Nußdorf ob der Traisen

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Nußdorf ob der Traisen
Wappen von Nußdorf ob der Traisen
Nußdorf ob der Traisen (Österreich)
Nußdorf ob der Traisen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Sankt Pölten-Land
Kfz-Kennzeichen: PL
Fläche: 15,52 km²
Koordinaten: 48° 21′ N, 15° 42′ O48.35333333333315.695249Koordinaten: 48° 21′ 12″ N, 15° 41′ 42″ O
Höhe: 249 m ü. A.
Einwohner: 1.714 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 110 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3134
Vorwahl: 02783
Gemeindekennziffer: 3 19 28
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 1
3134 Nußdorf ob der Traisen
Website: www.nussdorf-traisen.gv.at
Politik
Bürgermeister: Heinz Konrath (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(19 Mitglieder)
12 SPÖ, 7 ÖVP
Lage der Marktgemeinde Nußdorf ob der Traisen im Bezirk Sankt Pölten-Land
Altlengbach Asperhofen Böheimkirchen Brand-Laaben Eichgraben Frankenfels Gerersdorf Hafnerbach Haunoldstein Herzogenburg Hofstetten-Grünau Inzersdorf-Getzersdorf Kapelln Karlstetten Kasten bei Böheimkirchen Kirchberg an der Pielach Kirchstetten Loich Maria-Anzbach Markersdorf-Haindorf Michelbach Neidling Neulengbach Neustift-Innermanzing Nußdorf ob der Traisen Ober-Grafendorf Obritzberg-Rust Prinzersdorf Pyhra Rabenstein an der Pielach Schwarzenbach an der Pielach Weinburg Statzendorf Stössing Traismauer St. Margarethen an der Sierning Weißenkirchen an der Perschling Wilhelmsburg (Niederösterreich) Wölbling St. Pölten NiederösterreichLage der Gemeinde Nußdorf ob der Traisen im Bezirk Sankt Pölten-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Nußdorf ob der Traisen ist eine Marktgemeinde mit 1714 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Sankt Pölten-Land in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten]

Nußdorf ob der Traisen liegt im Mostviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 15,43 Quadratkilometer. 28,68 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Franzhausen (410)
  • Fräuleinmühle (26)
  • Neusiedl (58)
  • Nußdorf ob der Traisen (539)
  • Reichersdorf (512)
  • Ried (58)
  • Theyern (75)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Franzhausen, Neusiedl, Nußdorf ob der Traisen, Reichersdorf, Ried und Theyern.

Geschichte[Bearbeiten]

In Franzhausen befindet sich ein großes urnenfelderzeitliches Gräberfeld, das mit über 400 Gräbern zu den größten seiner Art zählt. Die Gräber reichen zeitlich von der älteren Urnenfelderzeit bis in die ältere Hallstattzeit. In der Mitte des Gräberfeldes befand sich ein zentraler Einäscherungsplatz. Da das Gräberfeld nicht beraubt worden war, ist der Bestand an geborgenen Fundstücken sehr reichhaltig. Es fanden sich u.a. eine reich verzierte Bronzetasse, eine Bronzeschale, zahlreiche Fleischmesser, in den Männergräbern meist ein Rasiermesser, Drahtfibeln, Anhänger und Ringe.[2]

In der KG Reichersdorf wurden späthallstatt- und frühlatènezeitliche Gräber entdeckt, die eine kontinuierliche Benutzung nachweisen. Im Grab 20 war als Grabbeigabe eine Tonurne mit figuraler Verzierung gefunden worden – drei große Vögel, eine Jagdszene sowie ein Musiker mit Lyra (?) und vier Tänzerinnen. Die Urne befindet sich in Verwahrung des Bundesdenkmalamtes in Wien.[3]

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum. 1083 wird der Ort erstmals mit dem Namen „Nuzdorf“ in einer Urkunde des Stiftes Göttweig erwähnt. Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend teilte der Ort die wechselvolle Geschichte Österreichs. Im Mittelalter war Nußdorf Sitz einer Herrschaft, die 1848 aufgelöst wurde. 1850 entstanden die drei Gemeinde Franzhausen, Nußdorf und Reichersdorf. 1866 vereinigten sich die Gemeinden Franzhausen und Reichersdorf aus freiwillig mit Nußdorf. St. Georgen kam 1895 von Nußdorf zur Gemeinde Traismauer. Theyern wurde 1955 auf Ansuchen der Bevölkerung von Inzersdorf nach Nußdorf umgemeindet. 1977 wurde die Gemeinde zum Markt erhoben.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 1563 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 1446 Einwohner, 1981 1301 und im Jahr 1971 1294 Einwohner.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Ing. Heinz Konrath, ÖVP Parteiobmann ist Walter Pernikl, Amtsleiter Franz Lang. Im Marktgemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2010 bei insgesamt 19 Sitzen folgende Mandatsverteilung: SPÖ 12, ÖVP 7, andere keine Sitze.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Spätgotische Pfarrkirche Johannes der Täufer
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Nußdorf ob der Traisen

Museen[Bearbeiten]

Im Urzeitmuseum werden u.a. Funde aus der Bronzezeit ausgestellt. Das Museum beschäftigt sich mit den verschiedenen Epochen der Urzeit, von der Steinzeit bis zur Eisenzeit. Museumsbesucher können in einem Quiz ihr archäologisches Wissen testen.[4]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Schlosskeller in Nußdorf

Sportvereine[Bearbeiten]

  • Freizeit-Sport-Verein Nußdorf

Körperschaften[Bearbeiten]

  • Freiwillige Feuerwehr Nußdorf ob der Traisen
  • Freiwillige Feuerwehr Reichersdorf
  • Freiwillige Feuerwehr Theyern

Kultur (Vereine)[Bearbeiten]

  • Musik- und Kulturverein (Musikschule)
  • Verein Kulturgenuss (Museumsverein)
  • Kirchenchor Nussdorf
  • Landjugend Reichersdorf-Nussdorf

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nußdorf ist ein traditioneller Weinbauort mit dem Fund des ältesten österreichischen Rebkerns (4000 Jahre). Nicht landwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 62, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 107. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 694. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 46,44 Prozent.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nußdorf ob der Traisen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Otto Helmut Urban: Der lange Weg zur Geschichte. Die Urgeschichte Österreichs. Ueberreuter, Wien 2003, S. 207. ISBN 3-8000-3969-9
  3. Susanne Sievers, Otto Helmut Urban, Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K; L-Z. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 1569.
  4. Urzeitmuseum. Abgerufen am 16. September 2014.