Nowe Warpno

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Nowe Warpno
Wappen von Nowe Warpno
Nowe Warpno (Polen)
Nowe Warpno
Nowe Warpno
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Landkreis: Police
Fläche: 24,56 km²
Geographische Lage: 53° 44′ N, 14° 17′ O53.72527777777814.279444444444Koordinaten: 53° 43′ 31″ N, 14° 16′ 46″ O
Höhe: 1 m n.p.m
Einwohner: 1231
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 72-022
Telefonvorwahl: (+48) 91
Kfz-Kennzeichen: ZPL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 114: Tanowo-Nowe Warpno
DW 115: Stettin-Nowe Warpno
Schienenweg: PKP-Linie 406: StettinTrzebież, Bahnstation: Trzebież Szczeciński
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 6 Ortschaften
2 Schulzenämter
Fläche: 197,07 km²
Einwohner: 1672
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 8 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3211033
Verwaltung (Stand: 2013)
Bürgermeister: Władysław Kiraga
Adresse: pl. Zwycięstwa 1
72-022 Nowe Warpno
Webpräsenz: www.nowewarpno.pl

Nowe Warpno (deutsch Neuwarp) ist eine Stadt im Powiat Policki der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Sie ist zugleich Sitz einer Stadt- und Landgemeinde.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Nowe Warpno liegt im ehemaligen östlichen Vorpommern nordwestlich von Stettin (Szczecin) an der Landesgrenze zu Deutschland auf einer Halbinsel zwischen Neuwarper See und Stettiner Haff.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zum Stadtgebiet von Nowe Warpno gehören die bis 1945 selbständigen Dörfer und jetzigen Stadtteile Karszno (Albrechtshof) und Podgrodzie (Altstadt).

Geschichte[Bearbeiten]

Neuwarp mit Befestigungen 1664

Eine urkundliche Nennung von 1184 mit Warpene wird bezweifelt, es könnte auch Altwarp gemeint sein.[2] Der genaue Gründungszeitpunkt als Stadt ist nicht bekannt. Es wird angenommen, dass es in der Mitte des 13. Jahrhunderts Herzog Barnim I. war, der den Ort mit Magdeburger Recht belegte. Zuvor bestand wahrscheinlich schon eine Burg an der Stelle des nördlich gelegenen Stadtteils Altstadt. Bei der Teilung Pommerns im Jahre 1295 kam das Städtchen Warp zu Pommern-Stettin. Der Name Neuwarp ist erstmals 1352 mit civitas Nova Warpe[2] zu finden, als Barnim III. seine Einnahmen aus dem Städtchen dem Stettiner Ottostift verlieh. 1378 wurde die Kirche in Neuwarp dem Kloster Jasenitz unterstellt.[2]

Die Entwicklung von Neuwarp zu einem florierenden Hafenstädtchen, das im gesamten Herzogtum Pommern-Stettin Zollfreiheit besaß, erweckte die Missgunst der Stadt Stettin, die den Schiffsverkehr behinderte, worauf Herzog Otto I. der Stadt die Erlaubnis zu Gegenmaßnahmen erteilte. 1442 erhielt Neuwarp vom Herzog Joachim I. die Privilegien nach dem Lübischen Recht.[2] Nach dem verheerenden Brand von 1491, der Neuwarp mit Kirche und Rathaus vollständig vernichtete und bei dem sämtliche Urkunden verloren gingen, bestätigte das Herzogshaus im Jahre 1491 alle Rechte der Stadt.[2] 1555 brach wiederum ein Stadtbrand aus, der die Stadt in Schutt und Asche legte.[2] Herzog Philipp I. erneuerte darauf 1556 die Neuwarper Privilegien und verlieh der Stadt wiederum das günstigere Lübische Recht.[2] 1559 besaß Neuwarp zwei Hospitäler, (Hospital zum St. Georg, Hospital zum Heiligen Leichnam). 1648 fiel Neuwarp an Schweden. Der dritte große Stadtbrand brach 1692 aus.[2]

Nach dem Wiederaufbau hatten die Neuwarper im Großen Nordischen Krieg ab 1710 Einquartierungen russischer, sächsischer und polnischer Truppen zu ertragen, die dabei auch die Pest in die Stadt einschleppten. Handel und Gewerbe gingen zurück. Nach dem Frieden von Stockholm im Jahre 1720 kam die Stadt zu Preußen. Als während der Befreiungskriege gegen Napoleon viele Bürger in den Reihen der Schillschen Freischar kämpften, drohten die französischen Besatzer, die Stadt niederbrennen zu lassen. Gegen Zahlung einer Buße von 1.000 Talern zeigten sich die Franzosen „gnädig“ und brannten lediglich ein Haus nieder.

Das Rathaus von 1697
Nowe Warpno, die Altstadt. Zwycięstwa Platz mit Rathaus und Gebäude der Südfassade des Platzes

Seit dem Jahre 1818 gehörte die Stadt zum Landkreis Ueckermünde. Im Laufe des 19. Jahrhunderts fiel Neuwarp als Handelsstadt in die Bedeutungslosigkeit. Wegen der günstigeren Lage der Nachbarstädte Pölitz, Stettin, Swinemünde und Wollin lief der Seehandel auf dem Stettiner Haff immer mehr an Neuwarp vorbei. Auch die Lage an der Spitze einer Landzunge war für das Handwerk nicht förderlich, da der Stadt das Umland fehlte.

1862 wurden viele Handwerker verzeichnet, z.B. 23 Schuhmacher. Haupterwerbsquelle war aber die Schifffahrt es gab in Neuwarp 9 Seeschiffer und 89 Kahn- und Bootsfahrer. Weiterer Haupterwerb war die Fischerei, Neuwarp hatte 30 Fischermeister und 18 Gesellen.[2]

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Neuwarp zu einem bekannten Luftkurort.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt Teil Polens und in Nowe Warpno umbenannt. Fast die gesamte deutsche Bevölkerung wurde in der Folgezeit vertrieben bzw. zwangsausgesiedelt.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten]


Jahr Einwohnerzahl
1740 990[3]
1774 1.260, keine Juden[4]
1779 1.084
1782 1.181, keine Juden[3]
1791 949, keine Juden[5]
1794 1.260, keine Juden[3]
1812 1.457, davon drei Juden[4], keine Katholiken[3]
1816 1.412, davon zwei Katholiken und zwei Juden[4]
1831 1.600, davon acht Katholiken und drei (neun[3]) Juden[4]
1843 1.821, davon 13 Katholiken und 14 Juden[4]
1852 2.017, davon zehn Katholiken und zwölf Juden[3]
1858 1.969, davon 16 Katholiken und zehn Juden[4]
1861 2.125, davon 14 Katholiken und zwölf Juden[3]
1905 1.883
1925 2.007, davon sechs Katholiken und fünf Juden[6]
1933 2.010[7]
1939 2.055[7]
2008 1.194

Kirche[Bearbeiten]

Marienkirche

Marienkirche[Bearbeiten]

Die bis 1945 evangelische St. Marienkirche ist ein spätgotischer Backsteinbau mit Chor und Turm. Wahrscheinlich wurde sie 1442 errichtet. Die ehemals farbig gemalte Balkendecke wurde überstrichen. Nach dem verheerenden Brand im Jahre 1692 wurde das Gotteshaus ein Jahr später wieder aufgebaut und mit einem barocken Altar mit einer Kreuzigungsgruppe zwischen gewundenen Säulen ausgestattet.

Straße mit Fachwerkhaus

Nach dem Zweiten Weltkrieges wurde die Kirche von der Katholischen Kirche in Polen übernommen, die sie am 15. August 1946 (Tag "Mariä Himmelfahrt") neu weihte. Seither heißt das Gotteshaus Kirche Mariä Himmelfahrt.

Kirchengemeinde[Bearbeiten]

Im Jahre 1267 erschien die Kirche zu "Warpa" unter den Besitzungen des Klosters Grobe. 1286 erhält der Propst von St. Marien in Stettin die Gerichtsbarkeit der Kirche von Warp verliehen. 1378 wurde das Kirchenpatronat dem Kloster Jasenitz übertragen.

Früher Seitenansicht des Kirchenschiffs der Marienkirche
Hafen von Neuwarp

Nach 1535 fasste die Reformation auch in Neuwarp Fuß. Seither amtierten hier bis 1945 insgesamt 20 lutherische Geistliche, verstärkt um 21 Diakonen, die bis 1898 auch die Filialkirche in Altwarp betreuten, bis diese dann eigene Geistliche bekam.

Vor 1945 gehörte das Kirchspiel Neuwarp mit den Filialgemeinden Wahrlang (heute polnisch: Warnołęka) und Albrechtshof (Karszno) zum Kirchenkreis Ueckermünde in der Kirchenprovinz Pommern der Kirche der Altpreußischen Union. Das Kirchenpatronat nahmen zuletzt die staatlichen Behörden sowie Frau von Enckevort aus Albrechtsdorf wahr. 1940 zählte das Kirchspiel Neuwarp 2.730 Gemeindeglieder.

Seit 1945 ist die Bevölkerung von Neuwarp überwiegend katholisch. In der Stadt wurde am 15. August 1946 eine Pfarrei errichtet, die heute zum Dekanat Police (Pölitz) im Erzbistum Stettin-Cammin gehört. In die Pfarrei sind die Filialorte Warnołęka (Wahrlang), Podgrodzie (Altstadt) und Myśliborz Wielki (Groß Mützelburg) eingegliedert. In Neuwarp und Umgebung lebende evangelische Kirchenglieder sind dem Pfarramt der evangelisch-lutherischen Trinitatiskirche (vor 1945 St. Gertrudenkirche) in der Diözese Breslau der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen zugeordnet.

Podgrodzie Yachthafen in Neuwarp

Verkehr[Bearbeiten]

Die Stadt ist über die Woiwodschaftsstraße 114 über Police (Pölitz) erreichbar.

Bahnanschluss besteht über das 16 Kilometer entfernte Trzebież (Ziegenort). In den Jahren von 1906 bis 1945 war Neuwarp Endstation der Randower Bahn, die von Stöven (Stobno) über Daber (Dobra), Hintersee und Rieth hierher führte.

Zwischen Nowe Warpno und der deutschen Nachbargemeinde Altwarp bestand zwischen 1996 und 2010 eine Personenfährverbindung.[8]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

  • Ernst Mentzel (1878–1960), deutscher Politiker (DNVP), Mitglied des Deutschen Reichstages
  • Heinz-Dietrich Ortlieb (1910–2001), deutscher Ökonom, Chef des Hamburgischen Weltwirtschaftsarchivs

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Im Jahre 1927 ernannte die Stadt Neuwarp den Maler und Graphiker Hans Hartig (1873–1936) zum Ehrenbürger. Hartig hatte wie andere Künstler auch den Ort wegen seiner abseitigen Lage gerne zum Arbeiten und auch Erholen aufgesucht und war so der Stadt sehr verbunden.

Gmina Nowe Warpno[Bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Nowe Warpno umschließt eine Fläche von 197,09 km² bei einer Einwohnerzahl von 1.600.

Zur Gemeinde Nowe Warpno gehören die Stadtteile Nowe Warpno und Podgrodzie (Altstadt) mit insgesamt 1.400 Einwohnern sowie die Schulzenämter:

Zum Schulzenamt Brzózki gehören folgende Ortschaften:

In den Stadtteil Nowe Warpno sind die Wohnorte Miroszewo (Steinort) und Karszno (Albrechtsdorf) eingegliedert.

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nowe Warpno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Johannes Hinz: Pommern. Wegweiser durch ein unvergessenes Land. Bechtermünz, Augsburg 1996, ISBN 3-86047-181-3.
  • Hans Moderow: Die Evangelischen Geistlichen Pommerns von der Reformation bis zur Gegenwart, Teil I: Der Regierungsbezirk Stettin. Stettin 1903.
  • Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern - Abriß ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Sändig Reprint Verlag, Vaduz 1996 (unveränderter Neudruck der Ausgabe von 1865), ISBN 3-253-02734-1, S. 275-278.
  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil II, Band 1: Die Kreise Demmin, Anklam, Usedom-Wollin und Ückermünde, Anklam 1868, S. 939 ff. und 951 ff.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 11. Juli 2014.
  2. a b c d e f g h i Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil II, Band 1: Die Kreise Demmin, Anklam, Usedom-Wollin und Ückermünde, Anklam 1868, S. 939 ff. und S. 951 ff.
  3. a b c d e f g Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern - Abriß ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Sändig Reprint Verlag, Vaduz 1996 (unveränderter Neudruck der Ausgabe von 1865), ISBN 3-253-02734-1, S. S. 277.
  4. a b c d e f Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil II, Band 1: Die Kreise Demmin, Anklam, Usedom-Wollin und Ückermünde. Anklam 1868, S. 940.
  5. Christian Friedrich Wutstrack: Kurze historisch-geographisch-statistische Beschreibung von dem königlich-preussischen Herzogthume Vor- und Hinterpommern. Stettin 1793, S. 1791.
  6. Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft: Die Stadt Neuwarp im ehemaligen Kreis Ueckermünde in Pommern (2011)
  7. a b Michael Rasemacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte Pommern - Kreis Ueckermünde (2006)
  8. Website der Gemeinde Altwarp, Hafen, abgerufen am 28. Juli 2010