Nufringen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Nufringen
Nufringen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Nufringen hervorgehoben
48.6222222222228.8875459Koordinaten: 48° 37′ N, 8° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Böblingen
Höhe: 459 m ü. NHN
Fläche: 10,04 km²
Einwohner: 5406 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 538 Einwohner je km²
Postleitzahl: 71154
Vorwahl: 07032
Kfz-Kennzeichen: BB, LEO
Gemeindeschlüssel: 08 1 15 037
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 28
71154 Nufringen
Webpräsenz: www.nufringen.de
Bürgermeisterin: Ulrike Binninger
Lage der Gemeinde Nufringen im Landkreis Böblingen
Landkreis Esslingen Landkreis Tübingen Landkreis Reutlingen Landkreis Ludwigsburg Stuttgart Landkreis Calw Enzkreis Pforzheim Mötzingen Jettingen Holzgerlingen Deckenpfronn Aidlingen Ehningen Gärtringen Hildrizhausen Nufringen Bondorf Gäufelden Herrenberg Waldenbuch Weil im Schönbuch Weil im Schönbuch Altdorf (Landkreis Böblingen) Holzgerlingen Böblingen Schönaich Steinenbronn Magstadt Sindelfingen Grafenau (Württemberg) Weil der Stadt Renningen Rutesheim Rutesheim Weissach LeonbergKarte
Über dieses Bild

Nufringen ist eine selbstständige Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Landkreis Böblingen, Regierungsbezirk Stuttgart. Die Gemeinde Nufringen besteht nur aus dem Hauptort, Ortsteile gibt es nicht.

Nufringen gehört mit der Stadt Herrenberg und der Gemeinde Deckenpfronn der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft „Herrenberg-Deckenpfronn-Nufringen“ an.

Geographie[Bearbeiten]

Nufringen liegt im oberen Gäu, 2 km von Herrenberg und 13 km von Böblingen entfernt an der Bundesstraße 14 und an der Gäubahn sowie am westlichen Rand des Schönbuchs.

Die Gemeinde liegt in der Metropolregion Stuttgart. Die Gemeinde liegt zugleich in der Region Stuttgart und dort an der sogenannten Entwicklungsachse Stuttgart–Horb. Die nächstgelegenen Oberzentren sind Herrenberg, Böblingen und Sindelfingen.

Die Gemeinde ist Mitglied im sogenannten Gäu-Quadrat; hier treffen neben den vier Regierungsbezirksgrenzen (Regierungsbezirk Stuttgart, Regierungsbezirk Tübingen, Regierungsbezirk Freiburg, Regierungsbezirk Karlsruhe) auch die Regionen Stuttgart, Neckar-Alb, Nordschwarzwald und Schwarzwald-Baar-Heuberg zusammen.

Geschichte[Bearbeiten]

Nufringen 1681, Forstlagerbuch von Andreas Kieser

Die erste urkundliche Erwähnung von Nufringen geht auf das Jahr 1182 zurück. Im 13. und 14. Jahrhundert lag Nufringen im Einflussgebiet der Pfalzgrafen von Tübingen, die den Ort 1382 an Württemberg verkauften. Durch den Dreißigjährigen Krieg und die Pest wurde die Bevölkerung drastisch reduziert und erreichte erst im 18. Jahrhundert wieder eine Größe wie vor diesen Ereignissen. Seit 1806 gehörte Nufringen zum Oberamt Herrenberg. 1878 erhielt der Ort durch die Eröffnung der Gäubahn der Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen zwischen Stuttgart und Freudenstadt Anschluss an die großen Verkehrsnetze. Die Verwaltungsreform von 1938, die die Oberämter durch Landkreise ersetzte, führte zur Zugehörigkeit der Gemeinde zum Landkreis Böblingen. Im Zweiten Weltkrieg wurde Nufringen durch einen alliierten Bombenangriff am 8. Oktober 1943 zu etwa 40 % zerstört. Nach dem Krieg nahm Nufringen einen raschen Aufschwung.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze). Für die Gemeinde Nufringen ist das Statistisches Landesamt Baden-Württemberg zuständig.

Jahr Einwohner
1900 1.123
1925 1.286
1950 1.736
1960 2.303
1970 2.866
1980 3.814
1990 4.232
2000 4.805
2010 5.389

Anhand der Einwohnerentwicklung ist zu erkennen, dass Nufringen in den vergangenen 40 Jahren rasant gewachsen ist. Dies ist unter anderem auf das Wirtschaftswachstum in der Region Stuttgart sowie auf den S-Bahn-Anschluss (S1 Kirchheim (Teck) – Stuttgart – Herrenberg) zurückzuführen.

Religionen[Bearbeiten]

Nufringen ist evangelisch-pietistisch geprägt. Rund 50 % der Bevölkerung gehören dem evangelischen Glauben, ca. 25 % dem katholischen und die restlichen 25 % gehören einem anderen oder keinem Glauben an.

Nufringen hat eine eigene zum Dekanat Herrenberg gehörende evangelische Kirchengemeinde der Landeskirche Württemberg, zu der die Pelagiuskirche, eine Wehrkirche, und ein evangelisches Gemeindehaus gehört. Pfarrerin ist Heidi Fuchs, die mit ihrer vollen Stelle seit 2014 alleinige Stelleninhaberin ist. Unterstützt wird sie von ihrem Ehemann Thomas Fuchs, der seit 2014 als Pfarrer nur noch im Schuldienst ist, jedoch trotzdem noch Gottesdienste auf freiwilliger Basis hält. Momentan gehört auch noch ein Vikar, Mark Fischer, zur Gemeinde, der ebenfalls, meist einmal im Monat, einen Gottesdienst hält. Walter Dutt, ein Pfarrer im Ruhestand unterstützt die Gottesdienstarbeit auch und übernimmt zudem häufig die Pfarrurlaubsvertretung.

In Nufringen befindet sich zudem ein katholisches Gemeindezentrum (St. Maria, Königin des Friedens), das zu der katholischen Kirchengemeinde St. Maria gehört, die die Gemeinden Kuppingen, Nufringen, Affstätt, Oberjesingen und Deckenpfronn umfasst.

Des Weiteren findet man in Nufringen eine neuapostolische Kirche sowie ein Gemeindehaus der evangelisch-baptistischen Kirche.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Nufringen hat 14 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem vorläufigen Ergebnis[2]. Das amtliche Endergebnis wird vom Statistischen Landesamt gegen Ende des Jahres bekannt gegeben. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und der Bürgermeisterin als Vorsitzende. Die Bürgermeisterin ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
34,82 %
27,90 %
18,19 %
19,09 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-2,38 %p
-0,20 %p
-2,71 %p
+5,29 %p
FLN Freie Liste Nufringen 34,82 5 37,2 5
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 27,90 4 28,1 4
Frauen Frauenliste Nufringen 18,19 2 20,9 3
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 19,09 3 13,8 2
gesamt 100,0 14 100,0 14
Wahlbeteiligung 58,63 % 60,2 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit Ende des Zweiten Weltkriegs hatte die Gemeinde folgende Bürgermeister:

  • Jakob Henne † (1945–1946)
  • Kurt Dieterle † (1946–1954)
  • Walter Schittenhelm † (1954–1986)
  • Roland Wolf (1986–2002)
  • Ulrike Binninger (seit 2002)

Ulrike Binninger wurde am 14. Februar 2010 für eine zweite Amtszeit wieder gewählt.

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot eine goldene Hafte (Kesselrinken).“

Im Jahre 1683 ist ein Pflugmesser, das auch als „Sech“ bezeichnet wird, als Markstein- bzw. Fleckenzeichen von Nufringen nachgewiesen. Auf den Markzeichen der Gemeinde sind aber daneben auch eine Pflugschar und eine Hafte zu sehen. Die Letztere wird – obwohl sie in der Form dem heraldischen „Kesselrinken“ entspricht – als Bestandteil eines Pfluges und damit gleichfalls als Symbol für die Landwirtschaft verstanden. Seit 1920 lässt sich die Hafte in Gemeindestempeln von Nufringen belegen. Das von der Archivdirektion Stuttgart im Jahre 1936 vorgeschlagene Wappen wurde am 27. Januar 1938 vom damaligen Reichsstatthalter in Württemberg verliehen.[3]

Flagge: Gelb-Rot (Gold-Rot).

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit dem Jahr 2007 findet ein Austausch zwischen der italienischen Gemeinde Canino (Provinz Viterbo, Region Latium) und Nufringen statt. Die Partnerschaft ist bislang noch nicht offiziell besiegelt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Den Nufringer Vereinen stehen Sportstätten (Rasenplätze, Leichtathletikstadion, Schießbahn, Tennisplätze, 2 Mehrzweckhallen) sowie zahlreiche Vereinsräume zur Verfügung. Die Vereine sind unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft der Nufringer Vereine organisiert. Jedes Jahr wird ein umfangreicher Veranstaltungskalender mit Vereins- und Gemeinschaftsveranstaltungen aufgestellt.

Naturpark Schönbuch[Bearbeiten]

Nufringen liegt am Rande des Naturparks Schönbuch, dem größten geschlossenen Waldgebiet im Ballungsraum Mittlerer Neckar. Der Naturpark Schönbuch ist ein wichtiges sowie beliebtes Naherholungsgebiet und zugleich ein einzigartiges Lebensraum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Der Naturpark verzeichnet jährlich mehr als 4 Millionen Besucher. Die Gemeinde ist Mitglied des Fördervereins Naturpark Schönbuch.

Naturschutzgebiet „Ried“[Bearbeiten]

Die Gemeinde hat im Jahr 2007/2008 den stark verlandeten Eisweiher wiederhergestellt und einen Teil des Brühlgrabens renaturiert. Sie wurde hierbei von der NABU-Ortsgruppe Gärtringen-Nufringen-Rohrau unterstützt; die NABU-Ortsgruppe hat für ihr Engagement im Jahr 2009 den Hauptpreis im NABU-Wettbewerb „Flussjuwel“ erhalten. Das Naturschutzgebiet ist ein Rückzugsraum für bedrohte Tierarten wie z. B. den Eisvogel.

Sport[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über ein Beachvolleyballfeld, Bolzplätze, mehrere Spielplätze, ein Kleinspielfeld, eine Bocciabahn sowie zwei Mehrzweckhallen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In Nufringen ist trotz der Nähe zum Ballungsraum Stuttgart und zu „Industrie-Riesen“ wie der Daimler AG die Zahl der Berufseinpendler und Auspendler mit je rund 1800 fast gleich hoch. In der Gemeinde arbeiten über 2000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte (Stand: 2009).

Wirtschaft[Bearbeiten]

In der Gemeinde befinden sich zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe, eine Postagentur sowie zwei Bankinstitute.

Von großer wirtschaftlicher Bedeutung für die Gemeinde sind die beiden Gewerbegebiete „Gründen“ und „Buchen“.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die Ensinger GmbH, 1966 gegründet, stellt vor allem Hochleistungskunststoffe, Compounds und Halbzeuge her. Die Unternehmenszentrale und das Europa-Lager befinden sich am Standort Nufringen. Fertigungsstandorte in Deutschland sind Nufringen, Cham und Rottenburg. Weltweit hat das Unternehmen 25 Fertigungsstandorte und Vertriebsniederlassungen mit insgesamt rund 1700 Mitarbeitern.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Nufringen verfügt mit der Schule im Wiesengrund über eine eigene Grund- und Hauptschule.

In Nufringen befinden sich die drei kommunalen Kindergärten Schulstraße, Steigstraße und Zeppelinstraße mit insgesamt 11 Gruppen, die private Kinderkrippe Seepferdchen GbR und die Schule im Wiesengrund (Grund- und Hauptschule).

Des Weiteren befindet sich in der Gemeinde eine eigenständige Außenstelle der Volkshochschule Herrenberg.

Die weiterführenden Schulen innerhalb des Landkreises Böblingen sowie die Universitäten in Tübingen und Stuttgart sind mittels ÖPNV gut zu erreichen.

Betreuung[Bearbeiten]

In der Gemeinde ist auch das Samariterstift Nufringen angesiedelt, ein Altenpflegeheim mit 32 Plätzen, das als erste Einrichtung im Landkreis Böblingen komplett nach dem Hausgemeinschaftsmodell gebaut wurde und betrieben wird. Darüber hinaus bietet es eine Begegnungsstätte, die von der Gemeinde erstellt wurde und betrieben wird.

Verkehr[Bearbeiten]

Nufringen liegt an der Bundesautobahn 81 (Singen–Stuttgart) und der Bundesstraße 14 (Stockach–Stuttgart). Nufringen liegt zudem an der Gäubahn Stuttgart–Singen mit der Linie S1 (Kirchheim Teck–Stuttgart–Herrenberg) der S-Bahn Stuttgart und verfügt über einen S-Bahn-Haltepunkt mit kostenlosen P+R-Plätzen. Über die Autobahn bzw. mit der S-Bahn sind der ca. 35 km entfernte Flughafen Stuttgart und die Landeshauptstadt Stuttgart gut zu erreichen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Träger der Verdienstmedaille der Gemeinde Nufringen[Bearbeiten]

Die Gemeinde Nufringen hat folgenden Personen die Verdienstmedaille der Gemeinde Nufringen verliehen:

  • Georg Henne, seit 2004
  • Wilfried Ensinger, seit 2005
  • Siegfried Hartenberger, seit 2010

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Roman Janssen: Nufringen: Eine Gäugemeinde im Wandel der Zeit, WEGRAhistorik-Verlag Stuttgart 1998, ISBN 3-929315-03-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart
  3. Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg, Band 1, Seite 108; Herausgeber: Landesarchivdirektion Baden-Württemberg 1987, ISBN 3-8062-0801-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nufringen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien