Oʻahu

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Oʻahu
Oʻahu aus dem Weltall
Oʻahu aus dem Weltall
Gewässer Pazifischer Ozean
Inselgruppe Hawaii
Geographische Lage 21° 28′ N, 157° 58′ W21.466666666667-157.966666666671220Koordinaten: 21° 28′ N, 157° 58′ W
Lage von Oʻahu
Länge 64 km
Breite 42 km
Fläche 1557 km²
Höchste Erhebung Mount Kaʻala
1220 m
Einwohner 953.207 (2010)
612 Einw./km²
Hauptort Honolulu
Südostküste Oʻahus mit dem Koko-Krater
Südostküste Oʻahus mit dem Koko-Krater

Oʻahu (engl. und deutsch oft Oahu)[1] ist eine der acht Hauptinseln des Hawaii-Archipels. Sie wird auch The Gathering Place („Der Sammelpunkt“) genannt. Auf Oʻahu liegt Honolulu, die Hauptstadt des US-Bundesstaates Hawaii, welche sich über einen erheblichen Teil der Insel erstreckt.

Mit 1557 Quadratkilometern ist Oʻahu die drittgrößte der Inseln, die knapp eine Million Einwohner machen etwa 75 Prozent der Bevölkerung des Bundesstaates aus. Oʻahu ist 64 Kilometer lang und 42 Kilometer breit und ist auch das wirtschaftliche Zentrum Hawaiʻis. Die Küstenlinie der Insel beträgt 336 Kilometer.

Oʻahu ist das Ergebnis zweier Vulkane, dem Waiʻanae und dem Koʻolau, die durch einen breiten Sattel miteinander verbunden sind. Der höchste Punkt dieses Sattels – und damit der Insel – ist der Mount Kaʻala mit einer Höhe von 1220 Metern über dem Meeresspiegel.[2] Längster Fluss der Insel ist der Anahulu River.

Außerhalb der Stadt Honolulu werden Ananas und Zuckerrohr angebaut. Wichtigster Erwerbszweig ist jedoch der Tourismus. Der Großteil der Besucher aller Hawaii-Inseln kommt zunächst am internationalen Flughafen von Honolulu an, welcher auf der Westseite Oʻahus liegt.

Geographie[Bearbeiten]

Oʻahu gründet sich auf zwei nicht mehr aktiven Vulkanen, dem Waiʻanae und dem Koʻolau. Ähnlich wie bei den anderen Hawaii-Inseln unterscheiden sich die einzelnen Seiten Oʻahus teils erheblich in ihrer Vegetation. Während die trockene Westküste teilweise einen wüstenartigen Charakter hat, gibt es auf der Nord- und Ostseite eine üppige Vegetation. Nur wenige Fahrminuten von Honolulu entfernt befindet sich Regenwald. Teile davon lassen sich auf dem sogenannten „Tantalus Drive“ mit dem Pkw befahren. Oʻahu hat mehr Eilande als alle anderen großen Hawaii-Inseln zusammen.[3] Eines der bekanntesten Eilande Oʻahus ist Mokoliʻi (auch Chinesenmann-Hut bzw. Chinaman's Hat genannt) vor der Ostküste. Ebenfalls vor der Ostküste, in der Kaneohe Bucht, erscheint bei Ebbe eine vier Quadratkilometer große Sandbank, welche mittels Kanu oder Boot erreicht werden kann. Im Vergleich zu den anderen Hawaii-Inseln Maui und Kauai hat Oʻahu nur relativ wenige Wasserfälle.[4] Bekannte Wasserfälle befinden sich unter anderem im Manoa und Waimea Tal und sind jeweils in weniger als einer Stunde Wanderung durch Urwald zu erreichen. Die zwei prägenden Bergketten Oʻahus heißen Waianae (im Westen) und Koolau (im Osten).

Blick in das Kualoa Tal im Norden Oʻahus.

Klima[Bearbeiten]

Oʻahu liegt, wie alle bewohnten Inseln von Hawaii, südlich des nördlichen Wendekreises und zählt damit zu den Tropen. Das Klima auf Oʻahu unterscheidet sich je nach Seite der Insel. Während es im Norden und Osten häufiger regnet, ist es im Süden und Westen trockener. Das an der Südküste gelegene Waikīkī ist mit 560 mm Niederschlag im Jahr einer der regenärmsten Orte auf der Insel. Dies liegt unter anderem daran, dass die Berge im Nordosten der Insel die meisten Regenwolken abfangen. Die Wassertemperatur des Pazifiks um Oʻahu liegt zwischen 24 und 27 Grad. In den letzten 200 Jahren hat es nur drei nachweisbare Wirbelstürme gegeben.[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Oʻahu und Kauaʻi waren die ersten der hawaiischen Inseln, die am 18. Januar 1778 während Kapitän James Cooks dritter Pazifikexpedition gesichtet wurden.[6] Die ersten Europäer betraten Oʻahu am 27. Februar 1779 bei Waimea Bay.[6][7]

Honolulu und Waikīkī[Bearbeiten]

Hauptartikel: Honolulu

Wesentlich bekannter als der Name der Insel dürften die beiden Orte Honolulu und Waikīkī sein. Waikīkī (politisch ein Stadtteil Honolulus) ist mit seinem berühmten Hotelstrand und der Kalakaua-Flaniermeile das touristische Zentrum von Oʻahu.

Honolulu ist die größte Stadt Hawaiis, Hauptstadt des Staates, sowie der größte Seehafen des Staates. Die gesamte Insel Oʻahu gehört zum Gerichtsbezirk Honolulus, obwohl Honolulu nur einen Teil des Südostens der Insel bedeckt.

Honolulu bedeutet „geschützte Bucht“ und hat 337.000 Einwohner. Die Stadt erinnert mit ihren Wolkenkratzern an die größeren Städte des US-amerikanischen Festlandes.

Im Stadtzentrum findet man um die King Street und die Beretania Street an ihrer Kreuzung mit der Punchbowl Street die meisten der geschichtlich und politisch interessanten Bauten.

Der zehnstöckige Aloha Tower ist seit 1921 das Wahrzeichen für den Hafen von Honolulu. Von dort bietet sich eine gute Aussicht über den Hafen und Honolulu selbst.

Der Yachthafen von Waikīkī mit den Hochhäusern Honolulus im Hintergrund.

Pearl Harbor[Bearbeiten]

Hauptartikel: Pearl Harbor

Pearl Harbor ist U-Boot-Stützpunkt, Flottenbasis und militärisches Oberkommando der Amerikaner für den gesamten Pazifikraum. Bekannt wurde der US-amerikanische Marinestützpunkt durch den japanischen Überraschungsangriff auf die dort stationierte Pazifikflotte am 7. Dezember 1941. Die Vereinigten Staaten traten daraufhin in den Zweiten Weltkrieg ein. Zum Gedenken an den Angriff und die Opfer wurde 1962 über dem gesunkenen Schlachtschiff das U.S.S. Arizona Memorial errichtet. In dem 56 Meter langen Denkmal sind die Namen der Opfer eingraviert, die hier begraben liegen.

Unweit des Hafens von Honolulu befindet sich ein Schifffahrtsmuseum mit vielen Exponaten aus der Kultur der Hawaiischen Besiedelung und Seefahrt.

Strände[Bearbeiten]

Die vielen Strände der Insel ziehen Touristen und Wellenreiter aus der ganzen Welt an, vor allem der Strand von Waikīkī, welches auch als „Metropole der Südsee“ bezeichnet wird, ist bei Urlaubern sehr beliebt. Hinter dem Waikīkī-Strand erheben sich die erloschenen Vulkane Diamond Head und Punchbowl Crater. Allein Waikīkī hat 38.000 Hotelzimmer, einige Hotels stehen dabei direkt am Sandstrand. Durch Menschen- und Umwelteinflüsse hat sich der Strand von Waikīkī über die Jahre immer mehr verkleinert, bis er Anfang 2012 innerhalb mehrerer Monate wieder künstlich verbreitert wurde.[8] Der Strand von Waikīkī unterteilt sich in mehrere Abschnitte. Manche davon besitzen kleinere Mauern im Wasser, welche für einen sehr ruhigen Wellengang sorgen.

Die Strände an der Nordküste rund um Pūpūkea bieten weltweit die besten Bedingungen zum Wellenreiten, hier werden die wichtigsten Wettbewerbe ausgetragen. Eine der bekanntesten Buchten ist die Waimea Bucht, welche sich vor allem im Winter durch sechs bis zwölf Meter hohe Wellen auszeichnet.[9]

Weiterhin erwähnenswert ist die zum Schnorcheln sehr beliebte Hanauma Bay sowie der Laniakea-Strand, an welchem sehr häufig Meeresschildkröten anzutreffen sind.

Der Lanikai Strand an der Ostküste Oʻahus wurde 2008 vom Magazin National Geographic auf Platz 5 der 10 schönsten Strände der Welt gewählt: „Eine halbe Meile funkelnder Sand, Palmen wiegen sich über den weißen Strand, üppige tropische Pflanzen und viel Sonnenschein machen Lanikai zu einem der malerischsten Strände Hawaiis. Das Ufer ist durch ein nahes Riff geschützt, was auch zu einem ruhigen Wellengang führt. Das Wasser ist immer grün und wie auf einer Postkarte.“[10]

An der Westküste Oʻahus liegen in Ko Olina vier Lagunen, welche von Menschenhand erschaffen wurden.

Der Strand von Waikīkī mit Blickrichtung Pazifik.

Rest der Insel[Bearbeiten]

Viele Museen zeugen von der Kunstfertigkeit und Kultur der Insulaner. In Kāhala, östlich von Waikīkī, befindet sich der ehemalige Wohnsitz von Doris Duke. Das Shangri La genannte Anwesen beherbergt eine reichhaltige Sammlung islamischer Kunst.

Haleʻiwa an der Nordküste ist ein Treffpunkt der Surfer, die oft unter Lebensgefahr im Haleʻiwa Aliʻi Beach Park und an den Stränden östlich beziehungsweise nordöstlich des Ortes, die berühmten NorthShore-Strände, die hohen Winterwellen reiten. Einige der berühmtesten Surf-Strände an der North-Shore sind „Sunset Beach“, „Himalaya’s“, „Holton’s“, „Rocky Point“, „Alligator Rock“ und natürlich die „Banzai Pipeline“ beim „Ehukai Beach Park“.

Der Waimea Falls Park, ein botanischer Garten im Tal des Waimea Stream, zeigt Oʻahu von seiner schönsten Seite.

Laie an der Nordwestküste ist eingebettet in einer tropisch grünen Plantagenlandschaft. Hier befindet sich eine mormonische Kirche.

Das Polynesian Cultural Center ist wohl der bei Touristen beliebteste Kulturtrip Hawaiʻis. In einem Freilichtmuseum sind Minidörfer aus sieben Südseeregionen nachgebaut worden: Tonga, Tahiti, die Marquesas-Inseln, Hawaiʻi, Fidschi, Samoa und Neuseeland. Hier werden traditionelle Kultur und Handwerk umfassend dargeboten.

In Sichtweite vor der Ostküste Oʻahus liegen zahlreiche kleine Eilande (Mānana, Mokoliʻi, Moku Manu, Nā Mokulua) die zum Vogelschutzgebiet Hawaiʻi State Seabird Sanctuary gehören und nicht oder nur unter Auflagen betreten werden dürfen.

Transport und Verkehr[Bearbeiten]

Die allermeisten Besucher Oʻahus und der anderen Hawaii-Inseln kommen mit dem Flugzeug am Flughafen Honolulu an. Dort landen Maschinen aus Nordamerika, Asien und Australien. Ebenso bestehen von Flughafen Honolulu täglich mehrere Verbindungen zu den anderen Hawaii-Inseln.

Oʻahu selbst wird von einem öffentlichen Busnetz bedient, welches schlicht „The Bus“ genannt wird. Viele der Touristenattraktionen lassen sich mit dem Bus erreichen. Die Straßen rund um Honolulu sind besonders morgens (Stadteinwärts) und abends (Stadtauswärts) von Stau betroffen.

Touristenattraktionen[Bearbeiten]

Film und Fernsehen[Bearbeiten]

Oʻahu ist Schauplatz zahlreicher Filme und Fernsehserien. So wurden unter anderem

auf Oʻahu gedreht.

In den Rennspielen Test Drive Unlimited und Test Drive Unlimited 2, welche 2006 und 2011 für diverse Plattformen erschienen, wurde die Insel mit ca. 1.600Km (TDU) und ca. 2.200Km (TDU2) Straßennetz, anhand von Satellitendaten nachgebildet und kann frei per Auto oder Motorrad befahren werden.

Im Video „Haifisch“ der Band Rammstein sieht man am Ende einen Ausschnitt aus dem Südteil der Insel.

Wissenswertes[Bearbeiten]

Am 15. Oktober 2006 um 07:07:49 Uhr wurde Oʻahu von einem Erdbeben der Stärke 6,7 der Richterskala in Mitleidenschaft gezogen. Neben Schäden in Höhe von über 200 Millionen US-Dollar wurde die Stromversorgung der Insel für mehrere Stunden unterbrochen, was dazu führte, dass die Militärstützpunkte der Insel in Alarmbereitschaft versetzt wurden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Oahu – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Oʻahu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Oʻahu in Hawaiian Dictionaries
  2. Table 5.11. Elevations of Major Summits. In: State of Hawaii Data Book 2004. State of Hawaii, abgerufen am 11. April 2010 (PDF; 3,0 MB, englisch).
  3. Doughty, Andrew: Oahu Revealed - 4th Edition. Wizard Publications Inc, Lihue 2012. S. 19
  4. Doughty, Andrew: Oahu Revealed - 4th Edition. Wizard Publications Inc, Lihue 2012. S. 183
  5. Doughty, Andrew: Oahu Revealed - 4th Edition. Wizard Publications Inc, Lihue 2012. S. 27
  6. a b Paul Capper: The Third Voyage (1776–1780). (Zuerst veröffentlicht als Paul Capper: Cook Chronology – Part 22 (was 21) Third Voyage 1777 4Apr–1778 1May. In: Cook’s Log. 18, Nr. 3, 1995, S. 1187).
  7. Waimea Bay. In: Place Names of Hawaiʻi (englisch)
  8. http://hawaii.gov/dlnr/occl/manuals-reports/110211%20Waikiki%20Beach%20Flier.pdf
  9. Doughty, Andrew: Oahu Revealed - 4th Edition. Wizard Publications Inc, Lihue 2012. S. 155
  10. http://travel.nationalgeographic.com/travel/top-10/beaches/