Nye Committee

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Das Nye Committee oder "Senate Munitions Investigating Committee", untersuchte zwischen 1934 und 1936 die Zusammenhänge der Beteiligung der Vereinigten Staaten am Ersten Weltkrieg.

Es wurde einberufen, um den Einfluss amerikanischer Waffenfabrikanten auf den Kriegseintritt im Jahr 1917 zu untersuchen und stand im Zeichen der politischen Auseinandersetzungen in Europa Anfang der 1930er Jahre, die möglicherweise zu einem neuen Weltkrieg führten. Es gab Bedenken, dass die „Händler des Todes“ („merchants of death“) die Teilnahme der USA forcieren würden.

Das Committee bestand aus sieben Mitgliedern, darunter die Senatoren Homer Bone, James P. Pope, Bennett Champ Clark und Arthur H. Vandenberg. Die Mehrheits-Demokraten wählten den konservativen Senator Gerald Nye zum Vorsitzenden. Chefberater war Alger Hiss.

In 93 Anhörungen wurden in den folgenden 18 Monaten 200 Zeugen befragt, darunter J. P. Morgan Jr. und Pierre S. du Pont. Das Committee fand heraus, dass die Waffenindustrie Preisabsprachen getroffen, sowie vor und während des Krieges im Sinne einer Beteiligung des Landes starken Einfluss auf die US-Außenpolitik genommen hatte. Es berichtete, dass das Deutsche Reich zwischen 1915 und April 1917 von den USA 27 Mio $ und das Vereinigte Königreich 2,3 Mrd $ (also das 85-fache dessen) an Krediten erhalten hatte. Aus diesen Daten zogen manche den Schluss, dass die USA in den Krieg eintraten, um ihre kommerziellen Interessen in Großbritannien nicht zu verlieren.

Dem Komitee wurden Anfang 1936 die Mittel entzogen, als Nye den verstorbenen Präsidenten Woodrow Wilson beschuldigte, dem Kongress Informationen zur geplanten Kriegserklärung vorenthalten zu haben. Es regte drei Neutralitätsgesetze an; sein Ziel, die Waffenindustrie zu verstaatlichen, konnte es allerdings nicht erreichen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Arthur M. Schlesinger, Jr. und Roger Burns (Hrsg.): Congress Investigates. A Documented History, 1792–1974. Chelsea House Publ., New York 1975, ISBN 0-8352-0795-1 (5 Bde.).

Weblinks[Bearbeiten]