OPEC-Fonds für Internationale Entwicklung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
El Fondo OPEP para el Desarrollo Internacional (OFID) - Unidos contra la pobreza.jpg

Der OPEC-Fonds für Internationale Entwicklung (engl. OPEC Fund for International Development, OFID) ist eine multilaterale Organisation zur Finanzierung von Entwicklungshilfe. Er wurde im Jahre 1976 von den Mitgliedstaaten der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ins Leben gerufen. Die ursprüngliche Idee zu seiner Gründung entstand im März 1975anlässlich der Konferenz der Staats- und Regierungschefs der OPEC-Staaten in Algier, Algerien. In einer Feierlichen Erklärung der Konferenz wurde „die gewachsene Solidarität, die die OPEC-Staaten mit anderen Entwicklungsländern in ihrem Kampf um Überwindung der Unterentwicklung verbindet” bekräftigt und zu Maßnahmen zur Stärkung der Zusammenarbeit dieser Länder aufgerufen.[1]

OFID hat es sich zum Ziel gesetzt, die finanzielle Zusammenarbeit zwischen OPEC-Staaten und anderen Entwicklungsländern durch Bereitstellung finanzieller Hilfe für deren sozioökonomische Entwicklung zu stärken. Die zentrale Mission der Organisation besteht in der Förderung der Süd-Süd-Kooperation mit anderen Entwicklungsländern weltweit mit dem Ziel, die Armut gänzlich zu überwinden. Der OFID-Sitz befindet sich in Wien, Österreich. Amtierender Generaldirektor ist Suleiman Jasir Al-Herbish aus Saudi-Arabien.[2]

OFID Hauptsitz[Bearbeiten]

Das OFID-Gebäude an der Ringstraße im Herzen Wiens war ursprünglich ein Privatpalais des österreichischen Erzherzogs Wilhelm Franz Karl. Nach Plänen des Architekten Theophil von Hansen (1813-1891) in den Jahren 1864 bis 1868 erbaut, wurde das Palais 1870 an den Deutschritterorden verkauft und vom Großmeister, zuletzt Erzherzog Eugen, als Hauptquartier genutzt. Ab 1894 stand das Palais dem Großmeister wie auch den Deutschmeistern unter dem Namen Palais Deutschmeister als Residenz zur Verfügung. Nach Auflösung des Deutschritterordens im Jahr 1938 wurde das Gebäude von den deutschen Nationalsozialisten in Besitz genommen, die es 1942 den Polizeibehörden übergaben. So diente das Palais von 1945 bis 1975 als Hauptquartier der Wiener Polizeidirektion. Das Gebäude war lange Zeit ungenutzt, bevor es schließlich vom OPEC-Fonds erworben wurde.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Nach dem Ersten OPEC-Gipfeltreffen in Algier, Algerien, im Jahr 1975 versprachen die Mitgliedstaaten ihre finanzielle Unterstützung der Entwicklungsländer im Rahmen einer kollektiven Finanzierungsfazilität. Beim anschließenden Finanzminister-Treffen der OPEC-Staaten im Jahr 1976 wurde der OPEC Special Fund gegründet, der die OPEC-Finanzhilfe an Entwicklungsländer kanalisieren sollte. Noch im selben Jahr nahm der OPEC-Sonderfonds mit einer anfänglichen Dotierung von ca. 800 Millionen Dollar seine Tätigkeit auf. Ende 1977 waren bereits 71 Darlehen an 58 Entwicklungsländer vergeben. Entwicklungshilfe-Institutionen wie etwa dem Treuhandsfonds des IWF (Internationaler Währungsfonds, IWF) oder dem Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) hatten die OPEC-Mitgliedsländer nicht rückzahlbare finanzielle Hilfe zur Verfügung gestellt.

Die Finanzierungshilfe erwies sich als so erfolgreich, dass die Mitgliedstaaten 1980 beschlossen, das zunächst für temporäre Zwecke konzipierte Finanzierungskonto zu einer ständigen Einrichtung mit eigener Rechtspersönlichkeit unter dem Namen OPEC Fund for International Development (OFID) werden zu lassen. Aus dem OPEC-Sonderfonds war im Mai 1980 schließlich eine vollwertige, auf Dauer ausgerichtete Entwicklungsorganisation auf internationaler Ebene geworden. Der Ministerrat, das höchste OFID-Verwaltungsorgan, bewilligte im Juni 2011 eine Aufstockung von Finanzmitteln in Höhe von 1 Milliarde US$ - die bislang letzte -, als Antwort auf die steigenden Bedürfnisse der Entwicklungsländer und die negativen Auswirkungen der Finanzkrise auf die Wirtschaft ihrer Länder.[4]

Mitgliedstaaten[5][Bearbeiten]

Mittelbereitstellung[Bearbeiten]

OFID leistet Finanzhilfe verschiedenster Art, wobei sich die Prioritäten im Laufe der Zeit in dem Maße verschoben, als sich die Rahmenbedingungen und Anforderungen der Empfängerländer entwickelt und verändert haben. Zu den Finanzierungsarten zählen:

  • Finanzielle Hilfe zu Vorzugsbedingungen in Form von Darlehen für Entwicklungsprojekte und -programme, Stützung der Zahlungsbilanzen und Finanzierung des Handels
  • Finanzierung von privatwirtschaftlichen Aktivitäten in den Entwicklungsländern
  • Zuschüsse für technische Hilfe, Nahrungsmittelhilfe, Forschung und verwandte Bereiche sowie humanitäre Soforthilfe
  • Beitragszahlungen an andere Entwicklungseinrichtungen, von deren Arbeit Entwicklungsländer profitieren können.

Finanzielle Mittel[Bearbeiten]

Die finanziellen Mittel des OFID setzen sich zusammen aus freiwilligen Beiträgen der OPEC-Mitglieder sowie kumulierten Rücklagen aus der operativen Tätigkeit des Fonds.

Empfängerländer[Bearbeiten]

Förderfähig sind grundsätzlich alle Entwicklungsländer mit Ausnahme der Mitgliedstaaten der OPEC selbst. Die am wenigsten entwickelten Länder der Erde genießen jedoch höhere Priorität und erhalten somit den Löwenanteil der OFID-Finanzhilfen. Im Laufe der Jahre wurden 134 Staaten unterstützt – davon 53 aus Afrika, 43 aus Asien, 31 aus Lateinamerika und der Karibik sowie sieben aus Europa. Der Stand der bewilligten OFID-Zahlungsverpflichtungen betrug zum 31. Dezember 2013 insgesamt 16,653 Mrd. US$.[6]

Operative Tätigkeit[Bearbeiten]

Schwerpunkte[Bearbeiten]

  • Landwirtschaft
  • Bildung
  • Energie
  • Finanzsektor
  • Gesundheit
  • Industrie
  • Infrastruktur und Bergbau
  • Sektorübergreifende und städtebauliche Entwicklung
  • Telekommunikation
  • Verkehr
  • Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung

[7]

Projekte im öffentlichen Sektor[Bearbeiten]

Ausleihungen an die öffentliche Hand stellen den Hauptanteil der OFID-Aktivitäten dar. Sie umfassen 68 % der gesamten kumulativen Mittelbindungen. Mit Hilfe dieses Fensters waren zum 31. Dezember 2013 insgesamt 11,118 Milliarden US$ für 1.411 weiche Kredite an den öffentlichen Sektor in 105 Entwicklungsländern bewilligt. Wenngleich das OFID-Angebot mittlerweile auf eine größere Anzahl von Partnern auch mittlerer Einkommenssituation ausgeweitet wurde, wurde der Großteil dieser Mittel getreu dem OFID-Mandat an Niedrigeinkommensländer vergeben, die nach wie vor Priorität genießen.

Sämtliche Darlehen an die öffentliche Hand werden mit den Regierungen der Empfängerstaaten sowie des Öfteren mit weiteren Gebern, darunter die regionalen Entwicklungsbanken und insbesondere die bilateralen und multilateralen Entwicklungsagenturen der OPEC-Staaten, kofinanziert. Nach dem Grundsatz der Erfolgswirksamkeit wird die OFID-Hilfe stets mit Schwesterorganisationen und sonstigen Institutionen koordiniert, um gemeinsame Vorhaben zu straffen und Doppelgleisigkeiten oder Überlappungen zu vermeiden. Mit Blick auf Nachhaltigkeit stellen Kapazitätenaufbau und Stärkung von Institutionen integrierende Bestandteile aller Projekte dar, die OFID mit dem öffentlichen Sektor abwickelt. Die Projekte selbst sind bedarfsorientiert und bilden die strategischen Prioritäten der Partnerländer ab. Kumulativ machen die Darlehen für den Nexus Wasser-Lebensmittel-Energie, welcher vom Transportsektor unterstützt wird, 76% aller Ausleihungen an den öffentlichen Sektor aus per Ende 2013.

Unter den öffentlichen Sektor fällt ebenso der OFID-Beitrag an die HIPC-Initiative für stark verschuldete Armutsländer (Heavily Indebted Poor Countries). OFID unterstützt die Initiative seit ihrem Start im Jahr 1996 und hat mittlerweile Zahlungsverpflichtungen von etwa 270 Mio. US$ für Schuldenerlass an 26 HIPC-Staaten übernommen.[8]

Projekte im Privatsektor[Bearbeiten]

Die Fazilität für den Privaten Sektor (PSF) wurde im Jahr 1998 als Antwort auf die Veränderungen in der Wirtschaftspolitik der OFID-Partnerländer ins Leben gerufen. Die Unterstützung der Privatwirtschaft durch Bereitstellung von Darlehen und Beteiligungsfinanzierung wird als natürliche Anpassung angesehen, die es OFID gestattet, weiterhin einer möglichst großen Bandbreite von Ländern Hilfe anzubieten und gleichzeitig nach wie vor auf die Anforderungen ihrer Entwicklung einzugehen.

Die Ziele der PSF bestehen darin, das Wachstum produktiver privater Unternehmen zu fördern und die Entwicklung lokaler Kapitalmärkte anzukurbeln. Wirtschaftliches Wachstum wird somit durch erfolgreiche Maßnahmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Generierung von Einkommen angeregt, was wiederum bewirkt, dass die Armut gelindert wird.

In Kooperation mit anderen Entwicklungsfinanzierungsorganisationen (EFI) und Geschäftsbanken unterstützt die Fazilität wirtschaftlich lebensfähige Privatbetriebe. Staatsbetriebe sind förderfähig, wenn sie als autonome Betriebe nach wirtschaftlichen Maßstäben geführt werden und die gewährte Hilfe an lokale Privatbetriebe weiterleiten. Darüber hinaus werden öffentlich-private Kooperationssprojekte unterstützt, sofern sie nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen gemanagt werden. Die Projekte werden getreu dem OFID-Mandat nach ihrem entwicklungspolitischen Stellenwert ausgewählt.

Die Fazilität priorisiert die Unterstützung von Kleinstbetrieben sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU), deren Tätigkeit das Wirtschaftswachstum ankurbelt und die eine Schlüsselrolle bei der Schaffung von Arbeitsplätzen und bei der Linderung der Armut einnehmen. Die PSF unterstützt diese KMU hauptsächlich als Vermittlerin gegenüber Finanzinstitutionen, darunter nationale und regionale Entwicklungsbanken, Geschäftsbanken, Leasinggesellschaften, Mikrofinanzinstitute und Investitionsfonds.

Die mit Ende des Jahres 2013 eingegangenen finanziellen Verpflichtungen belaufen sich auf 2,041 Milliarden US$ für 197 Projekte zur Unterstützung privater Betriebe in Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa.[9]

Finanzierung des Handels[Bearbeiten]

Im Jahr 2006 wurde ein Paket zur Finanzierung des Handels (Trade Finance Facility, TFF) auf den Weg gebracht. Es stellt ab auf entwicklungs- und sozialpolitisch verträgliche Import- und Exportförderung und auf die Finanzierung von Betriebskapital in Entwicklungsländern. Zu den grundsätzlichen Überlegungen, die im Rahmen der Fazilität gestellt werden, zählen die Auswirkungen der Maßnahme auf die Entwicklung und die Ziele der Süd-Süd-Kooperation. Maßnahmen zur Handelsfinanzierung stehen Regierungen, privaten Einrichtungen, Geschäftsbanken, regionalen Entwicklungsfinanzierungsinstitutionen und jeglichen sonstigen Organisationen offen, die in einem OFID-Empfängerland engagiert sind. Das OFID-Angebot umfasst Import-, Export- und Exportvorfinanzierung, Warenkredite, KMU-Handelsförderungsmaßnahmen, Betriebsmittelkredite und unbesicherte Risikobeteiligungen.

Mit Jahresende 2013 waren Kreditlinien in Höhe von 1,949 Milliarden US$ und Garantieprogramme mit Risikoteilung im Ausmaß von 2 Mrd. US$ bewilligt.[10]

Subventionen[Bearbeiten]

Im Rahmen des OFID-Zuschussprogramms werden dringend benötigte Mittel für eine Vielzahl von Aktivitäten zur Verfügung gestellt, die aus verschiedenen Gründen nicht über Darlehen finanziert werden können. Diese OFID-Zuschüsse machen zwar weniger als 4 % der gesamten kumulativen Mittelbindungen aus, die entsprechenden Projekte werden jedoch als besonders verdienstvoll erachtet, da sie Grundbedürfnisse abdecken und das tägliche Leben der Menschen tatsächlich verändern helfen. Im Rahmen dieser nicht rückzahlbaren Zuschüsse werden Fördermittel für humanitäre Hilfe und soziale Entwicklung über sechs Zuschussprogramme bereitgestellt, konkret für technische Hilfe, Forschung und verwandte Aktivitäten, Soforthilfemaßnahmen, HIV/AIDS-Bekämpfung, Überwindung der Energiearmut und für Palästina. Das neue Programm gegen Energiearmut genießt besondere Priorität und ergänzt die Finanzierungsmaßnahmen im Rahmen anderer Mechanismen zur Unterstützung der OFID-Initiative „Energie für die Armen“.

Zum 31. Dezember 2013 betrug der Stand der gewährten nicht rückzahlbaren Zuschüsse mehr als 573 Mio. US$, für mehr als 1.500 Zuschussleistungen.[11]

Technische Hilfe[Bearbeiten]

Maßnahmen zur technischen Hilfe stellen von Anbeginn den Kernbereich der OFID-Zuschussleistungen dar. Damit werden nationale wie auch regionale Entwicklungsprojekte subventioniert, die auf nachhaltige Entwicklung und Armutsbekämpfung fokussieren und den Ärmsten der Gesellschaft, insbesondere den Menschen in den am wenigsten entwickelten Ländern der Erde (Least Developed Countries, LDC), zugutekommen. Frauen und Kinder genießen hohe Priorität. Zuschüsse für technische Hilfe werden im Wesentlichen aufgrund des Projekttyps vergeben und stellen auf Ergebniserwartungen ab, auf die Zahl der Begünstigten sowie die sozioökonomische Lage des Empfängerlandes.

OFID arbeitet nicht nur mit UN-Organisationen und einer Vielzahl internationaler und nationaler NGO, sondern auch mit zahlreichen weiteren Partnern zusammen, um speziell auf die Bedürfnisse besonders schutzbedürftiger Bevölkerungsgruppen eingehen zu können.[12]

Forschung und verwandte Bereiche[Bearbeiten]

Dieser Beihilfentyp stellt auf Aktivitäten zur Verbesserung der Süd-Süd-Kooperation und der Nord-Süd-Zusammenarbeit sowie auf verbesserten Kapazitätenaufbau ab. Dazu zählt auch die Entwicklung von Humanressourcen, insbesondere in den LDC. Forschungsthemen und Studien von spezifischer Bedeutung für ärmere Länder sowie die Förderung von Wissenschaft und Technologie bilden besondere Schwerpunkte. Die Förderung von Seminaren, Ausbildungen und Workshops stellen Maßnahmen zur Stärkung des Humankapitals dar.[13]

Soforthilfe[Bearbeiten]

Um die Not von Opfern diverser Katastrophen weltweit, auch in OFID-Mitgliedstaaten, zu lindern, stellt OFID Soforthilfe zur Verfügung. Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung vergibt OFID im Anschluss an die erfolgte Soforthilfe oft konventionelle, niedrig verzinste Darlehen zur Unterstützung des längerfristigen Wiederaufbaus in zerstörten Gebieten. Derartige Sofortmaßnahmen werden über spezielle Hilfsorganisationen bereitgestellt, wie z.B. durch die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC), den Hochkommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR), das Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) und das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP).[14]

HIV/AIDS-Hilfe[Bearbeiten]

Nach Genehmigung durch den Ministerrat wurde das OFID-Programm zur Bekämpfung von HIV/AIDS im Juni 2001 mit einer anfänglichen Dotierung von 15 Mio. US$ ins Leben gerufen. Weitere Mittelaufstockungen erhöhten den Kontostand auf 80 Mio. US$. Heute arbeitet OFID mit einem breit aufgestellten Bündnis strategischer Partner im Kampf gegen die Pandemie in über 90 Ländern zusammen. Die Fördermaßnahmen decken zahlreiche Bereiche ab, wie z.B. Aufklärung, Prävention, Tests und Beratung sowie Pflege, Behandlung, Unterstützung und Entwicklung von Impfstoffen.[15]

Palästina-Hilfe[Bearbeiten]

OFID leistet seit 1979 Hilfe an Palästina. Als Antwort auf den steigenden Hilfebedarf kritischen Ausmaßes leitete OFID jedoch im Jahr 2002 die Intensivierung seiner Präsenz in Palästina mit der Schaffung eines Sonderprogramms zur Beschleunigung von Hilfeleistungen ein. Mit Eigenmitteln ausgestattet, ist dieses Programm nunmehr in der Lage, Bereiche von langfristiger Bedeutung zu unterstützen, beispielsweise die Bereitstellung grundlegender Infrastruktur, die notwendige Gesundheitsversorgung sowie verschiedene Sozialdienste. Bei dringendem humanitärem Handlungsbedarf wird im Rahmen des Programms auch Soforthilfe für Nahrungsmittellieferungen, medizinische Hilfsgüter und diversen sonstigen Bedarf zur Verfügung gestellt.[16]

Beiträge an andere Organisationen[Bearbeiten]

Gemeinsamer Fonds für Rohstoffe (Common Fund for Commodities, CFC)[Bearbeiten]

Den Gemeinsamen Fonds für Rohstoffe (Common Fund for Commodities, CFC) unterstützt OFID seit langer Zeit. Bis dato wurde der Fonds mit insgesamt 83,6 Mio. US$ gefördert. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus einer freiwilligen Beitragsleistung in Höhe von 46,4 Mio. US$ an das Zweite Konto des CFC sowie aus einer Zahlung von weiteren 37,2 Mio. US$ zur Deckung der Zeichnung von Anteilen der 35 am wenigsten entwickelten Länder auf das unmittelbar eingezahlte Kapital der CFC. Im Rahmen des Zweiten Kontos wurden Zahlungsverpflichtungen in Höhe von 32 Mio. US$ für Rohstoffprojekte in 29 Ländern Afrikas, 15 Ländern Asiens und sechs lateinamerikanischen Ländern übernommen.

Bei der 30. Jahrestagung des OFID-Ministerrats am 17. Juni 2009 wurden drei neue Länder (Demokratische Republik Kongo, Senegal und Mozambik) auf die Liste der förderfähigen Länder gesetzt, die nunmehr von Zeichnungen auf das Erste Konto der CFC (und damit vom Erhalt von Zahlungen auf die Kapitalzeichnungen) profitieren können. OFID verfolgt die Aktivitäten des CFC weiterhin mit großem Interesse und genießt in den beiden höchsten Organen des Fonds Beobachterstatus.

Internationaler Fonds for landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD)[Bearbeiten]

Bei der Entstehung des IFAD spielte OFID eine wichtige Rolle dadurch, dass die OPEC-Staaten Zahlungen in Höhe von 861,1 Mio. US$ zum Anfangskapital sowie zur ersten Mittelaufstockung des Fonds beisteuerten. Die OPEC-Staaten unterstützen IFAD seit seiner Gründung tatkräftig, indem sie Beiträge zu zusätzlichen Mittelaufstockungen leisten. Darüber hinaus stellte OFID selbst aus Eigenmitteln weitere 20 Mio. US$ als Sonderbeitrag zur Verfügung.

Treuhandfonds des Internationalen Währungsfonds (IWF)[Bearbeiten]

Eine Reihe von OPEC-Staaten haben dem im Mai 1976 etablierten, vom IWF verwalteten Treuhandfonds Finanzmittel in Höhe von 110 Mio. US$ über ein OFID-Konto überwiesen. Diese Mittel setzen sich aus Gewinnen zusammen, die sieben dieser Länder aus dem Verkauf von Gold lukrierten, das der IWF in ihrem Namen verwaltete. Sie wurden zu Vorzugsbedingungen zur Stützung der Zahlungsbilanzen förderfähiger Niedrigeinkommensländer, die gleichzeitig Mitglieder des IWF sind, zur Verfügung gestellt.

Initiative „Energie für die Armen“[Bearbeiten]

OFID ist der Überzeugung, dass menschliche Entwicklung und Energienutzung untrennbar miteinander verbunden sind. Ohne Energie als Motor der Industrie und als Stütze von Unternehmen und sozialen Diensten wie Spitälern und Schulen ist wirtschaftlicher oder sozialer Fortschritt nicht möglich.

OFID vertritt die Auffassung, dass die Linderung der Energiearmut – selbst zwar kein eigenes Ziel - unerlässlich für die Erreichung der acht international begrüßten Millennium-Entwicklungsziele ist. Aus diesem Grunde bezeichnet OFID die Überwindung der Energiearmut als das „9. Millenniumziel“. Im Laufe der Jahre haben OFID und die OFID-Mitgliedsländer bewiesen, dass Armut und damit einhergehendes menschliches Elend ein ernstes Anliegen für sie sind. Beim Zweiten OPEC-Gipfel in Caracas, Venezuela, im September 2000 bezeichneten die Staats- und Regierungschefs Armut als „die größte Umweltkatastrophe“ der Welt.

Ganz im Sinne dieses Standpunkts versprachen die OPEC-Chefs anlässlich ihres Dritten Gipfeltreffens im Königreich Saudi-Arabien in der Erklärung von Riad im November 2007, die Programme ihrer Hilfeorganisationen, einschließlich jener des OFID, weiterhin auf das Ziel der nachhaltigen Entwicklung und der Beseitigung von Energiearmut in den Entwicklungsländern auszurichten.

Im Juni 2008 verkündete König Abdullah ibn Abd al-Aziz Al-Sa´ud von Saudi-Arabien, Hüter der beiden Heiligen Stätten in Mekka und Medina, die Initiative „Energie für die Armen“ und rief OFID sowie die Weltbank dazu auf, eine führende Rolle bei der Entwicklung des Programms zu übernehmen.

Im Mai 2009 war dasselbe Thema Gegenstand von Gesprächen beim Treffen der Energieminister der G8 in Rom. Das Ministertreffen endete mit einer gemeinsamen Erklärung der G8-Energieminister, des EU-Kommissars und der Energieminister mehrerer anderer Staaten, darunter die OFID-Mitglieder Algerien, Indonesien, Libyen, Nigeria und Saudi-Arabien. In der Erklärung versprachen die Minister ihre Unterstützung von Initiativen zur Bekämpfung der Energiearmut, darunter die Initiative König Abdullahs „Energie für die Armen“. OFID sowie eine Reihe anderer Institutionen wurden zudem um Ausarbeitung von Strategien und Finanzierungsmechanismen für den Ausbau von Energienetzen und die Bündelung von Energiemärkten in Afrika ersucht.

Im März 2010 stand Energiearmut erneut im Blitzlicht, als sich die Energieminister der Erzeuger- und Verbraucherstaaten der Welt in Cancún, Mexiko, zum 12. Internationalen Energieforum (IEF) trafen. Bei einer Sondersitzung des Forums zum Thema „Die Rolle der Energie bei der Förderung der menschlichen Entwicklung“ gab OFID eine Erklärung ab, die ein Schlaglicht auf die OFID-Bemühungen um Linderung der Energiearmut warf.

Im Jahr 2010 gaben die Vereinten Nationen die Absicht bekannt, das Jahr 2012 als Jahr der „nachhaltigen Energie für alle“ (Sustainable Energy for All, SE4ALL) zu deklarieren, einer internationalen Initiative mit dem Ziel, bis zum Jahr 2030 allen Menschen den Zugang zu Energie zu ermöglichen. Verschiedene Initiativen, insbesondere die weltweite SE4ALL-Initiative im Jahr 2012, lenkten die Aufmerksamkeit der Welt auf die wichtige Frage der Energiearmut und die Notwendigkeit, dieses Thema anzugehen, um die Millenniumziele zu erreichen und die Armut zu überwinden. Aufgrund der Bedeutung des Kausalzusammenhangs zwischen Energie und Armut sowie im Hinblick auf den Erhalt der Dynamik, die derzeit die Bemühungen zur Problemlösung beherrscht, hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen das Jahrzehnt 2014 - 2014 darüber hinaus zur „Dekade der Nachhaltigen Energie für Alle“ erklärt und damit die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft auf die Bewältigung dieser Herausforderung gelenkt.

OFID-Generaldirektor Al-Herbish wurde zu einem der 39 Direktoren der hochrangigen SE4All-Gruppe ernannt. Al-Herbish ist des Weiteren Mitglied des SE4All-Beirats, eines Eliteforums aus Vertretern von Wirtschaft, Finanzwelt, öffentlicher Verwaltung und Zivilgesellschaft. Diese Berufungen erfolgten in Anerkennung der führenden Rolle des OFID bei der globalen Bekämpfung der Energiearmut.

OFID war eine der ersten Institutionen, die dem Ruf nach Auseinandersetzung mit dieser drängenden Frage Folge leisteten. Als Entwicklungsfinanzierungsinstitut ist die Organisation als einer der Pioniere, der dieses Thema auf die internationale Agenda setzen sollte, weithin anerkannt. Die Bekämpfung der Energiearmut mit Hilfe seiner Initiative „Energie für die Armen“ wurde 2008 ins Leben gerufen. Im Juni 2012 gab der OFID-Ministerrat in einer Erklärung seine Zusage bekannt, OFID-Mittel in Höhe von mindestens 1 Milliarde US$ für die Finanzierung der Initiative zuzuweisen, womit die Bedeutung des OFID-Beitrags zur Bekämpfung der Energiearmut erneut unterstrichen wird.

Die Anwaltschaft, die OFID in dieser Frage übernahm, war für die Betonung des entscheidenden Zusammenhangs zwischen Energie und Entwicklung von grundlegender Bedeutung. OFID hat eine Reihe von Projekten unterstützt, die von der Errichtung und Sanierung von Kraftwerken und der Verlegung von Erdgas-Pipelines bis hin zum Bau von Windenergieparks und Solarenergieanlagen reichen. Zu Jahresende 2013 wurden Energiemaßnahmen mit einer Summe von mehr als 3,3 Milliarden US$ ausgewiesen, das sind 21 % der kumulativen Mittelbindungen. Darüber hinaus wurden Projekte in 85 Ländern kofinanziert.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.ofid.org/ABOUTUS.aspx
  2. http://www.ofid.org/ABOUTUS/VisionandMission.aspx
  3. http://www.ofid.org/ABOUTUS/OFIDHeadquarters.aspx
  4. http://www.ofid.org/ABOUTUS/FAQs.aspx#nr1
  5. http://www.ofid.org/ABOUTUS/MemberCountries.aspx
  6. http://www.ofid.org/COUNTRIES.aspx
  7. http://www.ofid.org/FOCUSAREAS.aspx
  8. http://www.ofid.org/PROJECTSOPERATIONS/PublicSector.aspx
  9. http://www.ofid.org/PROJECTSOPERATIONS/PrivateSector.aspx
  10. http://www.ofid.org/PROJECTSOPERATIONS/TradeFinanceFacility.aspx
  11. http://www.ofid.org/PROJECTSOPERATIONS/Grants.aspx
  12. http://www.ofid.org/GrantTypes/TechnicalAssistance.aspx
  13. http://www.ofid.org/GrantTypes/Research.aspx
  14. http://www.ofid.org/GrantTypes/EmergencyAid.aspx
  15. http://www.ofid.org/GrantTypes/HIVAIDSSpecialProgram.aspx
  16. http://www.ofid.org/GrantTypes/PalestineSpecialProgram.aspx