorf.

Das Dorf bestand in alter Zeit zunächst aus drei verschiedenen Teilen:

  • Zum Königlichen Rentamtsanteil gehörten alle Bauern des Dorfes, einige Kalkbrennereien sowie die Obergerichtsbarkeit über alle drei Anteile. Es war um die Mitte des 14. Jahrhunderts im Besitz des Breslauer Domherrn Nikolaus von Pannwitz, dem am 10. September 1347 Kaiser Kaiser Karl IV. in seiner Eigenschaft als König von Böhmen unter anderen Besitzungen im Glatzer Land auch das Lehen in Neudorf bestätigte. Gleichzeitig wurde festgelegt, dass dieses nach dem Tode von Nikolaus von Pannwitz zu gleichen Teilen an Titzko von Pannwitz sowie die Söhne seines verstorbenen Bruders Wolfgang von Pannwitz fallen sollte. Vermutlich als erledigtes Lehen fiel dieser Anteil 1565 durch Heimfall an die Böhmische Kammer.
  • Der zweite Anteil, zu dem u. a. der Dorfkretscham gehörte, war 1560 im Besitz des Hans von Güsner auf Eckersdorf und kam später an das Freirichtergut in Rothwaltersdorf, mit dem es bis zur Aufhebung der Patrimonialherrschaft verbunden blieb.
  • Das Freirichtergut mit Vorwerk, Wassermühle, einigen Gärtnern und Häuslern sowie je einem Bäcker, Fleischer, Schmied, Schneider und Schuhmacher gehörte zu Anfang des 15. Jahrhunderts einem Nicklas Pruser. Nach zahlreichen Besitzerwechseln kam es 1731 an den Reichsgrafen Franz Anton von Götzen, dessen Sohn Johann Joseph es um die Mitte des 18. Jahrhunderts weiter veräußerte. Um 1766 war es im Besitz eines Joseph Schön aus Mähren.

Nach den Schlesischen Kriegen fiel Neudorf zusammen mit der Grafschaft Glatz nach dem Hubertusburger Frieden 1763 an Preußen.

1789 erhielt Neudorf von der Böhmischen Kammer die Erlaubnis, eine eigene Begräbniskapelle mit einem Friedhof zu errichten. Die Kapelle wurde 1794 fertiggestellt und am 18. November zur „Ehre der Auffindung des hl. Kreuzes“ geweiht. Nachfolgend wurde ein Pfarrhaus erbaut, so dass 1803 ein eigener Kaplan angestellt werden konnte. Seit 1794 verfügte Neudorf über ein eigenes Schulhaus.

Daneben sind für die Zeit um 1800 nachgewiesen: Ein Freirichtergut, eine Wassermehlmühle, ein Kretscham, elf Bauern sowie 60 Gärtner und Häusler. 1799 wurden 548 Einwohner gezählt. Das Dorf verfügte damals über mehrere Kalksteinbrüche.

Nach der Neugliederung Preußens gehörte Neudorf ab 1815 zur Provinz Schlesien, die in Landkreise aufgeteilt wurde. 1816–1853 war der Landkreis Glatz, 1854–1932 der Landkreis Neurode zuständig. Nach dessen Auflösung 1932 gehörte es bis 1945 wiederum zum Landkreis Glatz. Seit 1902 verfügte es mit der Inbetriebnahme der Eulengebirgsbahn über einen Eisenbahnanschluss.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Neudorf 1945 wie fast ganz Schlesien an Polen und wurde in Nowa Wieś und später zur Unterscheidung von gleichnamigen Ortschaften in Nowa Wieś Kłodzka umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde 1946 vertrieben. Die neuen Bewohner waren zum Teil Heimatvertriebene aus Ostpolen. 1975–1998 gehörte Nowa Wieś Kłodzka zur Woiwodschaft Wałbrzych.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Kirche „Zur Ehre der hl. Kreuzauffindung“ wurde 1789 im Barockstil errichtet. Die Westfassade ist mit zwei Rundtürmen gestaltet.

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]