ORF III

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ORF III
Senderlogo
ORF III Logo Monochrom.svg
Allgemeine Informationen
Empfang: DVB-T, Kabel, Satellit
Sendeanstalt: ORF
Intendant: Alexander Wrabetz
Sendebeginn: 26. Oktober 2011[1]
Rechtsform: öffentlich-rechtlich
Programmtyp: Spartenprogramm (Information und Kultur)
Liste von Fernsehsendern
Barbara Rett, ORF-III-Moderatorin

ORF III, selten auch ORF 3, ist ein österreichischer Spartensender, der sich als Ergänzung zum Vollprogramm neben ORF eins und ORF 2 versteht und besonders kulturelle Thematiken in den Blickpunkt nimmt. Geschäftsführer und Programmleiter ist Peter Schöber, als zweiter Geschäftsführer und kaufmännischer Leiter fungiert Helmut Kaiser. Chefredakteur ist Christoph Takacs. ORF III ist eine eigenständige Tochtergesellschaft des ORF und liegt in der Verantwortung des Landesstudios Salzburg.[2] Der Kulturspartensender ging am 26. Oktober 2011 um 14 Uhr auf Sendung und hat über Satellit und Kabel die Frequenzen von TW1, dessen Programm (Tourismus und Wetter) mit demselben Datum eingestellt wurde, übernommen sowie einen neuen Sendeplatz über Antenne erhalten. Einzelne Sendungen sind im Internet über die ORF-TVthek abrufbar.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

ORF III ist, zusammen mit dem zweiten ORF-Spartensender ORF Sport +, ein Nachfolger von TW1. Tourismus und Wetter waren die tragenden Säulen dieses ORF-Tochtersenders TW1, der von 1997 bis 2011 ausgestrahlt wurde. Im Zentrum von TW1 stand die Idee, dem österreichischen Tourismus eine breitere mediale Basis zukommen zu lassen. In Reisemagazinen wurden Regionen oder Attraktionen wie Thermen oder Wanderrouten vorgestellt, regelmäßig wurden Wetterinformationen über Österreich, Mitteleuropa und das aktuelle Wetter in anderen Regionen der Erde ausgestrahlt. Einzelne heute etablierte Kultursendungen wie KulturWerk oder erLesen wurden noch zu TW1-Zeiten aus der Taufe gehoben. TW1 wurde am 26. Oktober 2011 von ORF Sport + und ORF III abgelöst. Für den 26. Oktober 2014 ist eine High Definition Version des Senders angekündigt worden[3]

Sendeschema[Bearbeiten]

Das Programm von ORF III basiert auf vier Programmsäulen:

  • Kultur/Religion/Volkskultur und Regionalität
  • österreichische Zeitgeschichte und Zeitgeschehen
  • Information und europäische Integration
  • sowie Kunst und Kultur.

Der Hauptabend jedes Wochentages steht unter einem bestimmten Schwerpunktthema.[4]

Montag: Dokumentationen – Themen-Tage (Doku.Zeit, DokuMente)

Dienstag: Kunst und Kultur (erLesen, KulturWerk, Was schätzen Sie?, Hyundai Kabarett Tage, euro.film)

Mittwoch: Religion und Wissenschaft (kreuz und quer, Treffpunkt Medizin, Science Talk, kult.film)

Donnerstag: Aktuelles aus Europa und der Welt (Inside Brüssel, Im Brennpunkt, Weltjournal, 60 Minuten Politik)

Freitag: Der österreichische Film (Der österreichische Film, Aus dem Rahmen, Theater- und Fernsehlegenden)

Samstag: Zeitgeschichte (zeit.geschichte, kult.reloaded)

Sonntag: Oper und Konzert (Erlebnis Bühne, Erlebnis Bühne Künstlerporträt)

ORF III im Vorabend: wochentags mit Reisen und Speisen, NaturReich und Kultur heute, samstags mit Unser Österreich.

Schwerpunkte[Bearbeiten]

ORF III bei der Aufzeichnung des Österreichischen Kabarettpreises 2012

ORF III setzt seine Schwerpunkte insbesondere auf ausführliche und kompetent moderierte Interviews zu Themen aus den Bereichen Europapolitik und Kultur (Das ganze Interview, Kultur heute, KulturWerk, ORF III Künstlergespräche, Salzburger Festspielgespräche), Übertragungen von bedeutenden Opern-, Theater- und Konzertaufführungen aus der ganzen Welt (Erlebnis Bühne), Zeitgeschichte-Themen insbesondere um den Zweiten Weltkrieg (zeit.geschichte, Doku.Zeit, DokuMente) sowie auf Filme aus Österreich (Der österreichische Film). Politik live bringt alle Debatten des Nationalrats und des Bundesrates live und in voller Länge sowie parlamentarische Enqueten. Zu einem der prägenden Gesichter von ORF III hat sich Barbara Rett entwickelt. Sie moderiert Sendungen wie KulturWerk, die Festspielgespräche und Erlebnis Bühne, für die sie auch inhaltlich verantwortlich zeichnet.

Eigenproduktionen[Bearbeiten]

Aus dem Rahmen wirft einen Blick in die österreichischen Museen und Galerien. Moderator Karl Hohenlohe stellt jeden zweiten Freitag ein Museum oder eine Kunstgalerie in Österreich vor.[5]

erLesen ist die ORF-III-Büchersendung moderiert von Heinz Sichrovsky. Zu Gast sind neben meist österreichischen Schriftstellern auch andere Prominente aus den Bereichen Kunst und Kultur. Die Sendung wird 14-täglich dienstags ausgestrahlt.[6]

Im Brennpunkt ist eine von Christoph Takacs, Chefredakteur von ORF III, moderierte Sendung, die sich mit dem Zeitgeschehen, insbesondere Konfliktsituationen in Politik und Gesellschaft weltweit befasst.[7]

Inside Brüssel befasst sich jeden Donnerstag mit aktuellen Ereignissen aus Europa. Moderator Raimund Löw diskutiert mit EU-Abgeordneten und Journalisten Themen, die Europa bewegen, direkt aus dem EU-Parlament in Brüssel.[8]

Kultur heute ist die werktägliche Kulturinformationssendung zwischen 20.00 und 20.15 Uhr mit tagesaktueller Berichterstattung aus dem Bereich Kunst und Kultur in Österreich. Seit Herbst 2012 ist in jeder Sendung ein Studiogast eingeladen. Es moderieren Peter Fässlacher und Ani Gülgün-Mayr.[9]

KulturWerk wird in der Voestalpine-„Stahlwelt“ aufgezeichnet. Barbara Rett lädt einmal monatlich eine/n Künstler/in zum einstündigen Gespräch.[10]

Die ORF III Künstlergespräche werden seit Herbst 2012 jeden Dienstag vor der Kultur heute-Sendung ausgestrahlt (19.45-20.00 Uhr). Ani Gülgün-Mayr und Peter Fässlacher moderieren.

Die Salzburger Festspielinterviews führt Barbara Rett mit Protagonisten, Sängern, Dirigenten, Musikern u. a. am Rande der Salzburger Festspiele. Die 10-minütigen Interviews bilden während der Festspielzeit den Auftakt zum ORF-III-Hauptabend.

Science Talk ist eine von Barbara Stöckl moderierte Wissenschaftssendung, in denen renommierte österreichische und internationale Forscher/innen und Wissenschafter/innen zu Wort kommen.[11]

Treffpunkt Medizin befasst sich im 14-täglichen Rhythmus mit den verschiedensten Themen rund um Gesundheit, medizinische Wissenschaft und Forschung. Moderator Markus Voglauer spricht mit Medizinern und Fachleuten, die komplexe medizinische Themen verständlich aufbereiten.[12]

Was schätzen Sie? ist eine von Karl Hohenlohe moderierte Sendung, in der Personen von ihnen ausgesuchte private Wertgegenstände vorstellen und im Dorotheum von Experten schätzen lassen können.[13]

Im Rahmen von 60 Minuten Politik nehmen österreichische Politiker wöchentlich zum aktuellen politischen Geschehen in Österreich Stellung. Es moderieren ORF-III-Chefredakteur Christoph Takacs und abwechselnd die Chefredakteure und -redakteurinnen österreichischer Qualitätsmedien, insbesondere Eva Weissenberger, Rainer Nowak, Andreas Koller und Alexandra Föderl-Schmid.[14]

In den Berggesprächen geht Nina Saurugg mit prominenten Gästen Wandern, Bergsteigen oder Ski fahren und führt dabei ausführliche Interviews. Die Sendung wird seit Juni 2013 jeden 3. Samstag im Monat ausgestrahlt.

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Nach ORF eins und ORF 2 wird auch der dritte ORF-Sender anders geschrieben, auch die Logos werden bis auf den „Ziegel“ unterschiedlich gestaltet. Eine bewusste Entscheidung, meinte Alexander Wrabetz: „Man zeigt die Familie, aber gleichzeitig auch die Unterschiedlichkeit“.[15] Das Design der Programmvorschau ist den drei Balken im Logo angepasst. Wie bei ORF eins erhält dort jede Programmsäule ein anderes Farbschema. Häufig, so auch im Cornerlogo, wird dem Logo der Beisatz „Kultur und Information“ angehängt. Dieses Cornerlogo ist in Graustufen gehalten, gelegentlich, zum Beispiel bei der Programmvorschau, wird es im Farbschema zum entsprechenden Thema gezeigt. Das ursprüngliche Cornerlogo von ORF III wurde in einem dunklen Grauton gehalten, mittlerweile ist es hellgrau, vergleichbar mit den übrigen ORF-Programmen.

Einschränkungen[Bearbeiten]

Bewerbung, Vermarktung[Bearbeiten]

Nachdem die Medienbehörde KommAustria grünes Licht für den neuen Informations- und Kulturspartenkanal ORF III gegeben hatte, erlegte die Behörde dem ORF zwei wesentliche Einschränkungen in puncto Werbung auf. So ist es untersagt, den neuen Sender mittels sogenannter Cross-Promotion in anderen ORF-Programmen zu bewerben, Werbezeiten für ORF III dürfen außerdem nicht in einem gemeinsamen Paket mit Werbezeiten auf anderen Programmen angeboten werden. Mit den Einschränkungen bei der Bewerbung und Vermarktung von ORF III will die Medienbehörde „sicherstellen, dass die negativen Auswirkungen auf den Wettbewerb am TV-Markt durch das neue ORF-Angebot nicht unverhältnismäßig sind“.[16]

Inhalt[Bearbeiten]

Beschränkungen hinsichtlich konkreter Programminhalte gibt es nicht. Solche Auflagen sind der Behörde gesetzlich nicht erlaubt, „um die redaktionelle Freiheit des ORF zu wahren“. Die Zustimmung der Medienbehörde zum neuen Spartensender und einem begleitenden Onlineangebot war eine gesetzliche Voraussetzung dafür, dass ORF III auf Sendung gehen konnte.[17]

Streit um Namensgebung[Bearbeiten]

Die Bundeswettbewerbsbehörde hatte in ihrer Stellungnahme zum Genehmigungsverfahren bei der Medienbehörde kritisiert, dass der Name „ORF III“ ein drittes Vollprogramm insinuiere, was bei einem Spartenkanal nicht der Fall sei. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz sah jedoch keinen Grund, den Namen des neuen Spartensenders für Information und Kultur zu ändern, da er die Kritik nicht nachvollziehen könne.[18]

Empfang[Bearbeiten]

Satellit[Bearbeiten]

Empfangbar ist ORF III über Kabel oder über Satellit auf der Frequenz des Vorgängers TW1.[19] Aus lizenzrechtlichen Gründen wird über Satellit verschlüsselt ausgestrahlt. Für die Entschlüsselung ist eine aktive ORF DIGITAL-SAT-Karte Voraussetzung.

  • Satellit: Astra 19,2° Ost
  • Transponder: 115
  • Downlink-Frequenz: 12,66275 GHz
  • Symbolrate (MS/s): 22000
  • Fehlerschutz (FEC): 5/6
  • Polarisation: Horizontal


ORF III HD

Seit August 2014 wird ORF III in High Definition via Satellit auf einem neuen Transponder verschlüsselt im Testbetrieb ausgestrahlt. Der Regelbetrieb soll - gemeinsam mit ORF SPORT+ HD und den Regionalprogrammen von ORF2 HD - am 25. Oktober 2014 aufgenommen werden.

  • Satellit: Astra 19,2° Ost
  • Transponder: 5
  • Downlink-Frequenz: 11,273 GHz
  • Symbolrate (MS/s): 22000
  • Fehlerschutz (FEC): 2/3
  • Polarisation: Horizontal
  • Video-PID: 3080
  • Audio-PID: 3081
  • PCR-PID: 3080

Terrestrik[Bearbeiten]

ORF III wird auch in den österreichischen Ballungsräumen unverschlüsselt via DVB-T (Mux B) ausgestrahlt.[20]

Seit 15. November 2012 wird das Programm auch landesweit auf UHF-Kanal 34 in Südtirol, seit Juni 2013 auch in Trentino[21], verbreitet.[22]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ORF III und ORF Sport Plus starten am 26. Oktober – news.orf.at (abgerufen am 25. September 2011).
  2. Kultursender ORF III im Aufwind – salzburg.orf.at
  3. ORF III und ORF Sport plus ab Herbst in HD
  4. Sendeschema: http://tv.orf.at/orf3/stories/ueberorf3/
  5. Sendungsinformation Aus dem Rahmen (abgerufen am 19. September 2012).
  6. Sendungsinformation erLesen (abgerufen am 19. September 2012).
  7. Sendungsinformation Im Brennpunkt (abgerufen am 19. September 2012).
  8. Sendungsinformation Inside Brüssel (abgerufen am 19. September 2012).
  9. Sendungsinformation Kultur heute (abgerufen am 19. September 2012).
  10. Sendungsinformation KulturWerk (abgerufen am 19. September 2012).
  11. Sendungsinformation Science Talk (abgerufen am 19. September 2012).
  12. Sendungsinformation Treffpunkt Medizin (abgerufen am 19. September 2012).
  13. Sendungsinformation Was schätzen Sie? (abgerufen am 19. September 2012).
  14. Sendungsinformation 60 Minuten Politik (abgerufen am 17. April 2013).
  15. Erster Blick auf ORF 3 « DiePresse.com
  16. Einschränkungen des Senders ORF III in puncto Werbung (abgerufen am 5. Juni 2011).
  17. Einschränkungen des Senders ORF III in puncto Inhalt (abgerufen am 5. Juni 2011).
  18. Streit um Namensgebung ORF III (abgerufen am 3. Juni 2011).
  19. Empfang des Senders ORF III (abgerufen am 1. Juni 2011).
  20. http://derstandard.at/1317020042924/Verfahren-DVB-T-Sendeplatz-fuer-ORF-III-vergeben
  21. [1]
  22. http://www.ras.bz.it/news/news_d.asp?art=408074 Rundfunkanstalt Südtirol, Meldung vom 5. November 2012