Nowe Miasto Lubawskie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nowe Miasto Lubawskie
Wappen von Nowe Miasto Lubawskie
Nowe Miasto Lubawskie (Polen)
Nowe Miasto Lubawskie
Nowe Miasto Lubawskie
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Landkreis: Nowe Miasto Lubawskie
Fläche: 11,61 km²
Geographische Lage: 53° 25′ N, 19° 35′ O53.41666666666719.583333333333Koordinaten: 53° 25′ 0″ N, 19° 35′ 0″ O
Einwohner: 11.241
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 13-300
Telefonvorwahl: (+48) 56
Kfz-Kennzeichen: NNM
Wirtschaft und Verkehr
Straße: ToruńMilomłyn
Nächster int. Flughafen: Danzig
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Einwohner: 11.241
(31. Dez. 2013)[1]
Gemeindenummer (GUS): 2812011
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeisterin: Alina Kopiczyńska
Adresse: Rynek 1
13-300 Nowe Miasto Lubawskie
Webpräsenz: www.nowemiastolub.pl

Nowe Miasto Lubawskie ['nɔvɛ 'mjastɔ lu'bafskʲɛ] (deutsch Neumark in Westpreußen) ist eine Stadt in der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Sie liegt an der Drwęca (Drewenz) und hat etwa 11.000 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten]

Marktplatz
Nml bazylika.jpg
Marktplatz
Nml brama k.jpg

Neumark, an der Drewenz gelegen, erhielt das Stadtrecht im Jahr 1325. 1454 wurde die Stadt Mitglied des Preußischen Bunds (Związek Pruski), einer Vereinigung der Städte und Adelsleute gegen den Deutschen Orden.

Neumark war die Hauptstadt des Landkreises Löbau im westpreußischen Regierungsbezirk Marienwerder. Sie hatte zum Ende des 19. Jahrhunderts eine evangelische und eine katholische Kirche, ein Progymnasium, ein Amtsgericht, eine Dampfschneidemühle, Getreidehandel und (1890) 2.723 Einwohner. Etwa 800 Einwohner (1890) bekannten sich zum Polentum, 1.553 Einwohner waren römisch-katholischen Glaubens, 842 waren evangelischer Konfession. In Neumark lebten 323 Juden.[2] Nördlich der Ortsgrenze lag das Kloster Maria Lonk, ein berühmter Wallfahrtsort.

Infolge des Versailler Vertrags kam die Stadt trotz deutschsprachiger Mehrheit 1920 mit dem ganzen Landkreis Löbau zurück zum wiedererrichteten polnischen Staat. Im September 1939 wurde Neumark von deutschen Truppen besetzt und an das Reich angeschlossen (Reichsgau Danzig-Westpreußen). Während der nationalsozialistischen Besetzung fanden in der Stadt zahlreiche Massenhinrichtungen polnischer Bürger statt. Als besonders bekannt gilt die Hinrichtung am 7. Dezember 1939 auf der Straße ulica Kopernika. Nach der Eroberung durch sowjetische Truppen wurde die Stadt 1945 wieder polnisch, die deutsche Mehrheit wurde vertrieben.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner-
zahl
Bemerkungen
1789 809 ohne die Garnison (eine Schwadron eines 1773 gebildeten Husarenregiments), meistens Polen[3]
1831 1.188 meistens Polen[4]
1875 2.371[5]
1880 2.742[5]
1885 2.678
1890 2.723 davon 842 Protestanten, 1.533 Katholiken und 328 Juden (800 Polen)[5]
1905 3.800 davon 1.125 Protestanten und 297 Juden[6]
1910 4.144[7]
1921 3.721[7] davon 250 Deutsche[8]
1943 4.884[7]
1992 10.300
1998 10.800
2006 11.036

Partnerstädte[Bearbeiten]

Hude (Oldenburg) (Deutschland)

Weiterhin ist die Stadt Mitglied im Stadtverbund Neustadt in Europa.

Landgemeinde[Bearbeiten]

Die Landgemeinde Nowe Miasto Lubawskie wurde 1973 gegründet. Die namensgebende Stadt Nowe Miasto Lubawskie ist jedoch weder Teil noch Verwaltungssitz dieser Gemeinde, den Mszanowo darstellt. Die Gemeinde hat auf einer Fläche von 138,02 km² 8062 Einwohner [9] und gliedert sich in 16 Ortsteile:

polnischer Name deutscher Name
(bis 1920 und 1939–45)
polnischer Name deutscher Name
(bis 1920 und 1939–45)
Bagno Bagno
1866–1945 Ludwigslust
Mszanowo Mszannowo
1864–1945 Weidenau
Bratian Brattian Nawra Nawra
1942–45 Neber
Chrośle Chrosle
1942–45 Krossel
Nowy Dwór Bratiański Neuhof
Gryźliny Grischlin
1942–45 Escherlin
Pacółtowo Groß Pacoltowo
1942–45 Petzelsdorf
Gwiździny Gwisdzyn
1942–45 Quesendorf
Pustki Pustken
Jamielnik Jamielnik
1942–45 Mispelwald
Radomno Radomno
1942–45 Radem
Kaczek Kaczek
1942–45 Entenmühle
Skarlin Skarlin
1942–45 Scharlen
Łąki Bratiańskie Königlich Lonk
1942–45 Großlanken
Tylice Tillitz
Lekarty Lekarth
1942–45 Erhardsdorf

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nowe Miasto Lubawskie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. Juni 2014.
  2. Landkreis Löbau. Verwaltungsgeschichte.de
  3. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil II: Topographie von West-Preussen, Marienwerder 1789, S. 45–46, Nr. 5.
  4. August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 436, Nr. 43.
  5. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte Provinz Westpreußen, Kreis Löbau/Neumark (2006).
  6. Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage, Band 14, Leipzig und Wien 1908, S. 565–566, Nr. 1).
  7. a b c Handbuch der historischen Stätten: Ost und Westpreußen, Kröner, Stuttgart 1981, ISBN 3-520-31701-X, S. 156.
  8. Der Gro0e Brockhaus, 15. Auflage, Band 13, Leipzig 1932, S. 313.
  9. Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ – STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“, Stand vom 30. Juni 2010 (WebCite)