Nowy Tomyśl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nowy Tomyśl
Wappen von Neutomischel
Nowy Tomyśl (Polen)
Nowy Tomyśl
Nowy Tomyśl
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Landkreis: Nowotomyski
Fläche: 5,20 km²
Geographische Lage: 52° 19′ N, 16° 8′ O52.31666666666716.133333333333Koordinaten: 52° 19′ 0″ N, 16° 8′ 0″ O
Höhe: 70 m n.p.m
Einwohner: 14.958
(30. Jun. 2013)[1]
Postleitzahl: 64-300, 64-301
Telefonvorwahl: (+48) 61
Kfz-Kennzeichen: PNT
Wirtschaft und Verkehr
Straße: A2
Schienenweg: Berlin–Warschau
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 18 Schulzenämter
Einwohner: 25.706
(30. Jun. 2013)[2]
Gemeindenummer (GUS): 3015043
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Henryk Helwing
Adresse: ul. Poznańska 33
64-300 Nowy Tomyśl
Webpräsenz: www.nowytomysl.pl

Nowy Tomyśl (deutsch bis 1875 Neutomysl, danach Neutomischel) ist eine polnische Kreisstadt in der Woiwodschaft Großpolen. Mit den 18 umliegenden Dörfern bildet sie eine von vier Stadt- und Landgemeinden im nach ihr benannten Powiat Nowotomyski.

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprünglich war die Region sehr waldreich, Funde deuten allerdings auf eine Siedlung schon vor 11.000 Jahren hin.

Im 18. Jahrhundert wurde das Gebiet von holländischen Siedlern bewirtschaftet. Die eigentliche Stadtgeschichte beginnt etwa 1780. Siedler konnten zu relativ günstigen Konditionen Waldflächen von der Szołdrski-Familie entlang den Flüssen Dojca, Czarna Woda (Schwarzwasser) und Szarka erwerben und in Ackerland verwandeln. Diese Möglichkeit nutzten Polen sowie aus Brandenburg, Schlesien und Pommern kommende Deutsche. Für die zumeist protestantischen Siedler wurde 1778/79 eine Kirche errichtet. Feliks Szołdrski, der Besitzer der Gebiete, sorgte dafür, dass um die Kirche herum eine Stadt als Zentrum für die umliegenden Siedlungen entstand. Am 8. April 1786 erhielt der Ort das Stadtrecht, das Dorf Tomischel wurde zu Alttomischel (Stary Tomyśl).

Schloss Alt-Tomysl um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Mit der Teilung Polens 1793 fiel die Stadt an Preußen. Unter dem Einfluss Napoleons gehörte die Stadt von 1807 bis 1815 zum Herzogtum Warschau. Als Ergebnis des Wiener Kongresses fiel sie wieder an Preußen, 1848 wurde sie Kreisstadt. Bei der Volkszählung am 1. Dezember 1900 gaben 51,0 % der Bevölkerung an, polnischer Nationalität zu sein. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Stadt am 3. Januar 1919, nach etwa 125 Jahren, wieder polnisch. Nachdem in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg die deutsche Bevölkerung Repressalien ausgesetzt war, hatte umgekehrt dann nach dem deutschen Einmarsch die polnische Bevölkerung unter der Germanisierungspolitik während des Zweiten Weltkrieges zu leiden, viele Einwohner wurden zu Zwangsarbeit verpflichtet.

Die Befreiung der Stadt von der deutschen Besetzung erfolgte am 27. Januar 1945. Der deutsche Bevölkerungsanteil wurde nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben.

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen Nowy Tomyśls stellt ein gelbes hölzernes Boot auf rotem Grund dar.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Mit dem brandenburgischen Amt Biesenthal-Barnim wurde am 13. Dezember 1999 nach mehreren Treffen ein Partnerschaftsvertrag über gegenseitige kommunale Zusammenarbeit unterzeichnet.[3][4]

Mit der deutschen Stadt Goch (Niederrhein) besteht seit dem 15. März 1997 eine Partnerschaft, die bereits 1994 initiiert wurde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Museum der Korbmacherei und des Hopfenanbaus

Bauwerke[Bearbeiten]

Mehrere Bauwerke aus der Anfangszeit der Stadt sowie aus dem 19. Jahrhundert sind erhalten geblieben, wie die 1778 errichtete Herz-Jesu-Kirche, die 1895 errichtete Kirche der Muttergottes der unablässigen Hilfe, das Rathaus (1879), die Mühle (1885) und der Wasserturm.

Während der Zeit der holländischen Besiedlung entstanden die umliegenden Dörfer als Streusiedlungen, mehrere Gehöfte aus dieser Zeit sind erhalten geblieben.

Seit 2012 stehen in Nowy Tomysl die höchsten Windkraftanlagen der Welt.

Parks[Bearbeiten]

1972 wurde im Südosten der Stadt ein 34 ha großer Erholungspark angelegt. Etwa 10 % davon nimmt der 1974 eingerichtete zoologische Garten ein. Er beherbergt exotische und geschützte Tierarten, der Eintritt ist kostenlos.

Gemeinde[Bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde umfasst neben dem Hauptort Nowy Tomyśl 18 Dörfer.

Name deutscher Name
(1815–1919)
deutscher Name
(1939–45)
Einwohnerzahl
(2008) [5]
Bukowiec Bukowiec 1939–43 Buchenhain
1943–45 Buckwitz
1022
Boruja Kościelna Kirchplatz Borui Kirchplatz 972
Cicha Góra Cichagora
1906–19 Schichagora
Ziegenkrug 411
Chojniki Kunik Tannenwalde 118
Glinno Glinau Glinau 1256
Grubsko Grubske Buschdorf 101
Jastrzębsko Stare Friedenhorst Friedenhorst 651
Kozie Laski Kozielaske
1901–19 Königsfelde
(zu Königsfelde) 171
Nowa Boruja Neu Borui Neu Hopfengarten 575
Nowa Róża Neurose Neurose 134
Nowy Tomyśl Neutomysl
1875–1919 Neutomischel
Neutomischel 15.258
Paproć Paprotsch Hopfengrund 799
Przyłęk Scherlanke Scherlanke 585
Róża Rose Rose 186
Sątopy Sontop Sontop 599
Sękowo Zinskowo
1901–19 Friedenwalde
Friedenwalde 419
Stary Tomyśl Alttomysl
1875–1919 Alttomischel
Königsfelde 594
Szarki Scharke Hohenbrück 137
Wytomyśl Witomysl
1875–1919 Witomischel
Bruchdorf 517

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Arno Kraft: … und dazwischen Neutomischel. Eigenverlag Arno Kraft, Berlin 1998, ISBN 3-00-002419-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nowy Tomyśl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2010. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. November 2013.
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2010. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. November 2013.
  3. Biesenthal. In: Website von Nowy Tomyśl. Abgerufen am 4. April 2013.
  4. Internationale Partnerschaft mit der Gemeinde Nowy Tomysl. In: Website des Amtes Biesenthal-Barnim. Abgerufen am 4. April 2013.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDemografia w gminie Nowy Tomyśl. Archiviert vom Original am 28. April 2008, abgerufen am 10. November 2008.