Nynas

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Nynas
Rechtsform AB
Gründung 1928
Sitz Stockholm, SchwedenSchweden Schweden
Leitung Gert Wendroth (Geschäftsführer)
Mitarbeiter 860 (2013)[1]
Umsatz ca. 20 Mrd. Skr
Branche Chemie
Produkte Naphthenische Spezialöle, BitumenVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website http://www.nynas.com

Nynas, früher Nynäs Petroleum, ist ein schwedischer Hersteller von naphthenischen Ölen (z.B. Transformatorenöl) und Bitumen. Er gehört zu gleichen Teilen der finnischen Neste Oil und der venezolanischen Petróleos de Venezuela (PDVSA).

Tätigkeit[Bearbeiten]

Die Kerntätigkeit von Nynas besteht in der Veredelung von Rohöl zu Spezialprodukten in zwei Hauptbereichen: naphthenischen Spezialölen (Transformatorenöl, Prozessöle, Grundöle und Reifenöle) und Bitumen. Bitumen wird als Bindemittel für Straßenasphalt sowie in industriellen Anwendungen wie etwa bei der Dachdeckerei oder als Korrosionsschutz verwendet. Während der Raffination fallen zudem bestimmte Nebenprodukte an. Diese werden vor allem als Rohstoff für Fahrzeugkraftstoffe verkauft.

Die Herstellung der Produkte von Nynas erfolgt in Raffinerien auf mehreren Kontinenten. Drei der Anlagen – Harburg, Göteborg und Nynäshamn – sind im Besitz von Nynas, während die Raffinerie in Eastham als Joint Venture mit Shell betrieben wird. Die übrigen Produktionsanlagen – darunter Antwerpen in Belgien, Naantali in Finnland und Curaçao in den Niederländischen Antillen – sind über Kooperationsverträge mit dem Unternehmen verbunden. Nynas betreibt eigene Labors unter anderem in Belgien, Großbritannien und Schweden.

Nynas hat Vertriebsbüros in rund 30 Ländern auf der ganzen Welt. Das weltweite Distributionsnetz umfasst 29 Depots in 21 Ländern, wobei Houston und Antwerpen als zentrale Lager- und Mischanlagen dienen. Das Unternehmen setzt nahezu 20 Milliarden SEK um, der Anteil des schwedischen Marktes beträgt ca. 10 Prozent. Das Unternehmen beschäftigt ca. 860 Angestellte.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Archivbild aus den 1950er Jahren von einer Nynas Tankstelle in Schweden.

Im Februar 1928 begann der Bau der ersten schwedischen Raffinerie in Nynäshamn, die im Dezember ihren Betrieb aufnahm. Der Gründer war Axel Ax:son Johnson. Er war ein Schiffsreeder und Industrieller, der Bedarf an Dieselöl für seine Schiffe und Asphalt für seine Straßenbaufirma hatte. Aus diesem Grund stellte er Charles Almqvist an, der Erfahrungen aus der Ölraffinerie Werner Queensland in den USA mitbrachte und zudem Chef der größten Raffinerie Argentiniens gewesen war. Damit war die Grundlage für das spätere Unternehmen Nynäs Petroleum gelegt.

Mit dem Aufkommen des Automobilismus nahm auch die Nachfrage nach Benzin zu. Das Problem war, dass man mit den konventionellen Raffinierungsverfahren nur rund 15 Prozent Benzin aus dem Öl gewinnen konnte. 1931 beschloss Axel Ax:son Johnson, in eine neue Krackanlage zu investieren. Das war der Startschuss für den Aufbau eines landesweiten Tankstellennetzes in Schweden, das Nynas in den folgenden 50 Jahren betreiben sollte. Der Ausbau der schwedischen Infrastruktur unter anderem mit neuen Asphaltstraßen erforderte große Mengen an Bitumen. Um diese Nachfrage zu decken, wurde 1956 die Raffinerie in Göteborg errichtet.[2]

Zu Beginn der 1970er Jahre war Nynas eine schwedische Ölgesellschaft in Familienbesitz ohne langfristige Verträge über die Lieferung von Rohöl. Das war kein Problem, solange der Rohölpreis niedrig und stabil war, doch mit dem Ausbruch der Ölkrise geriet Nynas in eine ernste Kostenkrise. Die Rettung lag darin, den Kraftstoffmarkt zu verlassen und sich auf einige wenige Spezialprodukte zu konzentrieren, was eine Markterweiterung außerhalb Schwedens erforderlich machte. Der erste Schritt bei der neuen Strategie wurde 1981 unternommen, als sämtliche Tankstellen und die Tochtergesellschaften, die Brennöle verkauften, an Shell veräußert wurden.[3]

Um im Bereich Bitumen zu wachsen, wurden 1985 eine Raffinerie in Antwerpen und zu Beginn der 1990er Jahre die britische Briggs Oil mit Raffinerien in Dundee und Eastham erworben. Parallel dazu wurden Hunderte Millionen schwedische Kronen für den Umbau der Raffinerie in Nynäshamn in eine moderne Anlage zur Produktion von naphthenischen Spezialölen für die Industrie investiert. Dadurch hatte sich Nynas von einer schwedischen Ölgesellschaft mit traditionellem Angebot in einen globalen Konzern mit Fokus auf Spezialprodukte gewandelt.[4]

Beginnend ab dem 1. Januar 2014 übernimmt Nynas wesentliche Teile der Raffinerie Hamburg-Harburg von der Shell Deutschland Oil GmbH.[5][6] Die Umwandlung in eine Spezialölraffinerie wurde 2014 eingeleitet. Durch die Übernahme peilt Nynas eine jährliche Produktionssteigerung um 350.000 Tonnen an.

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • www.nynas.com

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Geschäftsbericht 2013 (PDF; 2,3 MB)
  2. Hedengren, Uriel: 75 years old – looking back, Seite 29. AB Nynäs Petroleum, 2003.
  3. Hedengren, Uriel: 75 years old – looking back, Seite 33-34. AB Nynäs Petroleum, 2003.
  4. Hedengren, Uriel: 75 years old – looking back, Seite 33-37. AB Nynäs Petroleum, 2003.
  5. Nynas: EU Commission approves Nynas takeover of base oil plant in Germany
  6. Grünes Licht für Übernahme Bekanntgabe der EU-Kommission vom 2. September 2013 (abgerufen am 15. Oktober 2013)