OLT Express
| OLT Express Germany | ||
|---|---|---|
| IATA-Code: | OL | |
| ICAO-Code: | OLT | |
| Rufzeichen: | OLTRA | |
| Gründung: | 1958[1] | |
| Betrieb eingestellt: | 2013 | |
| Sitz: | Bremen, |
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| Heimatflughafen: |
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| Unternehmensform: | GmbH | |
| Leitung: | Joachim Klein[2] | |
| Flottenstärke: | 15 | |
| Ziele: | National und kontinental | |
| OLT Express Germany hat den Betrieb 2013 eingestellt. Die kursiv gesetzten Angaben beziehen sich auf den letzten Stand vor Einstellung des Betriebes. | ||
OLT Express Germany (zuvor OLT – Ostfriesische Lufttransport), war eine deutsche Regionalfluggesellschaft mit Sitz in Bremen. Am 27. Januar 2013 stellte sie den Betrieb ein[3], zwei Tage später meldete sie Insolvenz an.[4]
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte[Bearbeiten]
OLT - Ostfriesische Lufttransport[Bearbeiten]
Die OLT wurde 1958 in Emden (Ostfriesland) von Jan Jakobs Janssen und Martin Decker als Ostfriesische Lufttaxi – Dekker und Janssen OHG gegründet. 1974 wurde der Seebäder- vom Regionalflugverkehr getrennt, und so die DLT – die heutige Lufthansa CityLine – abgespalten.[1]
Die OLT war bis Ende 2011 eine Tochtergesellschaft der Reederei AG Ems in Emden. Die OLT war Jahrzehnte nur von Emden aus tätig und stellte als Ergänzung der Fähren der Mutterreederei eine schnelle Anbindung der Nordseeinseln Helgoland, Borkum, Juist und Norderney sicher. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands entwickelte sich in Bremen ein zweites Standbein mit regionalen Linien- und Charterflügen, zunächst deutschland-, dann europaweit.
Die OLT unterhielt eigene Stationen in Emden, Bremen, Bremerhaven, Heide (Holstein) auf Borkum und auf Helgoland. In Bremen wird die Wartung der größeren Flugzeuge wie beispielsweise der Saab 2000 durchgeführt. Ab dem Jahre 1991 bot die OLT europaweite Charterflüge zunächst im innerdeutschen Regionalflugverkehr ab Bremen, u. a. nach Leipzig an. Später gab es Charterflüge von Bremen nach Neapel. Zuletzt flog die OLT regelmäßig Fußballclubs wie Werder Bremen oder den Hamburger SV zu deren Auswärtsspielen. Zeitweilig verband die OLT durch regelmäßige Charterflüge für Besatzungen und Mitarbeiter der European Air Transport Leipzig GmbH und der DHL das DHL Europadrehkreuz am Flughafen Leipzig/Halle mit dem Flughafen Brüssel.
Für Airbus wickelte die OLT europaweit einen Teil des Werksverkehrs mit Verbindungen nach Bristol und Toulouse ab. Außerdem flog die OLT auch den Werksverkehr von Hamburg nach Toulouse. Dafür wurden eigens zwei Maschinen des Typs Fokker 100 gekauft. Diese Maschinen waren somit die ersten Jets in der OLT-Geschichte. In einer europaweiten Ausschreibung unterlag die OLT im Sommer 2011 der Fluggesellschaft Germania, die den Werksverkehr ab November mit zwei Airbus A319-100 betreibt.
Restrukturierung als OLT Express Germany[Bearbeiten]
Nach dem Verlust des Werksflugverkehrs für Airbus kündigte OLT im August 2011 an, nur noch den Inselflugverkehr weiter zu führen, einen Großteil der Flotte zu verkaufen und 100 der 120 Mitarbeiter zu entlassen.[5] Stattdessen übernahm der polnische Investor Amber Gold den Linienflugbetrieb, der Inselflugverkehr wurde als OFD Ostfriesischer Flugdienst ausgegliedert.[1][6] Anfang November 2011 erhielten die Amber-Gold-Fluggesellschaften ein einheitliches Corporate Branding, aus OLT wurde OLT Express Germany, aus Jet Air OLT Express Regional (zuvor kurzzeitig OLT Jetair) und aus Yes Airways später OLT Express Poland.[7][8]
Im Februar 2012 wurde Joachim Klein, ehemaliger Geschäftsführer von Eurowings, neuer Geschäftsführer der OLT Express Germany.[9] Ende März 2012 wurde die Übernahme mehrerer Abteilungen, darunter Marketing und Technik, der insolventen Cirrus Airlines bekannt gegeben. Es sollte in der Folge eine neue Basis auf dem Flughafen Saarbrücken entstehen, die Flotte der Cirrus wurde jedoch nicht übernommen.[10] Anfang Mai 2012 wurde die Übernahme jedoch wegen anstehender Kündigungsschutzklagen von Piloten abgesagt.[11] Stattdessen wurde am 5. Juli 2012 die Übernahme der Stuttgarter Fluggesellschaft Contact Air angekündigt, die zum 1. September 2012 erfolgte.[12]
Im August 2012 wurde nach dem Rückzug des bisherigen Investors Amber Gold mit der Panta Holding[13] ein neuer Investor gefunden, in dessen Besitz sich unter anderem bereits Denim Airways befand. Gleichzeitig wurden zum 1. Oktober 2012 regelmäßige Flüge von Saarbrücken nach Hamburg, München und Wien angekündigt. Am 14. Dezember 2012 gab OLT Express bekannt, einen Teil der neu aufgenommenen Routen im Januar wieder einzustellen und vier bis fünf Flugzeuge stillzulegen.[14] Zudem sei der demnächst auslaufende Wetlease-Vertrag mit Swiss nicht verlängert worden.[15]
In der Nacht zum 28. Januar 2013 stellte OLT Express Germany den Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen bis auf Weiteres vollständig ein. Zuvor waren Verhandlungen über Restrukturierungsmaßnahmen mit der Eigentümergesellschaft gescheitert.[3][16] Die bisher im Leasing für Swiss betriebenen Routen von und nach Zürich werden mit sofortiger Wirkung durch diese selbst sowie Helvetic Airways übernommen.[17] Am 29. Januar 2013 meldete die Gesellschaft schließlich Insolvenz an.[4] Bis auf kleine Abwicklungsteams und den Mitarbeitern des Wartungsbetrieb in Saarbrücken, der fortgeführt werden soll, wurde inzwischen den meisten Mitarbeitern gekündigt.[18]
Ziele[Bearbeiten]
OLT Express Germany bediente zuletzt Linienverkehr mehrere Routen zu Destinationen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Dänemark und Frankreich. Mit Stand Januar 2013 führten diese
- von Bremen nach Kopenhagen (im Codesharing mit SAS), Toulouse und Zürich (im Codesharing mit Swiss)
- von Münster/Osnabrück nach München und saisonal auch nach Wien[19]
- von Dresden nach Hamburg, Wien und Zürich (im Codesharing mit Swiss) und saisonal auch nach Budapest und London Southend[20]
- von Saarbrücken nach München[21]
- von Karlsruhe/Baden-Baden nach Hamburg und Wien[22]
Es wurden zudem saisonale Charterflüge für Reiseveranstalter durchgeführt.[23]
Der durch die ehemalige OLT - Ostfriesische Lufttransport angebotene Inselflugverkehr wurde 2012 durch die abgespaltene OFD - Ostfriesische Flugdienst übernommen. Die früher von OLT häufig durchgeführten saisonalen Flüge von mehreren Städten im deutschsprachigem Raum nach Usedom wird OLT Express ebenfalls nicht mehr anbieten.[24]
Flotte[Bearbeiten]
Mit Stand Januar 2013 bestand die Flotte der OLT Express Germany aus 15 Flugzeugen[25]:
- 10 Fokker 100 mit je 100 Sitzplätzen (8 übernommen von Contact Air; 3 betrieben für Swiss)
- 4 Saab 2000 mit je 50 Sitzplätzen
- 1 Saab 340 mit 32 Sitzplätzen
Zwischenfälle[Bearbeiten]
OLT Express Germany verzeichnete in ihrer Geschichte keine Zwischenfälle mit Todesopfern oder Flugzeugverlusten.
Siehe auch[Bearbeiten]
- Liste ehemaliger Fluggesellschaften
- OFD Ostfriesischer Flugdienst
- OLT Express Poland
- OLT Express Regional
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ a b c Geschichte der OLT Express 24. Februar 2012
- ↑ a b Impressum der OLT Express 24. Februar 2012
- ↑ a b - OLT Express stellt Flugbetrieb ein und Handelsblatt: OLT Express Germany stellt Flüge ein 29. Januar 2013
- ↑ a b - Auch Fluggesellschaft OLT Express meldet Insolvenz an 29. Januar 2013
- ↑ airliners.de – OLT schrumpft zurück zum Inselhüpfer 4. August 2011
- ↑ airliners.de – OLT: Rettung aus Polen 24. August 2011
- ↑ airliners.de – Aus OLT wird "OLT Express" 11. November 2011
- ↑ airliners.de - OLT Express wächst in Polen 16. Februar 2012
- ↑ airliners.de - OLT Express mit neuem Geschäftsführer
- ↑ aero.de - Cirrus-Übernahme durch OLT Express fix 31. März 2012
- ↑ aero.de - OLT Express lässt Übernahme von Cirrus platzen 3. Mai 2012
- ↑ [1] 5. Juli 2012
- ↑ http://www.aero.de/news-15621/OLT-Express-Germany-findet-neuen-Investor.html
- ↑ http://fly.oltexpress.de/de/aktuelles/aktuelles/OLT_Express_Germany_unter_Restrukturierungsdruck
- ↑ austrianaviation.net - OLT Express in schwerer Krise 14. Dezember 2012
- ↑ salue.de - OLT Express stellt Flugbetrieb ein 27. Januar 2013
- ↑ austrianaviation.net - Helvetic übernimmt OLT-Wetlease 28. Januar 2013
- ↑ Insolvente OLT Express kündigt den meisten Mitarbeitern. In: aero.de. 16. April 2013, abgerufen am 18. April 2013.
- ↑ http://www.noz.de/themenseite/fmo-aktuell/66339118/olt-express-germany-fliegt-ab-fmo-zu-sechs-zielen-in-deutschland-und-europa-84-fluege-pro-woche-bis-zu-3-flugzeuge-stationiert
- ↑ airliners.de-OLT Express wächst ab Dresden
- ↑ airliners.de-OLT Express wächst ab Saarbrücken
- ↑ airliners.de-OLT mit neuen Plänen ab Karlsruhe
- ↑ austrianaviation.net - OLT Express startet in SZG und FDH 15. November 2012
- ↑ austrianaviation.net - OLT Express: Aus für Usedom-Flüge 15. Januar 2013
- ↑ ch-aviation.ch - OLT Express Germany (englisch) abgerufen am 15. Januar 2013
53.388937.22852Koordinaten: 53° 23′ 20″ N, 7° 13′ 43″ O