Nussdorfer Pfarrkirche (Wien)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nussdorfer Pfarrkirche
Innenraum der Nussdorfer Pfarrkirche

Die Nussdorfer Pfarrkirche ist eine römisch-katholische Pfarrkirche im Bezirksteil Nussdorf des 19. Wiener Gemeindebezirks Döbling. Sie befindet sich dort in der Greinergasse 25.

Geschichte[Bearbeiten]

In Nussdorf wurde bereits 1411 eine gotische Kapelle erwähnt, die dem Apostel Thomas geweiht war. Sie stand in der Sickenberggasse 2 und wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgebaut und erweitert. 1456 wurde bereits ein eigener Kaplan bestellt, der jeden Mittwoch und Freitag eine Messe in der Kapelle las. Da sich die Kapelle mit der Zeit als zu klein erwies und zahlreiche Messstiftungen erfolgt waren, stellte Nussdorf erstmals 1704 einen Antrag auf einen eigenen Klosterpriester. Dieses Ansuchen hatte aber ebenso wenig Erfolg wie die neuerlichen Ansuchen 1728 und 1731. Nussdorf gehörte weiterhin zur Pfarre Heiligenstadt.

Erst durch die josephinischen Reformen wurde Nussdorf zu einer eigenständigen Pfarre erhoben. Joseph II. löste zahlreiche Klöster auf und verwendete das eingezogene Vermögen zum Ausbau des Pfarrwesens. Am 30. November 1783, dem ersten Adventsonntag, wurde der neuernannte Pfarrherr von Nussdorf zur Thomaskapelle geleitet. Am 6. Dezember wurde der neue Pfarrer Coloman Degen konfirmiert. Es folgten umfangreiche Bauarbeiten. Das der Pfarre vorstehende Stift Klosterneuburg kaufte 1785 das sogenannte mehlmesserische Haus auf dem Neusiedel und baute das Mehlmesserwohnhaus zu einem Pfarrhaus um. Anstelle des Presshauses wurde die neue Pfarrkirche errichtet. Sie wurde vom k.k. Hofbaumeister Josef Gerl ausgeführt. Am 18. November 1787 wurde die neue Kirche eingeweiht. Die Thomaskapelle wurde hingegen 1790 durch einen Brand beschädigt und vermutlich noch 1790 in das benötigte Schulhaus umgewandelt. 1965 wurde der Bau schließlich abgetragen.

Bauwerk und Ausstattung[Bearbeiten]

Bei der Nussdorfer Pfarrkirche handelt es sich um einen schlichten und für die damalige Zeit typischen Bau. Die Mensa des Hochaltars, die Kommunionbank und die Sitzbänke stammen aus der aufgelassenen Kirche der Augustiner-Chorherren in der Dorotheergasse. Das Hochaltarbild zeigt den ungläubigen Thomas, ein Gemälde von Paul Haubenstricker aus dem Jahre 1787. Ein Ölbild mit dem Bildnis Maria, Heil der Kranken findet man am hinteren Seiteneingang. Wertvollstes Objekt der Kirche ist der klassizistische Tabernakel des bekannten Architekten Joseph Kornhäusel aus der Biedermeierzeit. Die Orgel der Nussdorfer Pfarrkirche stammt von der Wiener Firma Johann M. Kauffmann und verfügt über 11 Register auf 2 Manualen und Pedal.

Literatur[Bearbeiten]

  • Klusacek, Christine; Stimmer, Kurt: Döbling. Vom Gürtel zu den Weinbergen. Wien 1988
  • Schwarz, Godehard: Döbling. Zehn historische Spaziergänge durch Wiens 19. Bezirk. Wien 2004

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nussdorfer Pfarrkirche (Wien) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.25805555555616.364722222222Koordinaten: 48° 15′ 29″ N, 16° 21′ 53″ O