Nudeln (Mast)

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Mästung von Gänsen auf einem ägyptischen Flachrelief, New York Public Library
Nudeln von Gänsen
Übersicht stopfleberproduzierende Länder (rot), Länder, in denen sie verboten ist (blau)

Nudeln oder Stopfen ist eine Form der Geflügelmast, bei der Gänse oder Enten „gestopft“ werden, indem ihnen das Futter per Zwangsernährung verabreicht wird.

Allgemeines[Bearbeiten]

Als Mastfutter wird Mais und Wasser verwendet.

Ziel der Mast ist es, durch eine unnatürlich große Futterzufuhr eine massive Vergrößerung und Verfettung der Leber zu erreichen, der Foie gras, die dann meist zu Gänseleberpastete (französisch: Pâté de Foie gras) weiterverarbeitet wird:

Die Fettlebern entstehen durch eine bestimmte Mastform (gavage), das Stopfen, bei dem die Tiere in den letzten 21 bis 28 Tagen zwangsernährt werden. Rund drei bis vier mal pro Tag wird den Tieren mittels eines Rohres ein Futterbrei aus 95 Prozent Mais und 5 Prozent Schweineschmalz in den Magen gepumpt. Die Vögel sind dabei bei Bewusstsein. Dadurch wiegen die Lebern statt üblicher 300 Gramm bei der Schlachtung 1000 bis 2000 Gramm, und der Fettgehalt schwankt zwischen 31 und 51 Prozent.

Die Tiere befinden sich in einem Gehege und werden zum Stopfen durch eine Schleuse getrieben und dort in einem engen Raum festgehalten. Der eigentliche Nudelvorgang dauert wenige Sekunden: Gänsen wird eine etwa 30 cm lange Metallröhre in den Schlund eingeführt, über die aus einem Vorratsbehälter das Mastfutter unter Druck in den Magen gepresst wird. Bei zu hohem Druck kommt es zum Reißen der Speiseröhre bzw. des Magens, was zum Tod des Tieres führt. Während dieser Phase der Mast sterben 2–4 % der Tiere. Um das Verletzungsrisiko zu reduzieren, werden die Metallröhren heute meist mit Weichplastik überzogen.

Diese Form der Mast wird heute fast ausschließlich in Frankreich (im Périgord und im Elsass) betrieben; früher war das Stopfen jedoch auch anderen Ländern verbreitet, in Deutschland beispielsweise in Baden und in der Pfalz. Weitere Produktionsländer sind Ungarn, Bulgarien und Kanada.

Tierquälerei[Bearbeiten]

Das Stopfen wird von Tierschützern als massive Tierquälerei angeprangert und ist heute in vielen Ländern wie Deutschland und Österreich durch die jeweiligen Tierschutzgesetze verboten. In Frankreich jedoch wurde die Stopfleber (französisch: Foie gras) im Jahr 2005 von der französischen Nationalversammlung in einem Zusatz zum Landwirtschaftsgesetz zum „nationalen und gastronomischen Kulturerbe“ erklärt und ist dadurch von französischen Tierschutzgesetzen ausgenommen.

Diese Mastform wird heute in zahlreichen Staaten als Tierquälerei angesehen und ist dort durch das Tierschutzgesetz oder andere Gesetze verboten, etwa in Argentinien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Großbritannien, Irland, Israel (seit 2005), Italien (seit 2004), Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Schweden, Tschechien und der Schweiz.[1] Import und Verkauf sind aber beispielsweise in der EU weiter zugelassen.[2] 2005 wurde Foie gras von der französischen Nationalversammlung in einem Zusatz zum Landwirtschaftsgesetz zum nationalen und gastronomischen Kulturerbe erklärt und ist dadurch von französischen Tierschutzgesetzen ausgenommen.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fakten zu Stopfleber-/Fettleberproduktion (PDF; 107 kB), pro iure animalis, abgerufen am 31. August 2011
  2. Leber und Leber lassen, Spiegel Online, 30. Mai 2012
  3. Französische Nationalversammlung erklärt Foie gras zum Kulturgut, netzeitung.de, 18. Oktober 2005