Oświęcim
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| Oświęcim | ||||
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| Basisdaten | ||||
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| Staat: | Polen | |||
| Woiwodschaft: | Kleinpolen | |||
| Landkreis: | Oświęcim | |||
| Fläche: | 30,3 km² | |||
| Geographische Lage: | 50° 3′ N, 19° 14′ OKoordinaten: 50° 3′ 0″ N, 19° 14′ 0″ O | |||
| Einwohner: | 40.686 (30. Juni 2007[1]) | |||
| Postleitzahl: | 32-600 bis 32-610 | |||
| Telefonvorwahl: | (+48) 33 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | KOS | |||
| Wirtschaft und Verkehr | ||||
| Straße: | Tychy–Zator | |||
| Nächster int. Flughafen: | Krakau-Balice | |||
| Gemeinde | ||||
| Gemeindeart: | Stadtgemeinde | |||
| Verwaltung (Stand: 2007) | ||||
| Stadtpräsident: | Janusz Marszałek | |||
| Adresse: | ul. Zaborska 2 32-600 Oświęcim |
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| Webpräsenz: | www.um.oswiecim.pl | |||
Oświęcim [ɔˈɕfʲɛɲtɕim]
Aussprache ?/i (deutsch Auschwitz) ist eine am Fluss Sola gelegene polnische Stadt in der Woiwodschaft Kleinpolen im südlichen Teil des Landes, rund 50 Kilometer westlich der Wojewodschaftshauptstadt Krakau.
Bekannt geworden ist die Stadt als Standort des größten Komplexes von deutschen Konzentrationslagern zur Zeit des Nationalsozialismus, insbesondere des KZ Auschwitz II (Auschwitz-Birkenau).
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Herzogtum Oppeln, Auschwitz
Im Jahr 1179 fand die Stadt erste urkundliche Erwähnung, als sie aus der Krakauer Seniorenprovinz herausgelöst und dem Herzogtum Oppeln zugeschlagen wurde. Sie lag an der Nahtstelle zwischen Slawen und Deutschen. Der Name ist vom altpolnischen „święty“ abgeleitet, das soviel wie „Heiliger“ bedeutet, was auf die frühe Christianisierung hindeutet. 1272 wurden dem Ort die Stadtrechte (Magdeburger Recht?) verliehen. Ende des 13. Jahrhunderts ließen sich Deutsche erstmals in der Gegend nieder. Im Laufe der Geschichte lebten hier Deutsche und Polen friedlich zusammen.
Die Stadt am Zusammenfluss von Weichsel und Soła wurde bald zu einem Handelszentrum, war Gerichtssitz und Sitz des Herzogtum Auschwitz. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte die politische Zugehörigkeit: Die den westlichen Teil Galiziens bildenden die Herzogtümer Auschwitz und Zator kamen 1327 durch Herzog Johann von Auschwitz in ein Vasallenverhältnis zum Königreich Böhmen. 1348 wurde es dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation einverleibt und Deutsch setzte sich als Amtssprache durch. Nach der ersten Agrarkrise des Mittelalters geriet die deutsche Siedlungsbewegung Mitte des 14. Jahrhunderts ins Stocken und die Hussitenkriege beendeten die Ostkolonisation und unter böhmischer Herrschaft – später ging die Gegend wieder an die Herzöge von Teschen und Großglogau – wurde Tschechisch die Amtssprache.
Im 14. Jahrhundert setzte eine Landflucht ein, die viele Bewohner des Ortes in andere Gebiete zog. Das Interesse der Deutschen am Ort schwand und 1457 kaufte der polnische König Kasimir IV. für 50.000 Silbermark die Rechte am Ort, der anschließend der Woiwodschaft Krakau angegliedert wurde. Bereits im 15. Jahrhundert stellten Juden, die von den polnischen Königen zur Ansiedlung eingeladen worden waren, die Bevölkerungsmehrheit.
[Bearbeiten] Königreich Galizien und Lodomerien, Kongress, bis 1918
1655 wurde Oświęcim von schwedischen Truppen verwüstet und hatte bis zu den Teilungen Polens am Ende des 18. Jahrhunderts seine frühere Bedeutung völlig verloren. Er kam 1772 zu Österreich – Deutsch wurde wieder Amtssprache – und lag bald auch an der Grenze zu Preußen und Russland. Die Stadt hieß Auschwitz und war Teil im neuen Königreich Galizien und Lodomerien des habsburgischen Kaiserreichs. Der österreichische Kaiser Franz II. bestätigte 1793 alle bisher verliehenen Privilegien und erweiterte es auf bis zu 12 Jahrmärkte im Lauf eines Jahres. Darüber hinaus verlieh er der Stadt den Titel einer Munizipalgemeinde sowie ein neues Wappen.
Auf dem Wiener Kongress wurde die Gegend 1818 Teil des Deutschen Bundes, wo sie dann lange Zeit Bestandteil von Schlesien war. Während des Preußisch-Österreichischen Krieges erfolgte am 27. Juni 1866 ein Angriff der Preußen auf Auschwitz, der jedoch zurückgeschlagen wurde. Bis 1918 führte der Kaiser von Österreich auch den Titel „Herzog von Auschwitz“.
Bereits 1916 errichtete die Stadt ein Barackenlager für Wanderarbeiter, die Sachsengänger.
[Bearbeiten] 1918 bis 1939
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Ort als Oświęcim Teil des Zweiten Polnischen Republik. Bereits 1918 organisierte die „Polnische Liquidationskommission“ in Krakau die Übernahme der Zivilverwaltung. Bis 1932 war Oświęcim Verwaltungssitz eines polnischen Landkreises.
[Bearbeiten] Zeit des Nationalsozialismus
Die Nationalsozialisten stellten ihre Leitidee, den „Lebensraum im Osten“ zu erweitern, auf diese mittelalterliche „Ostkolonisation“ ab. Die Teilung Oberschlesiens im Jahr 1921 durch den Völkerbund trotz gegenteiliger Volksabstimmung galt als Vorwand für die „Wiedergewinnung ostdeutscher Ländereien“, welche die Deutschen unter dem Namen Ostoberschlesien zusammenfassten. (Steinbacher, 2004 und Frei, 2000)
[Bearbeiten] Gemeindeumgliederungen 1940, 1943
Nach der deutschen Besetzung Polens wurde die Stadt zum 30. November 1940 Verwaltungsmittelpunkt des neuen gleichnamigen Amtsbezirks (mit der deutschsprachigen Bezeichnung). Dieser bestand aus der Stadt Auschwitz und den umliegenden Gemeinden Babitz, Birkenau, Broschkowitz, Dwory, Klutschnikowitz, Monowitz, Poremba-Wielka, Stara-Stawy, Wlocienitz und Zaborz-Ost. Auschwitz war der Sitz des deutschen Amtskommissars. Auschwitz bildete im westlichen Teil des neuen Landkreises Bielitz einen Teil des neuen Regierungsbezirkes Kattowitz in der preußischen Provinz Schlesien, ab dem 18. Januar 1941 – nach der Teilung Schlesiens – der Provinz Oberschlesien.
Mit der Einführung der Deutschen Gemeindeordnung (von 1935) galt in Auschwitz ab 1. April 1943 das so genannte Führerprinzip auf Gemeindeebene. Die Stadt gehörte nun nicht mehr einem Amtsbezirk an, sondern war bis zum Ende der deutschen Besatzungzeit 1945 einem deutschen Bürgermeister unterstellt.
[Bearbeiten] Konzentrationslager
Auschwitz wurde zum Standort des größten Komplexes von Konzentrationslagern im Deutschen Reich und den besetzten Gebieten. Dazu zählten:
- Auschwitz I (Stammlager ab 1941), das ursprüngliche Konzentrations- und Kriegsgefangenenlager, zugleich Verwaltungszentrum des gesamten Lagerkomplexes. Hier wurden ungefähr 70.000 Menschen, meist polnische Bürger und sowjetische Kriegsgefangene, umgebracht.
- Konzentrationslager Auschwitz II (Birkenau), ein Vernichtungslager. Die allgemeine Zahl der Opfer von Auschwitz in den Jahren 1940–1945 wird auf 1,1 bis 1,5 Millionen Menschen, meist jüdischer Herkunft, geschätzt. Die Mehrheit von ihnen, vor allem die Opfer der Massentransporte des Holokausts, die ab 1942 aus fast ganz Europa hierher deportiert wurden, kamen in Gaskammern um.
- Konzentrationslager Auschwitz III (Monowitz), ein von den IG Farben errichtetes Arbeitslager und
- eine Vielzahl von Nebenlagern (KZ) in der näheren Region (bis zu 39 KZ; siehe Liste der Nebenlager des KZ Auschwitz , die uneinheitlich als Arbeitslager, Außenlager, Außenkommando, KZ oder Zweiglager bezeichnet wurden. Auch dort kam es zu vielen Morden an Gefangenen.
[Bearbeiten] Nachkriegszeit
Der Powiat Oświęcimski wurde 1948 wieder eingerichtet. Zwischen 1975 und 1999 gehörte die Stadt zur Woiwodschaft Bielsko-Biała.
Die durch von IG Farben mit der Arbeit der Häftlinge des KZ Auschwitz aufgebauten Buna-Werke wurden vom polnischen Staat übernommen und als Chemiewerke Oświęcim (heute: Dwory S.A.) zum größten Arbeitgeber des Ortes. Die einseitige wirtschaftliche Ausrichtung auf diesen Großbetrieb brachte der Stadt nach 1990 wirtschaftliche Probleme. Seither werden die Bereiche Handel und Dienstleistungen ausgebaut.
Im September 1945 lebten zwar wieder etwa 190 Juden in Oświęcim, die aber fast alle in den zwei folgenden Jahren emigrierten. Der einzige länger gebliebene jüdische Heimkehrer starb 2000 und wurde auf dem örtlichen jüdischen Friedhof beigesetzt. Es gibt derzeit keine hier ansässige jüdische Bevölkerung. Die einzige erhaltene Synagoge der Stadt wurde rekonstruiert, nachdem das Gebäude 1977 verstaatlicht und als Teppichlager genutzt wurde. Das Gebäude der erst 1928 eröffneten Chevra Lomdei Mishnayot-Synagoge wurde im Krieg als Waffen- und Munitionslager genutzt. Dadurch hat zumindest das Gebäude die Zeit überdauert und wurde nicht, wie bspw. die Große Synagoge am 20. September 1939, von den Besatzern niedergebrannt. Am 12. September 2000 wurde die kleine Synagoge schließlich als Synagoge wieder eröffnet.
[Bearbeiten] Stadtgliederung
Die Stadt Oświęcim gliedert sich in die Stadtteile Błonie, Domki Szeregowe, Dwory-Kruki, Monowice (Monowitz), Pod Borem, Północ, Południe, Stare Miasto (Altstadt), Stare Stawy (Stara Stawy), Wschód, Zachód, Zasole.
[Bearbeiten] Museen
Bekanntestes Museum Oświęcims ist das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau auf dem Gelände der ehemaligen Konzentrationslager. Es wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Im Stadtzentrum befindet sich auch das jüdische Zentrum (Auschwitz Jewish Center), welches 2000 eröffnet wurde und das reichhaltige jüdische Leben der Stadt vor dem Einmarsch der Nazis beleuchtet. Es beinhaltet neben der Rekonstruktion der kleinen Synagoge eine Ausstellung über Oświęcim vor dem Zweiten Weltkrieg.
Es gibt in Oświęcim auch ein städtisches Museum, das in bescheidenem Rahmen über die Geschichte der Stadt und das frühere Leben ihrer Einwohner informiert.
[Bearbeiten] Sport
Das Eishockey-Team von Unia Oświęcim wurde bereits mehrfach polnischer Meister. Der Schwimmer Paweł Korzeniowski aus Oświęcim wurde bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen Vierter über 200 m Schmetterling.
[Bearbeiten] Partnerstädte
- Kerpen, Deutschland
- La Confluence, Frankreich
- Sambir, Ukraine
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Łukasz Górnicki (1527−1603), polnischer Humanist, Schriftsteller, Poet, Sekretär und Kanzler von König Sigismund II. August von Polen
- Miroslav Sikora (*5. Oktober 1957), ehemaliger deutsch-polnischer Eishockeyspieler, deutscher Nationalspieler
[Bearbeiten] Landgemeinde
Die Landgemeinde (gmina wiejska) Oświęcim umfasst ein Gebiet von 74,47 km² mit 16.817 Einwohnern (30. Juni 2007). Sie gliedert sich in die Schulzenämter:
- Babice (Babitz), 1.582 Einwohner
- Broszkowice (Broschkowitz), 563 Einwohner
- Brzezinka (Birkenau), 2.195 Einwohner
- Dwory II, 342 Einwohner
- Grojec, 2.798 Einwohner
- Harmęże (Harmense), 572 Einwohner
- Osada Stawy Grojeckie
- Łazy, 396 Einwohner
- Pławy, 330 Einwohner
- Poręba Wielka (Poremba Wielka), 1.764 Einwohner
- Rajsko, 1.300 Einwohner
- Stawy Monowskie, 319 Einwohner
- Włosienica (Wlocienitz), 1.440 Einwohner
- Zaborze (Zaborz), 2.257 Einwohner
[Bearbeiten] Literatur
- Lucyna Filip, Juden in Oswiecim 1918-1941. Verlag Scientia, 2005. Originaltitel „Zydzi w Oswiêcimiu 1918-1941“ - 2003. (auch zahlreiche alte Fotografien)
- Sybille Steinbacher: Auschwitz. Geschichte und Nachgeschichte. C.H. Beck Verl., München. 2004. 128 Seiten. 3-406-50833-2.
- Sybille Steinbacher: „Musterstadt“ Auschwitz. Germanisierungspolitik und Judenmord in Ostoberschlesien. Bd. 2 der Darstellungen und Quellen zur Geschichte von Auschwitz vom Institut für Zeitgeschichte. K. G. Saur Verlag, München. 2000. 419 Seiten. 3-598-24031-7.
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Website der Stadt Oświęcim
- Offizielle Webseite der Landgemeinde Oświęcim
- Offizielle Seite der Gedenkstätte und des Museum Auschwitz-Birkenau
- Internationale Jugendbegegnungsstätte
[Bearbeiten] Fußnoten
- ↑ Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ - STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“, Stand vom 30. Juni 2007
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