O’nyong-nyong-Fieber

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Klassifikation nach ICD-10
A92.1 O'Nyong-nyong-Fieber
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Das O'nyong-nyong-Fieber ist eine Virusinfektion und wird durch das gleichnamige Virus ausgelöst. Das RNA-Virus gehört zur Gattung der Alphaviren, Familie der Togaviren. Es besteht eine Verwandtschaft zum Chikungunya-Virus. Der Name bedeutet „Gelenkbrechen“.

Vorkommen[Bearbeiten]

Ost- und Zentralafrika. Das Virus wurde in Kenia, Malawi, Mosambik, Tansania, Uganda, Senegal und in der Zentralafrikanischen Republik festgestellt. Auch Touristikgebiete sind betroffen. Die Krankheit tritt sporadisch als Epidemie auf. Zwischen den Epidemien können oftmals 10 bis 20 Jahre liegen, dabei liegt die Durchseuchung in der Bevölkerung bis 80 %. Das Virus wurde erstmals während einer großen Epidemie zwischen 1959 und 1962 in Uganda nachgewiesen. Damals erkrankten zwei Millionen Menschen. Es wird ein extrahumanes Reservoir vermutet.

Übertragung[Bearbeiten]

O'nyong-nyong ist eine Arbovirusinfektion. Die Übertragung erfolgt durch Stechmücken (Anopheles gambiae und Anopheles funestus). Die Mücken sind dämmerungsaktiv, ihre Verbreitung ist an das Vorhandensein von stehenden Gewässern gebunden.

Diagnose[Bearbeiten]

Typische Reiseanamnese, Antikörpernachweis im Blut, Klinisches Bild. Verwechslungen mit Chikungunya sind möglich.

Krankheitsverlauf und Symptome[Bearbeiten]

Die Inkubationszeit beträgt 8 – 11 Tage. Die Krankheit beginnt plötzlich mit Schüttelfrost und hohem Fieber, Kopfschmerzen und Lymphadenitis. Es besteht eine Leukopenie mit relativer Lymphozytose. Charakteristische Symptome sind die ausgeprägten, symmetrischen Gelenkschmerzen (Polyarthralgien), die über mehrere Wochen bestehen können. Nachfolgend makulopapulöser Ausschlag in zirka 60 % der Fälle. Enantheme der Wangen- und Gaumenschleimhaut können auftreten. Die Symptome bilden sich nach zwei Wochen zurück. Inapparente Infektionen (ohne Krankheitsgefühl) sind häufig. Es bleibt eine lang anhaltende Immunität zurück. Tödliche Verläufe sind nicht bekannt.

Therapie[Bearbeiten]

Eine kausale Therapie oder Impfung gibt es nicht, die Behandlung erfolgt symptomatisch.

Vorbeugung[Bearbeiten]

Konsequenter Schutz vor Mückenstichen: Repellentien, Moskitonetze, helle, lange Kleidung, Vermeidung von Außenaufenthalten während und nach der Dämmerung.

Literatur[Bearbeiten]

  • Posey DL, O'rourke T, Roehrig JT, Lanciotti RS, Weinberg M, Maloney S. O'Nyong-nyong fever in West Africa. Am J Trop Med Hyg. 2005 Jul;73(1):32. PMID 16014827
  • Bessaud M, Peyrefitte CN, Pastorino BA, Gravier P, Tock F, Boete F, Tolou HJ, Grandadam M. O'nyong-nyong Virus, Chad. Emerg Infect Dis. 2006 Aug;12(8):1248-50. PMID 16965706
Gesundheitshinweis Dieser Artikel bietet einen allgemeinen Überblick zu einem Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!